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Rampoldplatte, Hochsalwand und Wendelstein (1838 m)

Von Brannenburg nach Bayrischzell

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Wer von Brannenburg über die Rampoldplatte, die Hochsalwand und den Wendelstein hinüber ins Leitzachtal wandern möchte, braucht Kondition. Nicht nur weil es weit ist, sondern auch weil das Inntal ganz schön tief liegt. Angesichts der vielseitigen Landschaft vergeht die Zeit dabei aber wie im Flug und man nimmt die Anstrengung kaum wahr.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Wanderparkplatz Sagbruck
    2. Schlipfgrub- und Schuhbräualm
    3. Hochsalwand über Rampoldplatte
    4. Zum Wendelstein
    5. Abstieg nach Bayrischzell
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Blick von der Hochsalwand zum Wendelstein, dessen hässliche Aufbauten von den Wolken verschluckt werden.

Westlich von Brannenburg erstreckt sich ein uraltes Kulturland, dessen Siedlungs­geschichte bis in prähistorische Zeit zurückreicht. Die verstreuten Einzelgehöfte in den Rodungsinseln gründen in der germanischen Landnahme. Auf Luftbildern sind am Großen Brannenberg sogar noch Reste der mittelalterlichen Zweifelder­wirtschaft erkennbar. Erst später wurde der Getreideanbau zu Gunsten einer reinen Viehwirtschaft aufgegeben.

Eine Etage höher, getrennt durch den Schutzwald­gürtel, gruppieren sich rings um die Rampoldplatte die Almen. Sie werden erfreulicherweise wie eh und je bestoßen. Vom Frühjahr bis in den Sommer hinein sind die ausgedehnten Weideflächen dort oben mit seltenen Alpenblumen übersät.

Hinauf zur Hochsalwand wird das Gelände dann zunehmend felsiger. Wo es für die Almwirtschaft zu gach ist, überließ man das Feld den Latschen. Vereinzelt wachsen dort in der Kampfzone des Waldes auch Fichten, die oftmals skurrile Formen annehmen.

Geotipp: Ein Besuch in der Wendelsteinhöhle lohnt sich auf jeden Fall. Sie ist Teil eines ehemaligen Karstgebiets, das schon vor Millionen von Jahren trocken fiel. Der komplexe Aufbau des Wendelsteins wird sowohl in der Höhle als auch auf dem geologischen Lehrpfad anschaulich erläutert.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1600 m1270 m20 km7:00 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Wege sind überwiegend einfach. An der Hochsalwand gibt es etwas Felskontakt. Die Querung von der Hochsalwand zur Reindleralm erfordert Trittsicherheit.
Bei Nässe weichen viele der Wege schnell auf.
Von der Reindleralm Richtung Zeller Scharte ist im Frühling noch lange mit Schneefeldern zu rechnen. Der Aufstieg wird dadurch nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich.

Wegbeschreibung

Zum Wanderparkplatz Sagbruck

Durch Brannenburg hindurch läuft man am schönsten auf dem Fußweg entlang des Kirchbachs. Dazu am Bahnhof südwärts in die Wendelsteinstraße. Nach gut zwei Kilometern geht es am Bach nicht mehr weiter. Ein Anwesen versperrt das Ufer. Dort rechts auf die Straße hinaus und über das Gehöft von Lechen zum Wanderparkplatz Sagbruck1.

Schlipfgrub- und Schuhbräualm

Die Kiesstraße vom Parkplatz Sagbruck zur Schuhbräualm lässt sich anfangs ein Stück abschneiden. Ein paar Hundert Meter nach der Schlipfgrubalm2 kann man bei der ersten Gelegenheit rechts in einen Rückeweg abzweigen. Das erspart einem die letscherte Kiesstraße. Allerdings ist diese Variante länger sowie etwas vertrackt. Die Stelle ist nicht ausgeschildert. Immerhin existieren verblasste Markierungen. Wenn der Rückeweg abflacht, rechts nach einem unscheinbaren Pfad Ausschau halten.Geradeaus wäre theoretisch ebenfalls möglich. Doch man landet dabei in der mit Stachel­drahtzaun abgesperrten Weide der Schuhbräualm.Also besser den Pfad nehmen. Er kreuzt einen Graben und dreht auf einer Lichtung bergwärts. Bald mündet er in einen breiteren Weg. An einer Gabelung links. Rechts ginge es zur Farrenpoint. Gleich darauf kommt man am Sattel zwischen Farrenpoint und Mitterberg heraus. Von da auf einem Fahrweg südwärts um den Mitterberg herum zur Schuhbräualm3 wandern.

Hochsalwand über Rampoldplatte

Von der Schuhbräualm zieht sich ein ausgetretener Steig durch die Weide zur Rampoldalm hinauf. Bei dieser kurz rechts und über den Nordwestrücken zum Gipfel der Rampoldplatte4. Wer noch nicht rasten will, kann den Gipfel umgehen.
Von der Rampolplatte wandern man weiter über die Lechnerschneid. Dem schroffen Lechnerkopf weicht der Steig westseitig aus. An der Hochsalwand wird es dann steil und felsig mit einigen Sicherungen. Am Grat oben wendet man sich links und gelangt in wenigen Minuten zum Gipfel5.

Zum Wendelstein

Der Steig, welcher von der Hochsalwand zur Reindleralm quert, ist landschaftlich sehr schön. Anfangs gibt es einige leicht ausgesetzte Stellen. Doch bald wird der Hang flacher.
Bei der Reindleralm6 geht es um eine große Doline herum und danach auf dem Brannenburger Steig Richtung Zeller Scharte. Gleich zu Beginn lässt sich links im Gebüsch der Höhlenschacht des Unteren Wetterlochs erspähen. Anschließend beim Gleis der Zahnradbahn nicht durch die Unterführung, sondern rechts über einen kleinen Steig auf den Panorama­rundweg wechseln. Diesem folgt man gegen den Uhrzeigersinn bis zum Wendelsteingipfel.

Abstieg nach Bayrischzell

Ein betonierter und durch den Fels gesprengter Touristenweg führt von der Gipfelplattform zum Wendelsteinhaus7 hinab. Empfehlenswert ist wie gesagt ein Besuch in der Wendelsteinhöhle. Ihr künstlich angelegter Eingang befindet sich neben dem Bahnhof der Zahnradbahn.
Der Abstieg nach Bayrischzell startet bei der Seilbahn. Nach einem steilen Abschnitt mit viel Geröll gibt es eine Verzweigung. Wir wählen die Strecke über die Wendelsteiner Almen nach Bayrischzell und queren unter den beeindruckenden Südabbrüchen des Wendelsteins ein Stück ostwärts. Von der anderen Seite stößt der Weg über die Zeller Scharte hinzu, der ebenfalls in Frage gekommen wäre.
Weiter unten an den Wendelsteiner Almen8 den mittleren Ast nehmen, also nicht rechts zur Siglalm und auch nicht links zum Sudelfeld. Aber es stehen sowieso überall Wegweiser. Kurz vorm Dorf wird die Deutsche Alpenstraße tangiert. Anschließend lohnt es sich, rechts beim Wasserfall vorbeizuschauen. Auf der anderen Seite des Wasserfalls dann nach Bayrischzell hinein. Die Kranzerstraße führt direkt zum Bahnhof.