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Notkarspitze (1888 m) von Ettal

Aussichtsreiche Rundtour auf spannenden Steigen

Für die Bergtour von Ettal auf die Notkarspitze gibt es mehrere Möglichkeiten. Sehr schön ist es, durch das Notkar aufzusteigen und anschließend ostwärts über den Kamm zu wandern. Mit Ziegelspitz und Ochsensitz lassen sich dabei noch zwei weitere Gipfel mitnehmen. Aktualisiert am

Zweifellos zählt die Notkarspitze zu den bekanntesten Bergen der Ammergauer Alpen. Die Aussicht ist auch echt nicht übel. Außerdem gibt es viele reizvolle Wege, um hinaufzusteigen. So sind die Wege selbst an schönen Tagen nicht überlaufen. Erst am Gipfel treffen dann die Wanderer aus allen Himmels­richtungen aufeinander. Aber es gibt ja genug Platz oben.

Wo sich heute die Bergfreunde tummeln, wurde früher jedes irgendwie brauchbare Fleckchen als Almweide genutzt. Die Namen Notwald, Notkar und Notalm dürfen durchaus wörtlich genommen werden. Die Benennung erfolgte von der Nordseite her. Das Kloster Ettal bewirtschaftete die schwer zugänglichen Wälder und die kargen, schattigen Almen.
Beim Blick in das Großkar fragt man sich unwillkürlich, wie dort Almwirtschaft überhaupt möglich war. Das Risiko, dass Tiere abstürzten, war sicher hoch. Im Vergleich dazu wirkt das Notkar fast lieblich. Im benachbarten Kotalmkar dürften die Bedingungen kaum besser gewesen sein.

Und wie wurde das Vieh eigentlich in die Kare hinaufgebracht? Die schmalen, engen Steige, welche wir auf unserer Tour nutzen, sind dafür natürlich ungeeignet. Man musste die Tiere deshalb vom Ettaler Sattel über den Ochsensitz zu den Almen treiben.
Alles ziemlich mühsam für ein wenig Gras in gefährlichem Gelände. Kein Wunder, dass die Almen auf der Nordseite in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts alle aufgelassen wurden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1150 m11 km5:10 h

Anspruch■■■■■■ T3 A
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die hier beschriebene Route eignet sich ausschließlich für geübte, trittsichere Wanderer. Es kam an der Notkarspitze schon mehrfach zu tödlichen Bergunfällen!
Auf den schmalen, oft feuchten Steigen an der Nordseite ist große Vorsicht geboten. An besonders gefährlichen und ausgesetzten Stellen wurden Stahlseile angebracht. Wenn Schnee liegt, sollte man die Tour auf jeden Fall besser bleiben lassen.

Wegbeschreibung

Zur Ettaler Mühle

Gegenüber von Kloster Ettal führt der Notalmweg aus dem Ort hinaus und über eine Wiese zum Waldrand. Dort nach rechts Richtung Ettaler Mühle wenden. Nicht davon irritieren lassen, dass die Notkarspitze links ausgeschildert ist. Dabei handelt es sich um die Strecke über den Ettaler Sattel.
Wir wandern nun im Waldschatten fast bis zur Ettaler Mühle1, zweigen aber kurz davor an der Kläranlage links ab. Ein paar Meter weiter beginnt dann der Steig zur Notkarspitze.

Notkarspitze via Großkar

Die ersten 500 Höhenmeter zieht sich der Steig gnadenlos steil bergauf. Immer wieder gibt es kurze gesicherte Stellen. Nebenan rauscht der Bach durch den Ziegelgraben. Ein paar Mal sieht man ins Tal hinab zum Ettaler Weidmoos.
Hinter einer Geländekante erblickt man dann völlig unerwartet die Notkarspitze. Freilich ist sie noch weit entfernt. Als Nächstes folgt eine lange Querung oberhalb des Großkars hinein ins höher gelegene Notkar2. Dieser Abschnitt ist teilweise leicht ausgesetzt.
Im flachen Boden des Notkars erinnert die üppige Lägerflur daran, dass dort vor langer Zeit Vieh weidete. Im Kar dreht der Steig nach rechts und erklimmt den Nordrücken der Notkarspitze. Durch eine Latschengasse geht es von da zügig auf den Gipfel3.

Kammweg über den Ziegelspitz

Vom Gipfel der Notkarspitze laufen wir ostwärts am Kamm entlang durch ausgedehnte Latschenfelder. Zum Ziegelspitz4 gibt es einen kleinen Gegenanstieg. Von diesem Nebengipfel bietet sich nochmals eine gute Aussicht.
Nach dem Ziegelspitz werden die Latschen weniger und wir erreichen bald die locker bewaldete Erhebung am so genannten Ochsensitz5.

Abstieg nach Ettal

Östlich des Ochsensitzes liegt die kleine Lichtung der ehemaligen Notalm6. Hinter dieser findet sich links eine unauffällige Abzweigung. Das ist der schnellste Abstieg nach Ettal. Ein Schild warnt vor der Gefährlichkeit. In der Tat wird der Steig nach einem moderaten Start bald schmal und steil. Die paar felsigen Stellen sind gesichert. Insgesamt ist es etwas einfacher als der Aufstieg von der Ettaler Mühle. Unten im Tal trifft man wieder auf den Hinweg.
Alternativ könnte man an der Notalm auch geradeaus weiterwandern. Dieser Weg über den Ettaler Sattel7 ist zwar bequemer, dafür aber auch mehr als doppelt so lang.

Tourskizze