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Schinder (1808 m)

Rundtour über Trausnitzalm und Schindertor

(aktualisiert am )

Der Schinder bietet eine abwechslungsreiche Bergtour mit prachtvoller Aussicht. Beim Abstieg durch das originelle Schindertor ins Schinderkar gibt es eine nette kleine Klettereinlage und eine rasante Abfahrt im Geröll. Überlaufen ist der Schinder trotz alledem nicht.


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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Trausnitzalm
    2. Auf den Österreichischen Schinder
    3. Zum Schindertor
    4. Abstieg durchs Schinderkar
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (9 Fotos)
Ein Drahtseil und Eisenstifte helfen durchs Schindertor.

Von Norden her betrachtet fällt der Schinder sofort durch seine markante Silhouette auf, in deren Mitte die Einschartung mit dem Schindertor liegt. Sie trennt den Bayerischen vom Österreichischen Schinder. Unter den beeindruckenden Felswänden schließen sich riesige Geröllfelder an, die sich in den Kessel des Schinderkars ergießen.

Die stark zerklüfteten Nordabbrüche und die gewaltigen Schuttmassen zu ihren Füßen hängen damit zusammen, dass der Schinder überwiegend aus Hauptdolomit aufgebaut ist. Der spröde Hauptdolomit splittert leicht. Berge aus Hauptdolomit zerbröseln daher förmlich und sind von großen Geröllfeldern umgeben.

Sanfter als die unwirtliche Nordseite präsentiert sich der Schinder nach Süden und Osten, wo mehrere idyllische Almen liegen. Die nur über Steige zugänglichen Almen werden noch sehr traditionell bewirtschaftet.

Der Österreichische Schinder wird übrigens auch Trausnitzberg genannt. Dieser rätselhafte Name stammt von der Trausnitzalm, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Karten noch als Drausenalm erscheint. Die Bezeichnung Schinder kommt wohl von der bayerischen Seite und dürfte sich auf die Steilhänge beziehen. Früher wurde die Alpenrose in manchen Gegenden Schinderblüh oder Schinderlatsche genannt, weil sie auf eben diesen Steilhängen, also den Schindern, wächst.

Tourcharakter und Schwierigkeit

930 m10 km4:20 h

Anspruch■■■■■■ T4 I A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Beim Schinder spielt die Frage der Tourrichtung eine Rolle. Man sieht immer wieder Leute, die sich das Schinderkar hinaufmühen. Sie haben natürlich den nachhaltigeren Blick auf die imposante Felskulisse und kommen an der Nordseite weniger ins Schwitzen. Doch der Aufstieg durch das bröselige Kar ist schon eine recht mühsame Angelegenheit.
Wer das Abfahren beherrscht, sollte das Kar unbedingt bergab nehmen. Es ist das reinste Vergnügen! Man muss nur ein bisschen schauen, wo sich das Geröll am besten zum Abfahren eignet. Besonders gut geht es, wenn noch sulziger Altschnee drinliegt.

Der Einstieg von oben ins Schinderkar erfolgt durch das natürliche Fenster des Schindertors. Diese Passage ist ziemlich brüchig, aber gut gesichert. Trittsicherheit und etwas Kraxelerfahrung müssen vorausgesetzt werden.
Der Weg von der Valepp über die Trausnitzalm ist dagegen eine reine Bergwanderung und stellt auch Unerfahrene vor keine Probleme.

Wegbeschreibung

Zur Trausnitzalm

Wer direkt beim Forsthaus Valepp startet, muss zuerst zurück zum Straßendreieck an der Johannesbrücke. Dort ein paar Meter entlang der von Rottach-Egern kommenden Mautstraße bis zur Brücke über die Weiße Valepp. Auf der anderen Seite des Bachs befindet sich der Wanderparkplatz an der Brennerklamm1.
Vom Parkplatz führt eine Forststraße steil in den Wald hinauf und beschreibt gleich eine scharfe Kehre. An dieser zweigt links der bezeichnete Steig über die Trausnitzalm zum Schinder ab. Rechts würde es ins Schinderkar gehen. Wir halten uns also links und wandern vorerst mit mäßigem Höhengewinn oberhalb der Valepp in südlicher Richtung. Die Route dreht mit der Zeit nach Westen und durchquert in abschüssigem Gelände einen Graben. Anschließend wird eine Forststraße gekreuzt. Das letzte Stück bis zur Trausnitzalm2 ist ziemlich schweißtreibend.

Auf den Österreichischen Schinder

Bei der Trausnitzalm laufen wir nach links durch die Weide und zweigen an einem Wegweiser rechts zum Schinder ab. Nun kann es in den Latschen ordentlich warm werden. Der Steig gewinnt eine erste Geländestufe. Am Rand eines Kessels wechselt er dann nach Süden auf einen gebogenen Rücken, der sich zum Ostgrat hinaufzieht. Zu guter Letzt am Ostgrat in wenigen Minuten zum Gipfel des Österreichischen Schinders3.

Zum Schindertor

Vom Österreichischen Schinder geht es zunächst durch dichte Latschen am Grat entlang auf den Bayerischen Schinder zu. Zwischendrin gilt es eine mit Drahtseil gesicherte, brüchige Rinne abzuklettern. Vorsicht auf Steinschlag, wenn an der Stelle noch andere unterwegs sind! Kurz danach verlässt man an der Schinderscharte den Weg zum Bayerischen Schinder und steigt nordseitig in die Felsen ab. Bis zum Schindertor4 verläuft ein dickes Drahtseil, das man nicht missen möchte. Einige Eisenstifte helfen im Fenster beim Abklettern einer glatten Wand.

Abstieg durchs Schinderkar

Unter dem Schindertor ist es anfangs steil und schrofig. Die Markierungen leiten nach links aus der Gefahrenzone hinaus.
Im Schinderkar5 lässt sich ein Teilstück abfahren. Es folgen Latschen, lichter Buchenwald und später Fichten. Weiter unten wird der Weg breiter und mündet schließlich in die Forststraße zum Parkplatz an der Brennerklamm. Zuvor hätte man außerdem mehrere Möglichkeiten links zur Schlagalm6 abzuzweigen. Unterhalb der Schlagalm gibt es eine Bushaltestelle. Man könnte von dort auch neben der Weißen Valepp zur Brennerklamm zurückwandern.