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Rampoldplatte, Hochsalwand und Wendelstein (1838 m)

Von Brannenburg nach Bayrischzell

Auf wunderschönen Wegen geht es bei dieser Wanderung von Brannenburg im Inntal über die Hochsalwand und den Wendelstein bis Bayrischzell. Kondition braucht man dafür natürlich schon. Das Inntal liegt nämlich ziemlich tief und dazu kommen noch mehrere Gegenanstiege. Angesichts der vielseitigen Landschaft lohnt sich die Anstrengung aber allemal.

Diese ungewöhnliche Wanderung verbindet das Inntal mit dem Leitzachtal und führt mitten durch das Herz der Wendelstein­gruppe. Kaum eine andere Route bietet derart viele unterschiedliche Perspektiven auf den Wendelstein. Obwohl es anders herum weniger Höhenmeter wären, empfiehlt sich unbedingt die vorgeschlagene Tourrichtung. Denn so hat man unterwegs stets den Wendelstein vor Augen und muss sich nicht zu ihm umdrehen.

Ebenfalls gut im Blick hat man die Zahnradbahn, welche gegenüber durch die Steilhänge der Soinwand fährt. Die Anlage wurde in den Jahren 1910 bis 1912 erbaut. Für die damalige Zeit stellte sie eine gewaltige Ingenieurs­leistung dar.
Treibende Kraft hinter der Unternehmung war der Industrielle Otto von Steinbeis. Er wählte eine komplizierte, dafür aber lawinensichere Streckenführung. Sieben Tunnel wurden durch den Fels gesprengt und mehrere Brücken errichtet.

Geotipp: Sehr empfehlenswert ist ein Besuch in der Wendelsteinhöhle. Die weitverzweigte Höhle war einst Teil eines Karstgebiets, das schon vor Millionen von Jahren trocken fiel. Der künstlich angelegte Eingang befindet sich neben dem Bahnhof der Zahnradbahn. Die Besichtigung erfolgt selbstständig. Schautafeln erläutern die geologischen Hintergründe.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1630 m1300 m21 km7:00 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wanderung stellt vor allem hohe Ansprüche an die Ausdauer. Höhenmeter und Länge sind wirklich beachtlich. Wer am Wendelstein feststellt, dass es zu viel wird, kann immerhin mit der Seilbahn oder der Zahnradbahn zurück ins Tal fahren.
Überwiegend einfach gestalten sich die Wege. Es gibt nur ganz wenige felsige und leicht ausgesetzte Stellen, mit denen trittsichere Wanderer sicher kein Problem haben.

Bei Nässe weicht der Boden an vielen Stellen schnell auf und die Steige werden schmierig.
Von der Reindleralm hinauf zur Zeller Scharte ist im Frühling noch lange mit Schneefeldern zu rechnen. Der Aufstieg wird dadurch sowohl mühsam als auch gefährlich.

Wegbeschreibung

Zum Wanderparkplatz Sagbruck

Durch Brannenburg hindurch läuft man am schönsten auf dem Fußweg entlang des Kirchbachs. Dazu am Bahnhof südwärts in die Wendelsteinstraße. Nach gut zwei Kilometern geht es am Bach nicht mehr weiter, weil ein Anwesen das Ufer versperrt. Dort rechts auf die Straße hinaus und über das Gehöft von Lechen zum Wanderparkplatz Sagbruck1.

Schlipfgrubalm und Schuhbräualm

Die Kiesstraße vom Parkplatz Sagbruck zur Schuhbräualm lässt sich anfangs ein Stück abschneiden. Ein paar Hundert Meter nach der Schlipfgrubalm2 kann man bei der ersten Gelegenheit rechts in einen Rückeweg abzweigen. Das erspart einem die letscherte Kiesstraße. Allerdings ist diese Variante länger sowie etwas vertrackt. Die Stelle ist nicht ausgeschildert, doch es existieren verblasste Markierungen. Wenn der Rückeweg abflacht, rechts nach einem unscheinbaren Pfad Ausschau halten.Geradeaus wäre eher ungünstig, weil man dabei in der mit Stachel­drahtzaun abgesperrten Weide der Schuhbräualm landet.Der Pfad nach rechts kreuzt einen Graben und dreht auf einer Lichtung bergwärts. Bald mündet er in einen breiteren Weg. An einer Gabelung links. Rechts ginge es zur Farrenpoint. Gleich darauf kommt man am Sattel zwischen Farrenpoint und Mitterberg heraus. Von da bei bester Aussicht auf einem Fahrweg um den Mitterberg herum zur Schuhbräualm3.

Hochsalwand über Rampoldplatte

Von der Schuhbräualm zieht sich ein ausgetretener Steig durch die Weide zur Rampoldalm hinauf. Bei der Hütte der Rampoldalm kurz rechts und über den Nordwestrücken zum Gipfel der Rampoldplatte4. Wer noch nicht rasten will, kann den Gipfel umgehen.
Hinter der Rampolplatte kommt als Nächstes die langgezogene Lechnerschneid, von der man einen schönen Tiefblick in den Kessel der Lechneralm hat. Vor dem schroffen Lechnerkopf weicht der Steig in die schattige Nordwestflanke aus, wo es oft feucht und rutschig ist. An einer felsigen Stelle hilft ein Drahtseil. Nach einem kurzen, steilen Anstieg wird der Kamm erreicht. Von da sind es nur mehr wenige Minuten zum Gipfel der Hochsalwand5.

Zur Reindleralm

Der Steig von der Hochsalwand zur Reindleralm ist landschaftlich sehr reizvoll, aber auch ziemlich holprig. Anfangs verläuft er am Grat entlang. Dort wachsen teils skurrile Wetterfichten, die offenbar mit recht unwirtlichen Bedingungen zu kämpfen haben. Bald verlässt der Steig dann den Grat und quert durch den bewaldeten Hang zur Reindleralm6, wobei wir ungefähr 200 Höhenmeter abgeben müssen.

Auf den Wendelstein

Bei der Reindleralm geht es um eine große Doline herum und danach auf dem gut befestigten Brannenburger Steig Richtung Zeller Scharte. Der Höhlenschacht des Unteren Wetterlochs auf der linken Seite lässt sich wegen des Gebüschs leider nur schlecht erspähen, obwohl er dicht neben dem Weg liegt.
Später beim Gleis der Zahnradbahn nicht durch die Unterführung, sondern rechts auf einen kleinen, unbezeichneten Steig wechseln. Dieser bleibt 100 Meter neben dem Bahndamm und schlängelt sich anschließend leicht ausgesetzt zum breiten Panorama­rundweg hinauf. Diesem folgt man gegen den Uhrzeigersinn bis zum Wendelsteingipfel7.

Abstieg über die Wendelsteiner Almen

Ein durch den Fels gesprengter und betonierter Touristenweg führt vom Gipfel zum Wendelsteinhaus hinab. Dort startet direkt neben der Seilbahnstation der Abstieg nach Bayrischzell. Nach einem steilen Abschnitt mit viel Geröll gibt es eine Verzweigung. Wir wählen die Strecke über die Wendelsteiner Almen und queren unter den beeindruckenden Südabbrüchen des Wendelsteins ein Stück ostwärts. Von der anderen Seite stößt der Weg über die Zeller Scharte hinzu, der ebenfalls in Frage gekommen wäre.
Weiter unten an den Wendelsteiner Almen8 den mittleren Ast nehmen, also nicht rechts zur Siglalm und auch nicht links zum Sudelfeld. Aber es stehen sowieso überall Wegweiser.

Bayrischzell

Kurz vorm Dorf wird die Deutsche Alpenstraße tangiert. Anschließend kann man noch rechts beim Wasserfall vorbeizuschauen. Auf der anderen Seite des Wasserfalls dann nach Bayrischzell hinein. Die Kranzerstraße führt direkt zum Bahnhof.