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Burgruine Werdenfels und Pflegersee

Vielseitige Wanderung zu Füßen des Kramers

(aktualisiert am )

Die Burgruine Werdenfels und der nahe gelegene Pflegersee lassen sich gut zu einer abwechslungsreichen Rundwanderung verbinden. Dabei gibt es unterwegs noch so manches zu entdecken, wie beispielsweise den Gletscherschliff bei Farchant, die Buckelwiesen am Reschberg und Fossilien im Lahnenwiesgraben.


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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Auf die Spielleite
    2. Reschbergwiesen
    3. Zum Pflegersee
    4. Burglehrpfad zur Ruine Werdenfels
    5. Rückweg nach Farchant
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (7 Fotos)
Die Reste des Palas auf der Burgruine Werdenfels.

Die Geschichte der Burgruine Werdenfels ist eng mit derjenigen des Werdenfelser Landes verbunden. An ihrem gepflegten Zustand zeigt sich, dass ihre eine große Wertschätzung entgegengebracht wird. Vor ein paar Generationen wurde sie allerdings noch als Steinbruch verwendet.
Schon bevor das Hochstift Freising 1294 die Grafschaften Partenkirchen und Mittenwald erwarb, muss die Burg Werdenfels existiert haben. Ihre Ursprünge liegen aber leider im Dunkel der Geschichte.
Die beiden Grafschaften von Partenkirchen und Mittenwald verschmolzen damals zur Grafschaft Werdenfels. Deren zentraler Verwaltungssitz war bis in die frühe Neuzeit die Burg Werdenfels. Im Zuge der Säkularisation fiel die Grafschaft 1802 an das Königreich Bayern. Die Burg war damals bereits seit Langem eine Ruine.

Verwaltet wurde die Grafschaft von einem so genannten Pfleger. Daher auch der Name Pflegersee. Ursprünglich wurde der See zur Wasserversorgung der Burg sowie zur Fischzucht aufgestaut. Im Sommer wird er als Badesee genutzt.

Pflegersee und Ruine sind durch den Burglehrpfad Werdenfels miteinander verbunden. Auf ihm werden verschiedene Bodendenkmäler erläutert, die in Zusammenhang mit der Erbauung der Burg stehen – unter anderem Anlagen zur Kalkherstellung und ein Steinbruch.

Für den Hinweg empfehle ich, einen Schlenker über die Reschbergwiesen zu machen. Von dort hat man einen ausgezeichneten Blick auf die Nordseite des Kramers. Vor allem der hervorstehende Königsstand ist beeindruckend. Außerdem kommt man bei dieser Strecke durch den Lahnenwiesgraben, in dem sich mit etwas Glück und Ausdauer Fossilien finden lassen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

340 m12 km2:50 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die Wanderung verläuft auf einfachen, meist breiten Wegen und stellt nur geringe Anforderungen an die Kondition. Sie ist auch sehr gut beschildert, so dass nicht zwingend eine Wanderkarte benötigt wird. Gerade für Familien mit kleineren Kindern eine ideale Unternehmung.

Wegbeschreibung

Auf die Spielleite

Auf der Bahnhofstraße geht es ins Dorfzentrum von Farchant. Anfangs gelten die Wegweiser zu Schafkopf, Brünstlkopf und Notkarspitze. An der Kirche rechts halten und dem Spielleitenweg zum Waldrand folgen. Dort den Steig links neben dem Spielplatz nehmen, der im Wald die Spielleite1 hinaufführt. Man beachte die schönen Felsstufen im Plattenkalk. Weiter oben ist ein freigelegtes Stück Gletscherschliff zu sehen.
Das Spielleitenköpfl rechter Hand scheint uninteressant zu sein. Der Weg passiert die Kuppe unterhalb. Zu sehen gibt es zwar tatsächlich nichts, aber archäologisch ist der Ort bedeutsam. Denn auf dem Spielleitenköpfl wurde ein bronze- und eisenzeitlicher Brandopferplatz ausgegraben.

Reschbergwiesen

Wenn das Gelände oberhalb der Spielleite flacher wird, an einer Verzweigung links wenden. Also nun nicht mehr Richtung Schafkopf. Man landet bald auf einer Kiesstraße, die einen Bogen um den Grubenkopf macht und gelangt danach hinaus zu den buckligen Reschbergwiesen2. Diese Buckelwiesen sind im Werdenfelser Land weit verbreitet. Sie gelten wegen ihres Artenreichtums als ökologisch äußert wertvoll.

Zum Pflegersee

Die Reschbergwiesen mit ihren verstreut stehenden Heuschobern werden westwärts in ihrer ganzen Länge durchquert. Schließlich taucht der Weg links in den Lahnenwiesgraben3 ab. An der Brücke gibt es einige Meter bachaufwärts beim so genannten Schneckengraben eine geeignete Stelle, um nach Fossilien zu suchen. Auf der anderen Seite des Lahnenwiesgrabens wandern wir dann bergab zum Pflegersee4 mit Gasthaus und Freibad.

Burglehrpfad zur Ruine Werdenfels

Am Pflegersee beginnt der Burglehrpfad Werdenfels, der mehrere Bodendenkmäler abklappert. Er nimmt daher nicht die schnellste Verbindung, sondern leitet uns kreuz und quer durch den Wald. Der Lehrpfad endet bei der Burgruine Werdenfels5.
Nebenan steht das Gasthaus Werdenfelser Hütte. Vom Burghof hat man einen wunderbaren Blick über das Loisachtal. Auf der gegenüberliegenden Talseite lässt sich der Wasserfall unter der Kuhfluchtquelle erkennen.

Rückweg nach Farchant

Wir verlassen die Burg nach der Besichtigung durch den nördlichen Hinterausgang. Der sich anschließende Steig überwindet einen kleinen Graben und mündet wenig später in einen Fahrweg. Auf diesem talwärts. Unten am Waldsaum zurück nach Farchant laufen.