Ammergebirge

Wandern im größten Naturschutzgebiet Bayerns

Die wundervolle Landschaft der Ammergauer Alpen eignet sich hervor­ragend zum Wandern und Berg­steigen. Dabei kann man auf ein dichtes Netz an markierten Wegen sowie eine gute touristische Infrastruktur zurück­greifen. Obwohl an einigen Hotspots recht viel los ist, sind die Ammergauer insgesamt nicht über­laufen und in den Kern­bereichen bis heute sogar recht abgeschieden geblieben. Durch ihre Vielfältigkeit fühlen sich sowohl Genuss­wanderer als auch ambitionierte Berg­steiger von den Ammergauern angezogen.
Stand:

Ruhige Wanderungen auf stillen Wegen

Leichte Wanderungen

Kurzbeschreibung zum Gebiet

Bayerns größtes Naturschutzgebiet

Im Graswangtal zeigen sich die Ammergauer von ihrer lieblichen Seite.

Die Ammergauer Alpen sind ein Natur­paradies sonder­gleichen. Ihr weit­läufiges Gebiet erstreckt sich zwischen den Flüssen Lech und Loisach. Im Süden trennt das Tal Zwischen­toren im Außerfern die Ammergauer von den Lechtaler Alpen. Nach Norden gehen sie fließend ins Alpenvorland über.
Die relativ dünn besiedelte Gebirgs­gruppe beinhaltet das größte zusammen­hängende Naturschutz­gebiet Bayerns mit einer hohen Dichte an Biotopen. Weil sich der bayerische Teil der Ammergauer Alpen außerdem über­wiegend in Staatsbesitz befindet, werden sie sogar als möglicher Standort für einen dritten Nationalpark gehandelt.

250 Millionen Jahre Erdgeschichte

Die naturräumliche Vielfalt des Ammergebirges hängt mit den komplexen geologischen Verhältnissen zusammen. Von den Flysch­bergen im Norden einmal abgesehen gehört die Gebirgsgruppe überwiegend zum Kalkalpin. Die Kalkgesteine reichen vom Alpinen Muschel­kalk der Trias über die bunten Jurakalke bis zu den Konglomeraten der Oberkreide.
Der spröde Hauptdolomit bildet die mit Abstand am weitesten verbreitete Gesteinsart. Er baut viele Gipfel auf, wie beispielsweise den Kramer oder die Notkarspitze. Auf sein Konto gehen auch die großen Schuttmengen im Friedergrieß, dem Elmaugries und dem Lindergries.
Ein weiterer wichtiger Gipfelbildner ist der Wettersteinkalk, etwa zu finden am Säuling oder dem Kofel.
Der Danielkamm ganz im Süden fällt geologisch aus der Reihe. Er besteht größtenteils aus Plattenkalk.

Wertvolle Moore, unberührte Wälder und schöne Bergseen

Eine Eigenheit des Ammergebirges ist der Reichtum an weitgehend intakten Moorflächen und Sumpfwälder. Neben den großen Tal­boden­mooren entlang der Ammer existieren auch zahlreiche kleinere, zum Teil auf über 1000 Metern Höhe. Die meisten davon befinden sich in dem abgelegenen Gebiet nördlich des Klammspitz­kamms etwa auf der Luftlinie zwischen Unterammergau und Füssen.

Ungewohnt abwechslungs­reich sind die Wälder in den Ammergauern. Im Vergleich zu den Chiemgauern oder den Tegernseern etwa werden sie weniger stark von der monotonen Fichte dominiert. Wanderer schätzen vor allem die sonnen­durchfluteten, freundlichen Buntreit­gras-Kiefernwälder. Sie treten unter anderem auf dem Höhenberg bei Oberau und am Königsstand unterhalb des Kramers auf.

Bergseen gibt es zwar nur ein paar wenige, doch sie sind besonders schön zum Wandern, allen voran natürlich der malerische Alpsee bei Hohenschwangau.
Im Tiroler Teil des Gebirges liegt der fjordartige Heiterwanger See, den man gut mit einer Tour auf das einsame Lichtbrenntjoch verbinden kann.

Kulturdenkmäler von Weltrang

Ihre große internationale Bekanntheit verdanken die Ammergauer den berühmten Kultur­denkmälern. Dabei stellen die Berge für die Touristen kaum mehr als eine Fotokulisse dar, wodurch einige kurioserweise zu den meist­fotografierten der Welt gehören. Touristische Hotspots sind neben den Königs­schlössern Neuschwan­stein, Hohenschwangau und Linderhof auch die Wieskirche und das Kloster Ettal.Unabhängig von diesen weltbekannten Sehens­würdigkeiten stellt das Gebiet der Ammergauer Alpen insgesamt ein interessantes Kulturland dar.Es gibt viel zu entdecken. Die menschlichen Spuren reichen mehrere Jahr­tausende zurück. Sie umfassen prähistorische Opferplätze, antike Fels­ritzungen, Boden­denkmäler und mittelalterliche Burgruinen. Sehr lohnend ist in diesem Zusammenhang der Rundweg über die Ruine Werdenfels bei Garmisch-Partenkirchen.
Ebenfalls in den Ammergauer Alpen liegt die Höhlenburg Schloss im Loch, die man auf der Wanderung zum Schwarzenberg zwischen Füssen und dem Außerfern aufsuchen kann.

Tausendjährige Almwirtschaft

Auch die Almen gehören zu dem über lange Zeit gewachsenen Kulturland. Manche Hoch­weiden werden wohl schon seit der Antike ununterbrochen genutzt. Im Verlauf des Mittelalters erschloss man immer neue Alm­weiden, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren. In der Regel sind die höchst­gelegenen Almen die ältesten. Im 19. Jahr­hundert erreichte die Alm­wirtschaft ihren Zenit. Seitdem wurden viele Almen aufgelassen. Wegen ihrer einzigartigen Lage mit Blick zum Wetterstein gilt die Schellalm bei Griesen als die schönste der Ammergauer.

Vergessener Bergbau

Eine oft in Vergessenheit geratene Tatsache ist, dass in den Alpen früher fast überall kleine lokale Gruben betrieben wurden. Meistens existieren darüber keine Aufzeichnungen. Am Säuling förderte man beispiels­weise Eisenerz. Vereinzelt finden sich noch Spuren von ehemaligen Untertagebauen, wie das Schatzloch im Hörnlegebiet.
Im Norden gibt es zwischen Unterammergau und Füssen außerdem Dutzende von aufgelassenen Wetz­stein­brüchen aus den letzten Jahr­hunderten. Was auf den ersten Blick wie Geröllfelder aussieht, sind in Wirklichkeit die riesigen Abraumhalden unter den Brüchen.