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Obere Wettersteinspitze (2296 m)

Markantes Gipfelziel bei Mittenwald

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Die Obere Wettersteinspitze liegt abseits der prominenten Gipfel am östlichen Ende des Wettersteingebirges. Von Mittenwald aus sticht der attraktive Felskegel mit dem hervorspringenden Gemsanger sofort ins Auge. Trotzdem ist auf der Oberen Wettersteinspitze noch echte Gipfelruhe zu finden, was wohl vor allem an der Länge der Bergtour liegt.

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Die Besteigung der Oberen Wettersteinspitze hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ebenfalls von Mittenwald aus erreichbaren Wörner.
Vor allem Wegstrecke und Höhenmeter sind beachtlich. Des Weiteren ist das steile, felsige Gelände oft ausgesetzt. Die Kletterei gestaltet sich durchwegs einfach, zieht sich aber über mehrere Hundert Höhenmeter ordentlich in die Länge. Bei Nässe, Schnee oder Nebel ist die Bergtour in jedem Fall nicht ratsam.

Einige Wanderer steigen übrigens eigens wegen des herrlichen Gemsangers auf, um dort Sonne und Aussicht zu genießen. Keine schlechte Idee! Doch schon bis zum Gemsanger sind alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Nöten, selbst wenn die eigentliche Kletterei erst danach beginnt.

Abgesehen von dem fantastischen Gipfelpanorama mit Arnspitze, Wettersteinwand und Karwendel ist die Perspektive den ganzen Tage über durch hohe Felswände beengt. Umso erfreulicher sind die Tiefblicke auf Lautersee und Ferchensee. Die beiden herrlichen Seen versprechen nach der schweißtreibenden Tour außerdem eine willkommene Abkühlung.

Bike & Hike: Mit dem Mountainbike lässt sich der Hin- und Rückweg deutlich verkürzen. Dabei fährt man idealerweise bis zum Ferchensee. Am Bahnhof Mittenwald gibt es einen Fahrradverleih.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Anmarsch zur Ferchenseehöhe

Wegen der Länge der Tour ist für den Hinweg die schnellste Möglichkeit zu bevorzugen. Dazu begibt man sich auf der Bahnhofstraße ins historische Dorfzentrum von Mittenwald und wendet sich gleich nach der Kirche links. Über die Laintalstraße und den Lauterseeweg geht es hinauf zur Straße Richtung Ferchensee. Die ehemals gekieste Forststraße wurde anlässlich des G7-Gipfels geteert. Hinter dem Lautersee1 gelangt man auf ihr zur Ferchenseehöhe.

Zum Gemsanger

Bei der großen Kreuzung an der Ferchenseehöhe wechselt man wie beschildert links auf einen Steig. Nach anfänglichem Höhengewinn quert dieser fast eben unter den Ferchenseewänden. Später entfernt sich linker Hand der Franzosensteig2, der am Grünkopf vorbei ins Leutaschtal führt. Kurz danach sind wir mit der Wettersteinspitze dran. Zwischen Latschen hindurch wird über der ersten Felsstufe mit Seilsicherung ein steiles Geröllfeld erreicht. An dessen rechtem Rand steigt man höher und bestaunt die Felswände rund um den Kessel. Die näher rückende Schrofenflanke zum Gemsanger wirkt anspruchsvoll, doch der geschickt angelegte Steig überwindet diese Hürde problemlos. An besonders exponierten Stellen wurden Drahtseile angebracht. Auf 1974 m ist schließlich der Gemsanger3 erreicht und lädt mit seiner Grasfläche zum Rasten ein.

Auf die Wettersteinspitze

Die Route vom Gemsanger bis zum Gipfel ist perfekt markiert. Bei schlechter Sicht ist es trotzdem besser, nicht weiter aufzusteigen. Mit einem kleinen Felsriegel, der eine auffällige Schwachstelle aufweist, beginnt die Kletterei zur Wettersteinspitze. Es geht zunächst durch eine Rinne. Danach folgt ein Intermezzo im Geröll, bevor die letzten 200 Höhenmeter zum Gipfel4 in leichtem Klettergelände bewältigt werden.

Ferchensee und Lautersee

Beim Rückweg lässt sich noch ein Abstecher zu den Seen einplanen, wo es auch Einkehr- und Bademöglichkeiten gibt. Dazu hält man sich am Schützensteig kurz vor der Abzweigung des Franzosensteigs links und wandert einen Wiesenpfad am Trommelschlegelgraben hinunter zum Ferchensee5. Anschließend über die Ferchenseehöhe zum Lautersee und an seinem Nordufer entlang. Hinter der Kapelle Maria Königin (erb. 1994) nimmt man am schönsten den Abstieg durchs romantische Laintal6 mit Mariengrotte und netten Wasserfällen. In Mittenwald kommt man wieder auf der Laintalstraße heraus.