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Rundweg durchs Murnauer Moos

Naturkundliche Wanderung im Pfaffenwinkel

Das Murnauer Moos gilt als größtes zusammen­hängendes Moorgebiet Mitteleuropas. Zum Wandern ist es ganzjährig ein reizvolles Ziel. Am besten lernt man es auf dem informativen Moosrundweg kennen. Er führt vom Hochmoor Langer Filz über die artenreichen Streuwiesen zum ehrwürdigen Ramsachkircherl Ähndl.

Als am Ende der letzten Kaltzeit die Gletscher verschwanden, blieben im Alpenvorland viele so genannte Zungenbeckenseen zurück. Wegen ihrer eher flachen Uferbereiche und des permanenten Nachschubs an Erosionsmaterial aus dem Gebirge neigen diese zur Verlandung. Der Staffelsee beispielsweise war ursprünglich deutlich größer. Teile der ehemaligen Seefläche wandelten sich im Lauf der Jahrtausende zu Mooren. Beim Murnauer Moos ist dieser Prozess weiter fortgeschritten. Abgesehen von einigen winzigen Seen ist die Mulde komplett verlandet, aber noch immer stark durchnässt. Steinbrüche, Entwässerungsgräben, Abtorfung, intensive Landwirtschaft und der Autobahnbau setzten dem Moor in der Vergangenheit schwer zu. Inzwischen ist es größtenteils ein Naturschutzgebiet. So kann es weiterhin einer Vielzahl bedrohter Tiere und Pflanzen Zuflucht bieten. Die Kerngebiete des Moors wurden durch Schließen von Gräben renaturiert. Sie sind nun sich selbst überlassen. Die Streuwiesen werden durch extensive Nutzung vor Verbuschung bewahrt, um ihren Artenreichtum zu erhalten.

Museumstipp: Das Schlossmuseum Murnau beschäftigt sich in seiner Dauerausstellung unter anderem mit dem Murnauer Moos sowie der Geologie des Alpenvorlands.

Wegbeschreibung zur Wanderung

Vom Staffelsee nach Berggeist: Zum Staffelsee gelangt man durch die Fußgänger­unterführung südlich des Murnauer Bahnhofs. Man spaziert ungefähr zwei Kilometer an seinem Südufer entlang. Bei einem Fischweiher und dem Georg-Rauch-Haus der Naturfreunde nach links wenden. Dort geht es den langgezogenen Molassehügel hinauf, der den Staffelsee vom Murnauer Moos trennt.
Oben befindet sich auf der anderen Seite der Hauptstraße der Bahnhof Seeleiten-Berggeist1. Der seltsame Name Berggeist hat wohl mit dem Pechkohleabbau in der Gegend zu tun. Der Heimatforscher Andreas P. Kaiser konnte ganz in der Nähe Spuren von Tagebauaktivitäten und Pingen ausfindig machen.

Moosrundweg zum Ähndl: Wenige Meter südlich von Berggeist wird an einem Aussichtspunkt mit Schautafel der Moosrundweg erreicht. Wir wandern auf diesem gegen den Uhrzeigersinn neben der Gleisstrecke Richtung Moosrain. Das ist der Abschnitt mit dem schönsten Blick über das Moor. Durch Moosrain und Westried geht es kurzzeitig auf einer Straße. Anschließend links hinab ins Murnauer Moos. Man gelangt in einen Wald, der auf Torfboden wächst. Nach einem Privatgrundstück, um das man außen herum muss, kommt mit dem Hochmoor Langer Filz2 ein besonders interessanter Abschnitt. Ein Bohlenweg führt dort an großen Wasserlöchern vorbei. Der dichte Bewuchs an Birken und Moorspirken wird sich in dem renaturierten Bereich wohl nicht dauerhaft halten können. Mittendrin steht ein überdachter Rastplatz. Nach dem Langen Filz wird der Untergrund schnell wieder fester. Der breite Weg folgt dann dem Lindenbach, der bei Bad Kohlgrub entspringt. Hinter der Lindenbachbrücke3 links Richtung Ähndl halten. Mit der Beschilderung Ähndl ist das Ramsachkircherl St. Georg gemeint. Der Lindenbach mündet nun in die Ramsach – ein zumindest teilweise künstlich ausgehobener Bach, der zusammen mit seinen Zuflüssen das Murnauer Moos entwässert. Die von Erlen und Weiden gesäumt Ramsach begleitet uns bis zum Ähndl4. Neben der Barockkirche stehen eine Wirtschaft und ein kleiner Info-Stadl.

Zurück nach Murnau: Direkt am Ramsachkircherl nach Norden den Hügel hinauf. Der Spazierweg macht bald einen Rechtsschwenk und folgt einer Eichenallee. Diese wurde ursprünglich für die Sommerfrischler angelegt und reicht fast bis ins Zentrum von Murnau hinein. An ihrem Ende vor dem Münter-Haus5 nach links und gleich darauf über das Gleis der Ammergaubahn. Bei der Hauptstraße unten durch und danach zum Bahnhof rechts halten.

Tourskizze