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Stuiben (1749 m) und Steineberg

Bergtour in der Nagelfluhkette

Schroffe Abbrüche nach Norden, steile Grashänge im Süden und bizarre Felsrippen prägen das Erscheinungsbild der Nagelfluhkette. Diese spannende Landschaft garantiert jede Menge Abwechslung beim Wandern. Hat man erst einmal den Kamm erreicht, lässt sich ohne große Mühe ein Gipfel nach dem anderen abklappern. Veröffentlicht am (aktualisiert am )

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Von der Gunzesrieder Säge nach Wiesach
    2. Aufstieg zum Stuiben
    3. Zum Steineberg
    4. Bärenkopf
    5. Abstieg über die Vordere Krumbachalpe
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Die Leiter am Steineberg kostet abwärts ein bisschen Überwindung.

Die Nagelfluhkette ist sicher eines der interessantesten Wandergebiete in den Allgäuer Voralpen.
Beliebt ist vor allem der Kamm vom Hochgrat zum Mittagberg. Mit Seilbahn­unterstützung lässt sich dieser Abschnitt gut an einem Tag schaffen.
Mindestens zwei Tage erfordert dagegen die komplette Überschreitung, welche übrigens auch zum Maximilianswegs gehört.

Die hier beschriebene Runde startet im Gunzesrieder Tal. Das stille Hochtal liegt im Süden der Kette. Gerade im Frühjahr sind die Wege aus dem Gunzesrieder Tal eine gute Wahl, weil dort dann schon alles blüht, während auf der Nordseite noch Schnee liegt.

Wie der Name schon sagt, besteht die Nagelfluhkette überwiegend aus Nagelfluhgestein, einem grobkörnigen Konglomerat, in dem Geröll und Kies fest miteinander verbacken sind. In der Nagelfluh können die unterschiedlichsten Gesteinsarten enthalten sein. Eben alles, was von einem Alpenfluss so mittransportiert und irgendwo abgelagert wird. In der Nagelfluhkette dominieren allerdings Gerölle aus Kalkstein.Die Gerölle der Nagelfluhkette entstammen alpinem Erosionsmaterial, das vor 30 Millionen Jahren in riesigen Schotterbänken abgelagert wurde.Damals begannen sich die Alpen zu heben, wodurch auch die Erosionsprozesse einsetzten. Viele Millionen Jahre später wurden die inzwischen zu Nagelfluh verfestigten Bänke durch die fortschreitende Gebirgsfaltung emporgedrückt. So entstanden aus dem ehemaligen Erosionsmaterial wieder neue Berge.
Die für die Nagelfluhkette so typischen Felsrippen wurden durch die Abtragung weicher Zwischenschichten herausmodelliert.

Tipp: Wer mehr über diese wertvollen Natur- und Kulturlandschaft erfahren möchte, kann sich beim Naturpark Nagelfluhkette informieren.

Tourcharakter und Schwierigkeit

900 m14 km5:00 h

Anspruch■■■■■■ T4 A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Kamm der Nagelfluhkette verlangt vielerorts nach Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Besonders zwischen Stuiben und Steineberg gibt es einige ausgesetzte, felsige Stellen, die aber alle gesichert sind. Echte Kletter­schwierigkeiten sind nicht zu bewältigen.
Die Nagelfluh mit ihren zusammen­gebackenen Flusskieseln bietet den Schuhen verglichen mit Kalkstein oder Granit einen schlechteren Halt. Hinzu kommt die lehmige Erde. Bei Nässe oder gar Schnee ist der Grat riskant und nur Bergerfahrenen anzuraten. Wenn Gewittergefahr besteht, unbedingt meiden.

Wegbeschreibung

Von der Gunzesrieder Säge nach Wiesach

Bei der Bushaltestelle Gunzesrieder Säge überquert man zunächst den Aubach, der sich dort mit dem Ostertalbach zur Gunzesrieder Ach vereint. Drüben rechts wenden und bei der nächsten Gelegenheit links zur Alpe Vorderschönbuch. Genau vor dem Anwesen führt ein Steig durch Wald und Wiesen hinauf nach Wiesach. Zu dem kleinen Almdorf Wiesach1 gehören auch ein Jagdhaus und eine Kapelle.

Aufstieg zum Stuiben

Von Wiesach wandern wir gemächlich ansteigend nach Westen über die Falkenalpe zur Ornachalpe2. Direkt an der Ornachalpe zweigt dann rechts der Steig zum Stuiben ab. In einer bewaldeten Rinne gewinnt man schnell an Höhe und gelangt nahe der verfallenen Rothenalpe wieder ins Freie. Darüber steilt das Gelände nochmals auf und ist bei Nässe unangenehm schmierig. Möglichst genau an den markierten Weg halten, um die arg mitgenommene Vegetation nicht noch mehr zu schädigen. Schließlich wird der Kamm im Sattel zwischen dem Sederer und dem Stuiben erreicht. Zum Stuibengipfel3 sind es von da nur wenige Minuten.

Zum Steineberg

Hinter dem Stuibengipfel wird es spannend. Seilsicherungen helfen zunächst über eine Platte hinunter. Auf bzw. knapp unterhalb der Schneide windet sich der Steig romantisch um kleine Türme herum. Die Tiefblicke beiderseits sind faszinierend. So gehen fast 150 Höhenmeter verloren, bis man in den Sattel Am Eck4 gelangt. Von Süden stößt dort der Weg aus der Rauhen Schlucht hinzu sowie gleich darauf von Norden derjenige von der Alpe Gund.
Wir wandern vom Sattel Am Eck weiter in Richtung Steineberg und steigen nun wieder bergauf. Dabei geht es durch die langgezogene Mulde der so genannten Graden Gasse. Anschließend folgt der Steig erneut dem felsigen Grat.
Kurz vorm Steineberg kommt mit der Grauen Wand die vielleicht knackigste Stelle – eine geneigte Platte mit guten Tritten. Das Drahtseil dient mehr zur psychologischen Unterstützung. Darüber wartet schon das Gipfelkreuz des Steinebergs5, der sich von dieser Seite als sanfter Grasbuckel präsentiert.

Bärenkopf

Nordwärts bricht der Steineberg senkrecht ab. Wenn gerade keine Wanderer herauf wollen, lässt sich in der Nordwand eine 30 Meter hohe Leiter hinabturnen. Wen das abschreckt, dem steht eine einfache Umgehung zur Verfügung.
Als letzter Gipfel für heute kommt nach dem Steineberg noch der Bärenkopf dran. Dazu müssen wir nurmehr bergab. Der Weg ist breit, weicht bei Nässe aber schnell auf.
Der Bärenkopf6 ist ein unscheinbarer, grasbewachsener Buckel. In den 1760er Jahren erlegte dort der Hofjäger Jakob Wechs aus Immenstadt einen Bären. Angeblich war es der letzte Bär, der im Allgäu geschossen wurde.

Abstieg über die Vordere Krumbachalpe

Vom Bärenkopf nimmt man den Pfad nach Südwesten zur Vorderen Krumbachalpe. Nach der Einkehrmöglichkeit geht es dem Fahrweg folgend über die Dürrehornalpe zur Winkelwiesenalpe7. Hinter der Winkelwiesenalpe nicht nach Wiesach laufen. Das wäre ein Umweg. Stattdessen wechselt man erst nach weiteren 100 Metern rechts auf einen Fußweg. Dieser mündet bald in einen Fahrweg, der zurück zum Ausgangspunkt führt.