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Rundweg durchs Murnauer Moos

Naturkundliche Wanderung im Pfaffenwinkel

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Das Murnauer Moos gilt als größtes zusammen­hängendes Moorgebiet Mitteleuropas. Es ist ganzjährig ein reizvolles Ziel zum Wandern. Der Moosrundweg eignet sich bestens, um das Moor kennenzulernen. Er führt vom Hochmoor Langer Filz über die artenreichen Streuwiesen zum ehrwürdigen Ramsachkircherl Ähndl.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Vom Staffelsee nach Berggeist
    2. Höhenweg nach Westried
    3. Langer Filz
    4. Zum Ähndl
    5. Kottmüllerallee nach Murnau
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (10 Fotos)
Blick vom Aussichtspunkt bei Seeleiten-Berggeist über das Murnauer Moos. Der Berg im Hintergrund ist der Heimgarten.

Wo sich heute das Murnauer Moos erstreckt, schürfte der Isar-Loisach-Gletscher in der Würm-Kaltzeit eine flache Mulde aus. Nur die so genannten Köchel, welche aus sehr hartem Gestein bestehen, widerstanden den Eismassen. Sie ragen als auffällige Hügel aus dem ansonsten brettelebenen Moor heraus.
Nach dem Rückzug des Gletschers bildete sich zunächst ein Zungenbeckensee, der wohl zeitweise das Loisachtal bis Garmisch-Partenkirchen füllte. Im Lauf der Jahrtausende verlandete er. Der permanente Nachschub an Erosionsmaterial aus dem Gebirge hat das sicher beschleunigt. Übrig geblieben sind ein paar kleine Mooraugen.

Denselben Prozess macht auch der Staffelsee durch. Er verlandet von Westen und Norden her, wo sich ebenfalls große Moorflächen befinden.

Steinbrüche, Entwässerungsgräben und Torfabbau setzten dem Murnauer Moos in der Vergangenheit schwer zu. Inzwischen ist es größtenteils ein Naturschutzgebiet. So kann es weiterhin einer Vielzahl gefährdeter Tiere und Pflanzen Zuflucht bieten.
Die Kerngebiete des Moors wurden durch Schließen von Gräben renaturiert. Sie sind nun sich selbst überlassen. Die Streuwiesen werden durch extensive Nutzung vor Verbuschung bewahrt, um ihren Artenreichtum zu erhalten.

Neben dem hier behandelten Moosrundweg gibt es übrigens noch andere lohnende Wege durchs Moor. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat dazu eine naturkundliche Wanderkarte für das Murnauer Moos herausgebracht.

Museumstipp: Das Schlossmuseum Murnau beschäftigt sich in seiner Dauerausstellung unter anderem mit dem Murnauer Moos sowie der Geologie des Alpenvorlands. Es liegt im historischen Zentrum von Murnau.

Tourcharakter und Schwierigkeit

16 km3:30 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Vom Staffelsee nach Berggeist

Zum Staffelsee gelangt man durch die Fußgänger­unterführung südlich des Murnauer Bahnhofs. Man spaziert ungefähr zwei Kilometer an seinem Südufer entlang. Bei einem Fischweiher und dem Georg-Rauch-Haus der Naturfreunde nach links wenden. Dort geht es den langgezogenen Molassehügel hinauf, der den Staffelsee vom Murnauer Moos trennt.
Oben befindet sich auf der anderen Seite der Hauptstraße der Bahnhof Seeleiten-Berggeist1. Der seltsame Name Berggeist hat wohl mit dem Pechkohleabbau in der Gegend zu tun. Der Heimatforscher Andreas P. Kaiser konnte ganz in der Nähe Spuren von Tagebauaktivitäten und Pingen ausfindig machen.

Höhenweg nach Westried

Wenige Meter südlich von Berggeist wird an einem Aussichtspunkt mit Schautafel der Moosrundweg erreicht. Wir wandern auf diesem gegen den Uhrzeigersinn neben der Gleisstrecke Richtung Moosrain. Das ist der Abschnitt mit dem schönsten Blick über das Moor. Durch Moosrain und Westried läuft man kurzzeitig auf einer Straße.

Langer Filz

Von Westried geht es schließlich hinab ins Murnauer Moos. Man gelangt in einen Fichtenwald, der auf Torfboden wächst. So ein Fichtenbewuchs ist typisch für ein entwässertes, ehemaliges Hochmoor. Nach einem Privatgrundstück, um das man außen herum muss, kommt mit dem Hochmoor Langer Filz2 ein besonders interessanter Abschnitt. Ein Bohlenweg führt dort an großen Wasserlöchern vorbei. Der dichte Bewuchs an Birken und Moorspirken wird sich in dem renaturierten Bereich wohl nicht dauerhaft halten können. Mittendrin steht ein überdachter Rastplatz.

Zum Ähndl

Nach dem Langen Filz wird der Untergrund schnell wieder fester und der Weg breiter. Man gelangt an den Lindenbach, der bei Bad Kohlgrub entspringt. Hinter der Lindenbachbrücke3 links Richtung Ähndl halten. Ähndl ist der Kosename für das Ramsachkircherl St. Georg. Das Wort dürfte von Erle abzuleiten sein. Andere vermuten, es könnte Ahnin bedeuten.
Der Moosrundweg folgt nun dem alten, mäandernden Lauf des Lindenbachs. Dessen Wasser fließt allerdings durch eine schnurgerade angelegte Abkürzung. Ein Stück weiter mündet der Lindenbach in die Ramsach. Auch ihr Bachbett wurde künstlich verändert und vertieft. Die von Erlen und Weiden gesäumte Ramsach begleitet uns bis zum Ähndl4. Neben der sehenswerten Barockkirche steht eine Wirtschaft sowie ein kleiner Info-Stadl.

Kottmüllerallee nach Murnau

Direkt vom Ramsachkircherl steigen wir nach Norden den Hügel hinauf. Der Spazierweg macht bald einen Rechtsschwenk und passiert einen beliebten Aussichtsplatz. Bei diesem beginnt die von Eichen gesäumte Kottmüllerallee. Sie wurde ursprünglich für die Sommerfrischler angelegt und reicht fast bis ins Zentrum von Murnau hinein. An ihrem Ende, vor dem Münter-Haus5, nach links und gleich darauf über das Gleis der Ammergaubahn. Bei der Hauptstraße unten durch. Danach zum Bahnhof rechts halten.