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Herzogstand (1732 m) über Rauteckkopf

Geheimtipp von Schlehdorf

(10)

Mitten durch die zerklüftete Nordseite zwischen Herzogstand und Heimgarten gibt es eine versteckte Route. Weitgehend weglos verläuft sie durch enge Latschengassen und über den unbekannten Rauteckkopf. Oben kommt man am Schlehdorfer Kreuz heraus. Die übrige Wanderung ist ein Klassiker. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Rauteckkopf
    2. Schlehdorfer Kreuz und Herzogstand
    3. Abstieg auf dem Pionierweg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (10 Fotos)
Ungewöhnliche Perspektive auf den Jochberg und die Jachenau vom Rauteckkopf aus.

Der Gratweg zwischen Herzogstand und Heimgarten ist die wohl schönste Tour am Kochelsee. Ich ging diese Strecke schon als Kind gerne. Von dem interessanten Steig über den Rauteckkopf ahnte ich damals noch nichts. Dieser Steig ist die wohl ungewöhnlichste Möglichkeit, um auf den Herzogstand zu gelangen. Schwer ist das nicht und weder ausgesetzt noch gefährlich. Nur im letzten Abschnitt ein bisschen steil. Es gibt außerdem fast überall Spuren, auch wenn diese manchmal recht vage sind. Eine sehr gute Orientierungsfähigkeit ist auf jeden Fall Pflicht, sonst könnte der Ausflug im Latschendickicht enden.
Sowohl der Gratweg als auch der Pionierweg nach Schlehdorf müssten eigentlich als unproblematisch betrachtet werden. Dass sich auf diesen trotzdem immer wieder schwere oder sogar tödliche Bergunfälle ereignen, kann ich mir nur als Folge der starken Frequentierung erklären.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1150 m20 km6:50 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Rauteckkopf

Die erste Stunde folgt man ab Schlehdorf ganz einfach dem regulären Weg für den Herzogstand. Das Ziel wirkt noch fern, während es nahe am Kochelsee durch saftige Wiesen Richtung Süden geht. Bald bleibt der See unten liegen und die Forststraße taucht am Jochfleck in den Wald ein. Hinter einem Durchbruch zweigt nach einer Weile links der Pionierweg ab. Kurz bevor der Pionierweg in den Teufelsgraben biegt, dessen Wasserrauschen schon vorher zu hören ist, hält man nach einer Pfadspur Ausschau. Diese Spur windet sich neben dem Teufelsgraben im Zickzack bergauf und dreht dann links zur Unteraueralm1. Dort steht eine hübsche Privathütte. Die Almlichte wird in der rechten oberen Ecke wieder verlassen. Die Verbindung von der Unteraueralm zur Rauteckalm ist gut zu erkennen und verläuft ohne großen Höhengewinn westwärts. Bei der Hütte der Rauteckalm zunächst weglos die kleine Lichtung hinauf. Zwischen der unteren und der oberen Lichtung tauchen nochmals vereinzelt Spuren auf. Oben eher links orientieren, bis man eine Kante erreicht. Nun im Prinzip immer entlang dieser Kante zum Rauteckkopf, wobei die Latschen das eine oder andere Mal den Weg versperren. Ein schwacher Pfad hilft etwas, die richtigen Durchschlupfe zu finden. Der Rauteckkopf2 ist so unscheinbar, dass man ihn glatt übersehen könnte.

Schlehdorfer Kreuz und Herzogstand

Eine freigeschnittene Latschengasse leitet direkt vom Rauteckkopf zum Schlehdorfer Kreuz empor. Die letzten Meter sind leicht felsig. Am Schlehdorfer Kreuz3 gibt es zwei Möglichkeiten: entweder rechts zum Heimgarten oder links zum Herzogstand. Ich entschied mich für letzteren. Auf dem Gratweg ist meist viel los. Einige Stellen sind gesichert. Der Herzogstand4 ist schnell gewonnen.
Am Gipfel gibt es ein paar interessante Details zu beachten. Der heutige Pavillon wurde nach einem Brand neu errichteten. Den ersten Pavillon ließ König Ludwig II. erbauen. Daneben sind Betonfundamente zu sehen, die von einem ehemaligen Bunker stammen. Mehrere Stahlverankerungen im Gipfelbereich zeugen von einer Bergantenne, die sich bis 1934 auf dem Herzogstand befand. Schautafeln informieren über die Details der Funkstation auf dem Herzogstand.

Abstieg auf dem Pionierweg

Vom Herzogstand geht es in gemütlichen Serpentinen durch ein großes Latschenfeld bergab und unterm Martinskopf hinüber zum Herzogstandhaus5. Ab da wandert man auf dem zur Kiesstraße ausgebauten königlichen Reitweg weiter talwärts. Nach der Schlehdorfer Alm wird die steile Skiabfahrt gerne als Abkürzung genutzt. Nicht ideal für die Vegetation, aber in den Karten offiziell eingetragen. Schließlich trifft man auf das obere Ende des Pionierwegs. Der Reitweg dreht dort rechts nach Urfeld. Hinter einer Grasfläche durchquert der Pionierweg den Grenzgraben. Das ist der Erste von mehreren Bächen. Ab dem Aussichtspunkt an der Neischl-Rast6 erfordert das abschüssige Gelände erhöhte Aufmerksamkeit. Jenseits des Teufelsgrabens ist der Weg bereits vom Aufstieg her bekannt.

Tipp: Auf dem Kochelsee verkehrt im Sommerhalbjahr ein Ausflugsboot. Während der Fahrt hat man eine schöne Perspektive auf die umliegenden Berge und erfährt interessante Details über den Kochelsee.