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Oberaudorf, Reisach und Niederndorf

Grenzenlos-Wanderweg im Inntal

Die historische Zollhausbrücke bei Reisach verbindet Bayern mit Tirol. Einige Kilometer flussaufwärts überspannt zwischen Oberaudorf und Niederndorf die moderne Autobrücke den Inn. Dank dieser beiden Brücken ergibt sich die Möglichkeit für eine schöne fluss- und grenzüber­schreitende Rundwanderung im Oberinntal.

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Der Eingang zum Inntal wird von Wildbarren und Kranzhorn flankiert.

Wie das Unterinntal ursprünglich einmal aussah, lässt sich heute kaum mehr erahnen. Der Inn dürfte den größten Teil des Tals für sich beansprucht haben. Riesige Kiesbänke säumten wohl seine Ufer gefolgt von undurchdringlichen Auwäldern.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Inn immer stärker in seine Schranken gewiesen. Die Bewohner des Inntals hatten genug von den ständigen Überschwemmungen.Begradigt, verbaut und eingedämmt hat der Inn heute eher den Charakter eines Kanals, denn eines natürlichen Flusses.Allerdings gab der gebändigte Inn damit auch Raum für eine schöne Kulturlandschaft. Burgen, Schlösser, Klöster und Kirchen prägen das Bild des Unterinntals. In den Dörfern stehen schmucke, alte Höfe. Dazwischen liegt viel Grünland mit üppigen Blumenwiesen. Zusammen mit der imposanten Bergkulisse ringsum macht gerade diese Kulturlandschaft den Charme unserer Rundwanderung aus.

Die Kulturlandschaft des Unterinntals ist auch Thema des Grenzenlos-Wanderwegs, dessen Schilder unterwegs immer wieder auffallen. Gleich auf zwei seiner Etappen widmet sich der Grenzenlos-Wanderweg der abwechslungsreichen Gegend um Oberaudorf, Reisach und Niederndorf. Seine interessanten Schautafeln informieren unter anderem über Kultur, Geologie und Pflanzenwelt.

Tourcharakter und Schwierigkeit

320 m 14 km3:20 h

Anspruch■■■■■T1
Kondition■■■■■■
Orientierung■■■■■
Die Wanderung ist durchwegs einfach und nur mäßig anstrengend. Breite Wege wechseln sich mit passablen Steigen ab. Ein paar Nebenstraßen sind ebenfalls mit dabei. Trotz des vielen Auf und Ab kommen insgesamt keine nennenswerten Höhenmeter zusammen.
Auf Tiroler Seite könnte die Beschilderung besser sein.

Wegbeschreibung

Zum Kloster Reisach

Das Kloster in Reisach bei Oberaudorf ist vielen vom Vorbeifahren bekannt. Die schmucke Barockanlage müsste dringend saniert werden.

Wir starten am Bahnhof Oberaudorf und spazieren auf der Reisacher Straße nach Norden zum Auerbach. Dort unter der Bahnstrecke hindurch und über den Auerbach. Anschließend nicht am Auerbach entlang, sondern geradeaus über die Innstraße in den Klosterweg. Wenige Minuten später steht man bereits vor dem Kloster Reisach1.
Die großzügige Anlage wirkt etwas heruntergekommen. Von der Säkularisation blieb das Kloster verschont und beherbergt deshalb eine der letzten vollständig erhaltenen Bettelordens­bibliotheken der Barockzeit. Die Kirche kann besichtigt werden. Klosterführungen finden nicht mehr statt, seit 2019 die letzten Karmeliten das Kloster verließen.

Über die Zollhausbrücke

Auf dem Weiterweg von Reisach zur Zollhausbrücke laufen wir auf der Urfahrnstraße zunächst am Neuen Schloss Urfahrn2 vorbei. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist von außen schlecht einsehbar.
Etwa hundert Meter südöstlich davon liegt das Alte Schloss. Das unauffällige, zweistöckige Gebäude mit Zeltdach wirkt wie ein gewöhnliches Wohnhaus.
Am Ende der Urfahrnstraße links wenden. Dem Grenzenlos-Wanderweg folgend geht es nun unter der Autobahn hindurch. Auf der anderen Seite überspannt die hölzerne Zollhausbrücke den Inn. Genau in der Flussmitte überschreiten wir die Grenze.

Nach Schönau

Bei Zollhaus zuerst links und gleich darauf rechts auf einem Pfad durch eine kleine Weidefläche. Nach einem kurzen Waldstück verläuft sich die Spur in einer Wiese. Dort einfach geradeaus bergauf. Nach Norden hat man einen tollen Blick zum Kranzhorn. Bald tauchen Gehöft und Gasthof Schönau3 auf.

Zur Wallfahrtskapelle Maria Heimsuchung

Ab Schönau hält man sich vorerst an die Wegweiser nach Niederndorf. Der Wanderweg führt am Waldsaum entlang und durch einen Graben zum Hof von Hinterhaunold. Ab da auf einem kleinen Sträßchen weiter. Bei der nächsten Abzweigung nicht links nach Niederndorf, sondern noch auf dem Sträßchen bleiben. Von Vorderhaunold hat man eine fantastische Fernsicht über das Inntal.
Danach geht es ein Stück bergab. Unten links am Steinbruch vorbei bis zu einem Holzlagerplatz. Bei diesem wie beschildert links in einen befestigten Waldweg. Der Aufstieg zur Wallfahrts­kapelle Maria Heimsuchung4 ist gut beschildert. Oben versperren die Bäume ein wenig die Sicht. Vor der schlichten Kapelle stehen einige Rastbänke.

Über Niederndorf zum Inn

Auf der Südseite des Höhenbergs schlängelt sich der Weg von der Kapelle hinab nach Niederndorf5. Unten am Ende des Waldwegs spitz rechts. Niederndorf ist ein hübscher Ort mit liebevoll restaurierten Bauernhäusern. Leider stört die stark befahrene Audorfer Straße, welche zur Innbrücke führt. Das ist auch unser Ziel. Man kann der Audorfer Straße teilweise ausweichen und erst rechts, später links durch den Ort spazieren. Das letzte Stück zur Brücke muss man neben der Straße zurücklegen.

Auerburg und Oberaudorf

Der Blick von der Ruine Auerburg zum Kaisergebirge ist fantastisch.

Nach Überqueren der Innbrücke links wenden. Wir passieren ein Altwasser und können gleich danach auf einer Brücke über die Autobahn. Anschließend rechts auf den Fußweg wechseln. Hinter einem kleinen Waldstück wird die Bahnstrecke gekreuzt.
Von da lohnt es sich, noch zur Ruine Auerburg6 hinaufzusteigen, auch wenn nur wenige Mauerreste übrig sind. Doch vom Plateau des Schloßbergs hat man eine prachtvolle Aussicht über das Inntal zum Kaisergebirge.
Auf der Nordseite des Schloßbergs geht es an einem vor dem Verfall bewahrten Futterstall hinab nach Oberaudorf. Wer noch etwas Zeit hat, könnte links das Audorfer Museum im Burgtor besuchen. Zuletzt spazieren wir durch das sehenswerte Dorfzentrum zurück zum Bahnhof.