Petersberg und Hohe Asten (1104 m)

Wanderung zum höchsten Bauernhof Deutschlands

Petersberg und Hohe Asten zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen im bayerischen Unterinntal. Der einfache, nicht zu lange Aufstieg ist ideal für eine entspannte Halbtageswanderung und zu jeder Jahreszeit problemlos möglich. Obendrein sorgen gleich zwei herrlich gelegene Gasthäuser für gute Laune.

Die romanische Kirche auf dem Petersberg gehörte ursprünglich zu einem Kloster.

Die Einöde der Hohen Asten besteht aus zwei Bergbauern­höfen. Während der Vorderastenhof nur mehr als Feriensitz dient, gilt der Hinterastenhof als höchster ganzjährig bewirtschafteter Bauernhof Deutschlands. Aber stimmt das auch? Die Zehrenhöfe bei Unterjoch im Allgäu liegen noch ein paar Zehnermeter höher. Und die Esterbergalm bei Garmisch wird schon länger als Bauernhof betrieben. Die Tiere bleiben dort ganzjährig auf einer Höhe von über 1260 Metern. Mit Superlativen muss man also vorsichtig sei.

Als Asten werden eigentlich Voralmen mit Futterställen bezeichnet. Asten wurden in der Übergangszeit vor und nach der sommerlichen Hauptsaison genutzt. Aus diesen Voralmen konnten sich auch Dauersiedlungen entwickeln, wie im Fall der Hohen Asten.

Neben der Viehhaltung wird am Hinterastenhof eine Gastwirtschaft betrieben, in der Gerichte aus der eigenen Produktion serviert werden. Bei schönem Wetter schweift der Blick von der Terrasse über das Inntal bis tief hinein ins Gebirge. Ein tolles Panorama! Direkt im Süden hat man allerdings den Wildbarren vor der Nase.

Die Gegend um Flintsbach überzeugt nicht nur landschaftlich, sondern ist auch historisch sehr interessant. Die Siedlungsspuren auf dem Petersberg, der Rachelburg und der Burgau unterhalb der Rachelburg reichen bis in die Bronzezeit zurück. Mehrere seit den 1990er Jahren durchgeführte Ausgrabungen, Hortfunde sowie Lesefunde durch Sondengänger belegen das.
Im Mittelalter bewachten verschiedene Burgen diese strategisch bedeutsame Stelle im Inntal. Während sich die wenigen Mauerreste der hoch gelegenen Burgruine Ober-Falkenstein schwer auffindbar im Wald verstecken, steht die besser erhaltene Burgruine Unter-Falkenstein direkt am Wanderweg zum Petersberg.

Geotipp: Südöstlich von Fischbach befindet sich neben der Autobahn ein Gletschergarten. Das Geotop entstand durch den Inn-Gletscher, der dort einen Riegel aus Wettersteinkalk abschliff. Der Gletscherschliff von Fischbach zählt zu den schönsten Geotopen Bayerns.

Tourcharakter und Schwierigkeit

715 m 11 km3:40 h

Anspruch■■■■■■T2
Kondition■■■■■■
Orientierung■■■■■■
Die einfache, familientaugliche Wanderung zur Hohen Asten eignet sich das ganze Jahr über. Viel los ist meistens schon. Im Winter vereist die Kiesstraße häufig und lässt sich dann nur schlecht gehen.
Wer die Burgruine Ober-Falkenstein und die Rachelschlucht sehen möchte, braucht eine Pfadfindernase. Ansonsten sind die Wege aber alle gut beschildert.

Wegbeschreibung

Auf den Petersberg

Der Bergfried von Unter-Falkenstein war lange Zeit bewohnt. Heute wird er von der Umwelt-, Kultur- und Sozialstiftung im Landkreis Rosenheim genutzt, welche die Burg 2009 erwarb.

Bereits am Flintsbacher Bahnhof ist der Petersberg mit der Kirche oben zu sehen. Doch zunächst ist die Burgruine Unter-Falkenstein1 dran. Sie thront nur wenige Minuten vom Ortskern entfernt über dem Inntal. Eine Besichtigung der aufwändig sanierten Anlage lohnt sich. Schautafeln informieren über ihre Geschichte.
Beim Parkplatz unterhalb der Ruine startet der steile Fahrweg durch den so genannten Hundsgraben Richtung Petersberg und Hohe Asten. Die vermeintlichen Abkürzer ignoriert man am besten, um sich nicht zu verlaufen. Wir kommen nun an ein paar netten Wasserfällen vorbei. Später beschreibt der Weg einen weiten Bogen um den Petersberg2, bis es schließlich spitz links zu selbigem hinaufgeht. Ursprünglich hieß die Kuppe einmal Kleiner Madron. Das schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelte Plateau beherbergte im Mittelalter ein Kloster, von dem noch heute die romanische Wallfahrtskirche St. Peter am Madron zeugt. Bei der Kirche steht, wie es sich gehört, auch ein Gasthaus.

Von der Wiese hinter dem Gasthaus hat man einen tollen Blick auf den Felssporn der Maiwand. Wer mag, könnte gleich von da auf einem schmalen, etwas ausgesetzten Steig vom Petersberg hinab. Das ist kürzer als der reguläre Weg. Die Stufen wurden sicher vor langer Zeit in den Fels geschlagen. Vielleicht ein alter Fluchtweg?

Hohe Asten

Der prachtvolle Berggasthof Hohe Asten ist ganzjährig geöffnet.

Nach dem Abstecher zum Petersberg geht es auf dem Fahrweg weiter. Bald kommt das Gehöft vom Bauer am Berg3, an dem der so genannte Sommerweg rechts abzweigt. Ortsunkundige Wanderer übersehen diese Stelle häufig und bleiben auf dem längeren Fahrweg. Bei Nässe kann der Sommerweg sehr morastig sein. Neben dem Bauernhaus führt der Sommerweg über eine sumpfige Wiese in den Wald hinein. Man darf sich nun von den unbezeichneten Querwegen nicht aus dem Konzept bringen lassen und orientiert sich konsequent nach links oben. Sobald der Weg ins Freie wechselt, rechts über eine Weide und an zwei großen Bäumen vorbei zur Hohen Asten4 hinauf.Wer noch Kraft hat und einen schönen Aussichtsgipfel besteigen möchte, könnte in etwa einer Stunde auf den Großen Riesenkopf wandern oder etwas näher auf den Rehleitenkopf.

Rückweg über den Wagnerberg

Beim Abstieg kann man zur Abwechslung den Weg über den Wagnerberg nehmen. Dazu an der Westseite des Petersbergs bei der spitzen Kurve links abzweigen. Die Strecke zum Wagner am Berg ist gut beschildert, was wegen der Querwege auch dringend nötig ist. Das denkmal­geschützte Bauernhaus am Wagnerberg5 steht recht idyllisch auf einer kleinen Lichtung.

Rachelburg und Rachelschlucht

Von der Wegbiegung kurz vor dem Wagner am Berg wäre ein Abstecher zur Burgruine Ober-Falkenstein möglich. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Rachelburg. Sehenswert ist außerdem die schaurige Felskluft der Rachelschlucht. Der Eingang zur Schlucht wurde durch einen Felssturz versperrt, aber man kann von oben hineinblicken.
Zur Rachelburg und Rachelschlucht zweigt man an der genannten Biegung rechts auf einen untergeordneten Weg ab, läuft ostwärts über die Wiese des ehemaligen Burgangers (Burgau) und biegt hinter einem Stadel links in den Wald. Vorsicht am Weidezaun. Nun entweder direkt zwischen den wild umher­liegenden Felsblöcken empor oder auf dem recht verfallenen alten Zugang.
Durch den westlichen Teil des Burgfelsens zieht sich die Kluft der Rachelschlucht. Am östlichen Ende befinden sich die wenigen Mauerreste der Rachelburg6. Sie diente beim Bau von Unter-Falkenstein wohl als Steinbruch und wurde nahezu komplett abgetragen. Raubgrabungen verursachten weitere Schäden.

Philosophenweg nach Flintsbach

Nördlich des Anwesens am Wagnerberg dreht der Wanderweg links in eine abschüssige Flanke, tangiert eine winzige Lichtung und zieht sich dann am Bachbett des Maigrabens talwärts. Rechter Hand den sehenswerten Philosophenfall7 beachten, der vom Wasser des Maigrabens gespeist wird. Unten im Tal wandert man auf dem Philosophenweg im Schatten der Rachelwand zum Ausgangspunkt zurück.