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Petersberg und Hohe Asten (1104 m)

Wanderung zum höchsten Bauernhof Deutschlands

Petersberg und Hohe Asten zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen im bayerischen Unterinntal. Der einfache, nicht zu lange Aufstieg ist ideal für eine entspannte Halbtageswanderung und zu jeder Jahreszeit problemlos möglich. Obendrein sorgen gleich zwei herrlich gelegene Gasthäuser für gute Laune. Veröffentlicht am (aktualisiert am )

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Auf den Petersberg
    2. Hohen Asten
    3. Zurück über den Wagnerberg
    4. Abstecher zur Burgruine Ober-Falkenstein
    5. Philosophenweg nach Flintsbach
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (8 Fotos)
Die romanische Kirche auf dem Petersberg über Flintsbach gehörte ursprünglich zu einem Kloster.

Hinterasten gilt derzeit als höchster ganzjährig bewirtschafteter Bauernhof Deutschlands. Der Vorderastenhof wird nur noch als Feriensitz genutzt. Früher gab es mit Gerstruben im Allgäu zumindest ein noch höher gelegeneres Bauerndorf.
Als Asten werden eigentlich Voralmen mit Futterställen bezeichnet. Asten wurden in der Übergangszeit vor und nach der sommerlichen Hauptsaison genutzt. Aus diesen Voralmen konnten sich auch Dauersiedlungen entwickeln, wie im Fall der Hohen Asten.

Neben der Viehhaltung wird am Hinterastenhof eine Gastwirtschaft betrieben, in der Gerichte aus der eigenen Produktion serviert werden. Bei schönem Wetter schweift der Blick von der Terrasse übers Inntal bis tief hinein ins Gebirge. Im Süden hat man allerdings den Wildbarren vor der Nase.

Die Gegend überzeugt nicht nur landschaftlich und kulinarisch, sondern ist auch sehr geschichtsträchtig. Die Siedlungsspuren auf dem Petersberg und der Burgau oberhalb der Rachelwand reichen bis in die Bronzezeit zurück. Ausgrabungen belegen das.
Im Mittelalter bewachten nacheinander die Burgen Ober- und Unter-Falkenstein diesen strategisch wichtigen Platz im Inntal. Während sich die wenigen Mauerreste der höher gelegenen Burgruine Ober-Falkenstein schwer auffindbar im Wald verstecken, steht die besser erhaltene Burgruine Unter-Falkenstein direkt am Wanderweg zum Petersberg.

Geotipp: Südöstlich von Fischbach befindet sich neben der Autobahn ein Gletschergarten. Das Geotop entstand durch den Inn-Gletscher, der dort einen Riegel aus Wettersteinkalk abschliff. Der Gletscherschliff von Fischbach zählt zu den schönsten Geotopen Bayerns.

Tourcharakter und Schwierigkeit

720 m11 km3:30 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Auf den Petersberg

Der übliche Ausgangspunkt befindet sich bei der Burgruine Falkenstein1 südlich von Flintsbach. Sie liegt nur ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt. Am Wanderparkplatz sind bereits Petersberg und Hohe Asten ausgeschildert. Man bleibt am besten auf dem Fahrweg und ignoriert die Abkürzer rechter Hand, die landschaftlich wenig reizvoll sind.
Wir kommen nun im so genannten Hundsgraben an netten Wasserfällen vorbei, bevor der Weg einen Bogen um den Petersberg macht. Nicht lange, dann geht es links zum Petersberg2 hinauf. Ursprünglich hieß er mal Kleiner Madron. Das schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelte Plateau beherbergte im Mittelalter ein Kloster, von dem noch heute die romanische Kirche zeugt. Bei der Kirche steht, wie es sich gehört, auch ein Gasthaus.
Von der Wiese hinter dem Gasthaus hat man einen tollen Blick auf den Felssporn der Maiwand. Wer mag, könnte gleich von da aus auf einem Steiglein vom Petersberg hinab. Das ist etwas kürzer als der reguläre Weg.

Hohen Asten

Nach dem Abstecher zum Petersberg wandert man auf dem Fahrweg weiter. Bald darauf kommt das Gehöft vom Bauer am Berg3, an dem der so genannte Sommerweg rechts abzweigt. Ortsunkundige Wanderer übersehen diese Stelle häufig und bleiben auf dem längeren Fahrweg. Bei Nässe kann der Sommerweg sehr morastig sein. Neben dem Bauernhaus führt der Sommerweg über eine sumpfige Wiese in den Wald hinein. Man darf sich nun von den unbezeichneten Querwegen nicht aus dem Konzept bringen lassen und orientiert sich konsequent nach links oben. Sobald der Weg ins Freie wechselt, rechts über eine Weide und an zwei großen Bäumen vorbei zur Hohen Asten4 hinauf.

Zurück über den Wagnerberg

Beim Abstieg kann man zur Abwechslung den Weg über den Wagnerberg nehmen. Dazu an der Westseite des Petersbergs bei der spitzen Kurve links abzweigen. Die Strecke zum Wagner am Berg ist gut beschildert, was wegen der Querwege auch dringend nötig ist. Das denkmal­geschützte Bauernhaus am Wagnerberg5 steht recht idyllisch auf einer kleinen Lichtung.

Abstecher zur Burgruine Ober-Falkenstein

Kurz vorm Wagner am Berg wäre rechts ein Abstecher zur Burgruine Ober-Falkenstein möglich. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Rachelburg. Sehenswert ist außerdem die schaurige Felskluft der Rachelschlucht. Ihr Zugang wurde durch einen Felssturz versperrt, aber man kann von oben hineinblicken.
Dazu zunächst ostwärts über die Wiese des ehemaligen Burgangers (Burgau) laufen. Hinter einem Stadel links in den Wald. Vorsicht am Weidezaun. Zwischen wild umher­liegenden Felsblöcken geht es zu einem Einschnitt im Burgfelsen empor. Durch den westlichen Teil zieht sich die Kluft der Rachelschlucht. Am östlichen Ende befinden sich die wenigen Mauerreste der Rachelburg6. Sie diente beim Bau von Unter-Falkenstein als Steinbruch und wurde nahezu komplett abgetragen.

Philosophenweg nach Flintsbach

Nördlich des Anwesens am Wagnerberg dreht der Wanderweg links in eine abschüssige Flanke und zieht sich dann am Riesenberggraben talwärts. Den sehenswerten Philosophenfall7 beachten, der vom Wasser des Maigrabens gespeist wird. Unten auf dem Philosophenweg an der Rachelwand entlang zum Ausgangspunkt zurück.