Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Karwendel 

Über den Predigtstuhl (1921 m)

Exponierter Aussichtspunkt bei Mittenwald

(0)

Eine der wohl beliebtesten Karwendeltouren bei Mittenwald ist der Abstieg von der Bergstation der Karwendelbahn durchs Dammkar. An manchen Tagen wandern Hunderte Bergbegeisterte durch diese überwältigende Landschaft. Doch nur die wenigsten beziehen den Predigtstuhl mit ein, so dass man dort oben in aller Ruhe Brotzeit machen kann.

Inhalt

Zur Galerie (7 Fotos)

Die Fahrt mit der Karwendelbahn ist spektakulär. In wenigen Minuten taucht man aus dem beschaulichen Isartal in die raue, zerklüftete Welt des Karwendels ein. Besonders eindrucksvoll ist die Viererspitze aus der Gondel zu sehen.Um die Karwendelbahn tobt seit Jahren ein Rechtsstreit. Die Eigentümer, darunter die Gemeinde Mittenwald, sind zerstritten. Immer wieder steht die Existenz der Bahn auf der Kippe. Sollte der Betrieb tatsächlich irgendwann eingestellt werden, dann dürfte es stiller werden im westlichen Karwendel.

Aus gutem Grund zählt der Weg durchs Dammkar zu den Klassikern im Karwendel. Das Kar wird zu beiden Seiten von imposanten Felswänden flankiert. Die Szenerie ist unglaublich!

Praktisch sämtliche Gipfel rings um das Dammkar sind schwer zu besteigen.
Vergleichsweise einfach scheint da noch die Route auf den Predigtstuhl, wobei auch dort Bergerfahrung nötig ist. Beim Predigtstuhl handelt es sich allerdings um keinen Gipfel, sondern nur um einen Absatz im Westgrat der Tiefkarspitze. Doch die Verlängerung über den Predigtstuhl lohnt sich trotzdem, denn sie beschert uns einen meist einsamen Rastpunkt. Der Abstieg auf der anderen Seite zum Mitterkar hin darf nicht unterschätzt werden. Die schwierigsten Passagen (II-) wurden mit Drahtseilsicherungen entschärft.

Tipp: Neben der Bergstation ragt ein überdimensionales Fernrohr über die Felskante hinaus. Darin ist das Informationszentrum Bergwelt Karwendel untergebracht. Die Dauerausstellung widmet sich dem alpinen Ökosystem und dem Lebensraum im Gebirge.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Ins Hintere Dammkar

An der Bergstation der Karwendelbahn wartet die erste Überraschung. Für die Skifahrer wurde eigens ein Tunnel hinüber ins Dammkar gesprengt. Oben drüber führt ein sehr schöner, stellenweise gesicherter Steig. Er beginnt links hinter den Gebäuden bei der so genannten Karwendelgrube. Zunächst geht es nördlich um die Westliche Karwendelspitze herum zur Oberen Dammkarscharte1.Die Westliche Karwendelspitze (2385 m) könnte man zuvor mitnehmen, jedoch nicht überschreiten. Der Anstieg ist teils drahtseilversichert und dauert ca. 20 Minuten.Von der Oberen Dammkarscharte leiten Stufen hinab ins Hintere Dammkar2. Dabei wird der Tunnelausgang passiert. Im Hinteren Dammkar steigt man bis zur Bergwachthütte ab.

Auf den Predigtstuhl

An der Bergwachthütte spaltet sich das Kar in das Vordere und Hintere Dammkar auf. Dort zweigen wir rechts vom Hauptweg ab und queren durch das Geröllfeld hinüber zum Predigtstuhl. Es gäbe bereits davor Abschneider, mit denen sich etwas Höhenverlust sparen ließe. Man kann diese schon von weit oben als feine Linien im Kar ausmachen. Nach der Querung sind es nur noch wenige steile Meter durch Grasschrofen hinauf zu dem kleinen Absatz am Predigtstuhl3.

Abstieg vom Predigtstuhl

Der perfekt markierte Steig auf der Nordseite des Predigtstuhls bietet recht anspruchsvolles Gelände mit einigen Drahtseilsicherungen. Nach einer splittrigen Felsrinne gelangt man ins Mitterkar und trifft in der Latschenzone bald auf eine Gabelung. Wer einkehren möchte, könnte rechts zur Hochlandhütte4 laufen. Ansonsten links wenden, wo der Weg im Wald unten um den Predigtstuhl herum muss. Anschließend werden die Ausläufer des Dammkars erreicht.

Ochsenbodensteig nach Mittenwald

Am Bankerl5, beim unteren Ende des Dammkars, entstand durch Abkürzer ein Gewirr aus Wegspuren. Das kann einen leicht durch­einander­bringen. Der Transportweg für die Materialseilbahn der Dammkarhütte wäre nun zwar der bequemste Abstieg, doch abwechslungsreicher ist der Steig über den Aussichtspunkt am Ochsenboden. Die offizielle Route führt links herum. Der Abkürzer rechts bringt eigentlich nichts. Bis zum Ochsenboden gibt es einen letzten Anstieg. Danach geht es auf dem langen, aber schönen Ochsenbodensteig6 zurück zur Talstation.