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Tegelberg (1720 m) über Pöllatschlucht und Gratweg

Auf den Spuren der bayerischen Könige

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Am Tegelberg kann man auf den Spuren der bayerischen Könige wandern. Der beliebte Ahornreitweg etwa geht auf Maximilian II. zurück. Er nutzte ihn für seine Jagdausflüge. Die elegante Marienbrücke über die Pöllatschlucht ist König Ludwig II. zu verdanken. Ohne sie wäre der aussichtsreiche Aufstieg über den Gratweg gar nicht möglich.

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Kaum woanders scheint die bayerische Königsfamilie greifbarer als in der Gegend um Hohenschwangau.
Den Grundstein dafür legte Ludwig I., weil er seinem Sohn das Hohe Schloss Füssen überlassen wollte. Maximilian interessierte sich jedoch mehr für Schwanstein und ließ die herunter­gekommene Burg zu Schloss Hohenschwangau ausbauen.
So kam es, dass später König Maximilian II. häufig am Tegelberg zur Jagd ging. Sein ehemaliges Jagdhaus ist heute ein Gasthaus mit Übernachtungs­möglichkeit.
Zusammen mit seiner sportlichen Frau Marie von Preußen sowie den Kindern Ludwig und Otto unternahm Maximilian II. außerdem Bergfahrten in die Ammergauer Alpen.
Der bergnarrische König Ludwig II. blieb der Gegend treu. Für romantische Landschaften hatte ja einen Sinn. Mit Schloss Neuschwanstein schuf er dort einen Touristen­magnet von Weltrang.

Gleich zu Beginn dieser königlichen Rundtour am Tegelberg begeistert die wilde Pöllatschlucht mit ihren Kaskaden und Wasserfällen. Vom Gratweg blickt man dann auf den tiefblauen Alpsee und Schwansee. Der Säuling präsentiert sich in seiner ganzen Pracht und hinter jeder Ecke der vielfältigen Ammergauer Bergwelt eröffnen sich neue Postkartenmotive.

Gut, dass das moderate Tagespensum genügend Zeit lässt, sich ausgiebig an der herrlichen Umgebung zu erfreuen. Bei der einen oder anderen Stelle sollte man aber auch den Boden im Auge behalten. Denn der Aufstieg führt ab der Marienbrücke teilweise durch steiles, felsdurchsetztes Gelände und erfordert Trittsicherheit.
Der Abstieg auf dem Ahornreitweg in die Bleckenau erweist sich dagegen als deutlich bequemer.

Hinweis: Der Weg durch die Pöllatschlucht ist seit 2014 wegen Steinschlaggefahr gesperrt und wird seit Jahren aufwändig saniert. Die Wiedereröffnung musste immer wieder verschoben werden. Voraussichtlich kann sie erst ab Herbst 2018 wieder geöffnet werden.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Durch die Pöllatschlucht

In Hohenschwangau befindet sich gegenüber der Bushaltestelle ein Parkplatz mit alten Bäumen. Dahinter verläuft ein Kiesweg links zur Pöllatschlucht. An ihrem Eingang steht die verfallene und abgebrannte Gipsmühle, in der früher Gips aus der Bleckenau zerkleinert wurde.
Um das erste Stück der Klamm1 passierbar zu machen, wurde ein Metallsteg an der Felswand befestigt. Nach dieser Engstelle ist hoch oben schon die Marienbrücke zu sehen. Unter ihr stürzt der wunderbare Pöllatfall herab. Über viele Stufen wird dann eine schmale Teerstraße erreicht, auf der die Touristenscharen zur Marienbrücke strömen. Nur wer zeitig dran ist, kommt ohne Gedränge hinüber.

Gratweg von der Marienbrücke

Hinter der Marienbrücke2 startet der Steig zum Tegelberg und umfängt einen nach dem Rummel rings um Neuschwanstein mit wohltuender Stille. In vielen kurzen Serpentinen wird schnell an Höhe gewonnen. Dabei genießt man prächtige Ausblicke auf die Seen und hinüber zum Säuling. Zwischendrin gibt es ein paar felsige, abschüssige Stellen. Einige Meter sind sogar mit Seilsicherung versehen.
An einem Absatz vor dem Tegelbergkopf3 wechselt der Weg in den dichter bewaldeten Nordhang, wobei alternativ eine Überschreitung des Tegelbergkopfs (I) möglich wäre.

Auf den Tegelberg

Nach dem Gratweg wird die Strecke breiter und quert längere Zeit gen Osten. Je näher die Seilbahn rückt, umso mehr Seilbahnfahrer kommen entgegen. Zudem stoßen viele Klettersteiggeher aus der Gelben Wand hinzu. Bald nach dem Gelben Wandschrofen trifft unser Weg am Grüble unterhalb des Branderschrofens auf den Schutzengelweg. Das ist der wohl beliebteste Aufstieg. Dort spitz rechts und am Tegelberghaus vorbei in wenigen Minuten zur Bergstation4.

Zum Branderfleck

Wer noch auf den Branderschrofen möchte, muss sich beim Startplatz der Drachenflieger oft in eine lange Schlange einreihen. Ein wenig ruhiger ist es am Ahornreitweg. Dazu quert man auf einem abwechslungsreichen Steig die steilen Grashänge des Branderschrofens nach Osten.
Vom Jagdhaus bis zum Sattel am Branderfleck5 wurde übrigens nicht geritten. Der Steig ist dafür zu schmal.

Abstieg auf dem Ahornreitweg

Am Branderfleck, wo sich mehrere Wege treffen, beginnt der eigentliche Reitweg. Er schlängelt sich in Serpentinen nach Westen hinab in den Ahorngraben. Nahe der Pöllat gelangt man an das Bleckenau­sträßchen. Zur Einkehr im Berggasthaus Bleckenau ginge es links. Ansonsten der Beschilderung Richtung Hohenschwangau folgend entlang der Pöllat durchs Jugendtal6. Am Ende kommt man wieder bei der Marienbrücke heraus. Von dort links auf dem Touristen-Fußweg abwärts nach Hohenschwangau.