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Rampoldplatte, Hochsalwand und Wendelstein (1838 m)

Von Brannenburg nach Bayrischzell

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Um von Brannenburg über die Hochsalwand und den Wendelstein nach Bayrischzell zu wandern, braucht man ordentlich Kondition. Nicht nur wegen der weiten Strecke, sondern auch weil viele Höhenmeter zu überwinden sind. Das Inntal liegt nämlich ziemlich tief. Angesichts der vielseitigen Landschaft lohnt sich die Anstrengung aber allemal. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Wanderparkplatz Sagbruck
    2. Schlipfgrub- und Schuhbräualm
    3. Hochsalwand über Rampoldplatte
    4. Zur Reindleralm
    5. Auf den Wendelstein
    6. Abstieg nach Bayrischzell
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Blick von der Hochsalwand zum Wendelstein, dessen hässliche Aufbauten von den Wolken verschluckt werden.

Diese eher ungewöhnliche Wanderung verbindet das Inntal mit dem Leitzachtal und führt mitten durch das Herz der Wendelstein­gruppe. Kaum eine andere Route bietet derart viele unterschiedliche Perspektiven auf den Wendelstein. Obwohl es anders herum weniger Höhenmeter wären, empfiehlt sich unbedingt die vorgeschlagene Tourrichtung. Denn so hat man unterwegs stets den Wendelstein vor Augen und muss sich nicht zu ihm umdrehen.

Ebenfalls gut im Blick hat man die Zahnradbahn, welche gegenüber durch die Steilhänge der Soinwand fährt. Die Anlage wurde in den Jahren 1910 bis 1912 erbaut. Für die damalige Zeit stellte sie eine gewaltige Ingenieurs­leistung dar.
Treibende Kraft hinter der Unternehmung war der Industrielle Otto von Steinbeis. Er wählte eine komplizierte, dafür aber lawinensichere Streckenführung. Sieben Tunnel wurden durch den Fels gesprengt und mehrere Brücken errichtet.

Geotipp: Sehr empfehlenswert ist ein Besuch in der Wendelsteinhöhle. Die ausgedehnte Höhle war einst Teil eines Karstgebiets, das schon vor Millionen von Jahren trocken fiel. Der Eingang befindet sich gleich neben dem Bahnhof der Zahnradbahn. Die Besichtigung erfolgt selbstständig. Schautafeln erläutern die geologischen Hintergründe.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1600 m1270 m20 km7:00 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wanderung stellt vor allem hohe Ansprüche an die Ausdauer. Dagegen sind die Wege überwiegend einfach. An der Hochsalwand gibt es etwas Felskontakt und ein paar leicht ausgesetzte Stellen. Trittsichere Wanderer haben damit jedoch kein Problem.

Bei Nässe weicht der Boden an vielen Stellen schnell auf und die Steige werden schmierig.
Von der Reindleralm hinauf zur Zeller Scharte ist im Frühling noch lange mit Schneefeldern zu rechnen. Der Aufstieg wird dadurch sowohl mühsam als auch gefährlich.

Wegbeschreibung

Zum Wanderparkplatz Sagbruck

Durch Brannenburg hindurch läuft man am schönsten auf dem Fußweg entlang des Kirchbachs. Dazu am Bahnhof südwärts in die Wendelsteinstraße. Nach gut zwei Kilometern geht es am Bach nicht mehr weiter, weil ein Anwesen das Ufer versperrt. Dort rechts auf die Straße hinaus und über das Gehöft von Lechen zum Wanderparkplatz Sagbruck1.

Schlipfgrub- und Schuhbräualm

Die Kiesstraße vom Parkplatz Sagbruck zur Schuhbräualm lässt sich anfangs ein Stück abschneiden. Ein paar Hundert Meter nach der Schlipfgrubalm2 kann man bei der ersten Gelegenheit rechts in einen Rückeweg abzweigen. Das erspart einem die letscherte Kiesstraße. Allerdings ist diese Variante länger sowie etwas vertrackt. Die Stelle ist nicht ausgeschildert, doch es existieren verblasste Markierungen. Wenn der Rückeweg abflacht, rechts nach einem unscheinbaren Pfad Ausschau halten.Geradeaus wäre eher ungünstig, weil man dabei in der mit Stachel­drahtzaun abgesperrten Weide der Schuhbräualm landet.Der Pfad nach rechts kreuzt einen Graben und dreht auf einer Lichtung bergwärts. Bald mündet er in einen breiteren Weg. An einer Gabelung links. Rechts ginge es zur Farrenpoint. Gleich darauf kommt man am Sattel zwischen Farrenpoint und Mitterberg heraus. Von da wandern wir auf einem Fahrweg südwärts um den Mitterberg herum zur Schuhbräualm3.

Hochsalwand über Rampoldplatte

Von der Schuhbräualm zieht sich ein ausgetretener Steig durch die Weide zur Rampoldalm hinauf. Bei der Hütte der Rampoldalm kurz rechts und über den Nordwestrücken zum Gipfel der Rampoldplatte4. Wer noch nicht rasten will, kann den Gipfel umgehen.
Hinter der Rampolplatte kommt als Nächstes die langgezogene Lechnerschneid. Dem schroffen Lechnerkopf weicht der Steig dann westseitig aus. An der Hochsalwand wird es etwas steil und felsig mit einigen Sicherungen. Am Grat oben wendet man sich links und gelangt in wenigen Minuten zum Gipfel5.

Zur Reindleralm

Der Steig von der Hochsalwand zur Reindleralm ist landschaftlich sehr schön. Anfangs verläuft er leicht ausgesetzt am Grat entlang. Dort wachsen teils skurrile Wetterfichten, die offenbar mit recht unwirtlichen Bedingungen zu kämpfen haben. Bald verlässt der Steig dann den Grat und quert durch ein kleines Waldstück zur Reindleralm6.

Auf den Wendelstein

Bei der Reindleralm geht es um eine große Doline herum und danach auf dem Brannenburger Steig Richtung Zeller Scharte. Gleich zu Beginn lässt sich links im Gebüsch der Höhlenschacht des Unteren Wetterlochs erspähen. Später beim Gleis der Zahnradbahn nicht durch die Unterführung, sondern rechts über einen kleinen Steig auf den Panorama­rundweg wechseln. Diesem folgt man gegen den Uhrzeigersinn bis zum Wendelsteingipfel7.

Abstieg nach Bayrischzell

Ein durch den Fels gesprengter und betonierter Touristenweg führt vom Gipfel zum Wendelsteinhaus hinab. Dort startet direkt neben der Seilbahnstation der Abstieg nach Bayrischzell. Nach einem steilen Abschnitt mit viel Geröll gibt es eine Verzweigung. Wir wählen die Strecke über die Wendelsteiner Almen und queren unter den beeindruckenden Südabbrüchen des Wendelsteins ein Stück ostwärts. Von der anderen Seite stößt der Weg über die Zeller Scharte hinzu, der ebenfalls in Frage gekommen wäre.
Weiter unten an den Wendelsteiner Almen8 den mittleren Ast nehmen, also nicht rechts zur Siglalm und auch nicht links zum Sudelfeld. Aber es stehen sowieso überall Wegweiser. Kurz vorm Dorf wird die Deutsche Alpenstraße tangiert. Anschließend lohnt es sich, rechts beim Wasserfall vorbeizuschauen. Auf der anderen Seite des Wasserfalls dann nach Bayrischzell hinein. Die Kranzerstraße führt direkt zum Bahnhof.