Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Allgäuer Alpen 

Stuiben (1749 m), Steineberg (1683 m) und Bärenkopf

Im östlichen Teil der Nagelfluhkette

(0)

Schroffe Abbrüche nach Norden, steile Grashänge im Süden und bizarre Felsrippen prägen das Erscheinungsbild der Nagelfluhkette. Diese spannende Landschaft garantiert jede Menge Abwechslung beim Wandern. Hat man erst einmal den Kamm erreicht, lässt sich ohne große Mühe ein Gipfel nach dem anderen abklappern.

Inhalt

Zur Galerie (9 Fotos)

Die Nagelfluhkette ist sicher eines der interessantesten Wandergebiete in den Allgäuer Voralpen. Beliebt ist vor allem der Kamm vom Hochgrat zum Mittagberg. Mit Seilbahn­unterstützung lässt sich dieser Abschnitt gut an einem Tag schaffen. Mindestens zwei Tage erfordert dagegen die komplette Überschreitung. Diese ist übrigens auch Teil des Maximilianswegs. Für kürzere Wanderungen, wie der hier vorgestellten, startet man am besten im Gunzesrieder Tal.

Der Kamm der Nagelfluhkette verlangt vielerorts nach Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Besonders zwischen Stuiben und Steineberg gibt es einige ausgesetzte, felsige Stellen, die aber alle gesichert sind. Echte Kletter­schwierigkeiten sind nicht zu bewältigen. Die Nagelfluh mit ihren zusammen­gebackenen Flusskieseln bietet den Schuhen allerdings verglichen mit Kalkstein oder Granit einen schlechteren Halt. Hinzu kommt die lehmige Erde. Bei Nässe oder gar Schnee ist der Grat riskant und nur Bergerfahrenen anzuraten. Wenn Gewittergefahr besteht, unbedingt meiden.

Tipp: Wer mehr über diese wertvollen Natur- und Kulturlandschaft erfahren möchte, kann sich beim Naturpark Nagelfluhkette informieren.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Aufstieg zum Stuiben

Von der Bushaltestelle Gunzesrieder Säge überquert man den Aubach, welcher sich dort mit dem Ostertalbach zur Gunzesrieder Ach vereint. Drüben rechts wenden und bei der nächsten Gelegenheit links zur Alpe Vorderschönbuch. Genau vor dem Haus führt ein Steig durch Wald und Wiesen hinauf nach Wiesach, einem Almdorf mit Jagdhaus und Kapelle.
Von Wiesach geht es mäßig ansteigend nach Westen an der Falkenalpe vorbei zur Ornachalpe1. Direkt an der Ornachalpe dann rechts zum Stuiben abzweigen. In einer bewaldeten Rinne gewinnt man schnell an Höhe und gelangt nahe der verfallenen Rothenalpe wieder ins Freie. Darüber steilt das Gelände nochmals auf und ist bei Nässe unangenehm schmierig. Möglichst genau an den markierten Weg halten, um die arg mitgenommene Vegetation nicht noch mehr zu schädigen. Schließlich wird der Kamm erreicht. Links befindet sich der Sederer, rechts der Stuiben2. Zum Gipfel sind es nur wenige Minuten. Oben gibt es einen großzügigen Rastplatz.

Zum Steineberg

Nun wird es spannend. Seilsicherungen helfen zunächst über eine Platte hinunter. Auf bzw. knapp unterhalb der Schneide windet sich der Steig romantisch um kleine Türme herum und zwischen Felsen hindurch. Die Tiefblicke beiderseits sind faszinierend. So gehen fast 150 Höhenmeter verloren, bis man in den Sattel Am Eck3 gelangt. Von Süden stößt der Weg aus der Rauhen Schlucht hinzu sowie gleich darauf von Norden derjenige von der Alpe Gund. Wir bleiben in Richtung Steineberg und bewegen uns wieder bergauf. Der folgende Abschnitt durch die so genannte Grade Gasse, eine langgezogene Mulde, ist sehr gemütlich. Anschließend erneut am Grat entlang. Kurz vorm Steineberg kommt mit der Grauen Wand die vielleicht knackigste Stelle, eine geneigte Platte mit guten Tritten. Das Drahtseil dient mehr zur psychologischen Unterstützung. Darüber wartet schon das Gipfelkreuz des Steinebergs4, der sich von dieser Seite als sanfter Grasbuckel präsentiert.

Rückweg über den Bärenkopf

Der Steineberg bricht nordwärts senkrecht ab. Wenn gerade keine Wanderer herauf wollen, lässt sich in der Nordwand eine ca. 30 m hohe Leiter hinabturnen. Wen das abschreckt, dem steht eine einfache Umgehung zur Verfügung.
Der Weiterweg zum unscheinbaren Bärenkopf5 ist bequem, kann bei Nässe aber sehr morastig sein. Vom Bärenkopf nimmt man dann den kleinen Pfad nach Südwesten zur Vorderen Krumbachalpe. Nach der Einkehrmöglichkeit geht es dem Fahrweg folgend über die Dürrehornalpe zur Winkelwiesenalpe6. Hinter der Winkelwiesenalpe nicht nach Wiesach laufen. Das wäre ein Umweg. Stattdessen wechselt man erst nach weiteren 100 m rechts auf einen Fußweg. Dieser mündet bald in einen Fahrweg, der zurück zum Ausgangspunkt führt.