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Maria Eck bei Eisenärzt

Wanderung von Ruhpolding entlang der Traun

(aktualisiert am )

Auf dieser beschaulichen Wanderung geht es von Ruhpolding entlang der Traun nach Höpfling. Höhepunkt ist die Wallfahrtskirche Maria Eck oberhalb von Eisenärzt. Bei klaren Wetter hat man von dort einen wundervollen Blick über den Chiemgau und bis zum Chiemsee.

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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Von Ruhpolding nach Eisenärzt
    2. Maria Eck
    3. Von Eisenärzt nach Höpfling
    4. Abstecher zur Mammut-Fundstelle
    5. Siegsdorf
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Die Wallfahrtskirche Maria Eck wurde im Frühbarock erbaut. Während der Säkularisation wäre die Kirche um ein Haar abgerissen worden.

Die Ruhpoldinger Gegend wird vor allem mit bayerischer Alpenidylle und Tradition in Verbindung gebracht. Weithin bekannt ist etwa die jährliche Trachten­wallfahrt nach Maria Eck. Dass diese noch existiert, ist gar nicht so selbst­verständlich. Denn fast wäre Maria Eck der Säkularisation zum Opfer gefallen. Nur durch den beharrlichen Widerstand der Einheimischen konnte die Wallfahrtskirche vor dem Abriss bewahrt werden.

Der Raum Ruhpolding war einst frühindustriell geprägt. Namen wie Eisenärzt, Schmelz, Grub oder Hammer erinnern daran, dass vor allem die Metallgewinnung- und Verarbeitung eine wichtige Rolle spielten. In den Bergen rund um Siegsdorf, Inzell und Ruhpolding wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert Bergbau betrieben. Blei und Zink förderte man vor allem am Rauschberg. Wenig ergiebig waren dagegen die Eisenvorkommen am Scharamberg bei Eisenärzt. Statt des Erzabbaus konzentrierte man sich in Eisenärzt daher auf die Verarbeitung.

Große wirtschaftliche Bedeutung hatte außerdem die Soleleitung von Bad Reichenhall über Siegsdorf nach Traunstein. Bei Eisenärzt passieren wir eine so genannte Aufschlag­wasserleitung, die dem Betrieb einer Pumpe in Siegsdorf diente.

Für die Metallindustrie sowie die Salzgewinnung wurden Unmengen an Holz benötigt. Fichten und Tannen wachsen nicht nur schneller als Laubhölzer, sondern lassen sich wegen ihrer geringeren Dichte auch leichter triften. Die buchenreichen Mischwälder der Chiemgauer Alpen wurden deshalb vielerorts in Nadelforste umgebaut. Noch heute dominieren deshalb die Nadelwälder.

Museumstipp: Überaus lohnend ist ein Besuch im Naturkunde- und Mammut-Museum Siegsdorf. Das Museum erklärt anschaulich die geologischen Besonderheiten des Chiemgaus. Das Original des Siegsdorfer Mammuts wird dort ebenfalls ausgestellt.

Tourcharakter und Schwierigkeit

230 m270 m11 km3:00 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die Wanderwege an der Traun und nach Maria Eck sind überwiegend breit und bestens beschildert. Einige Stellen können batzig sein. Im Winter muss insbesondere entlang der Traun mit überfrierender Nässe gerechnet werden. Von der Länge her lässt sich die Strecke leicht an einem halben Tag schaffen und viele Höhenmeter sind es auch nicht.

Wegbeschreibung

Von Ruhpolding nach Eisenärzt

Wir laufen vom Bahnhof Ruhpolding ungefähr 200 Meter nach Norden und überqueren dann das Gleis. Ein Fußweg führt durch die Wiesen zur Weißen Traun. Man kann nun entweder sofort über die Traun oder erst ein Stück weiter flussabwärts bei Bibelöd1.
Hinter Bibelöd geht es über einen kleinen Kanal, der gleich darauf zurück in die Traun fließt. Nun verengt sich der bis dahin breite Weg zu einem Steig und leitet durch das Steilufer. Ein Seitenbach plätschert herab. An einigen Stellen tritt Wasser direkt aus dem Hang aus, was zur Bildung von Quellkalk führt. Wir werden im Verlauf der Wanderung noch mehr dieser Sinterablagerungen sehen.
An einer Nagelfluhwand2 mit ein paar Kleinhöhlen muss der Weg nach oben ausweichen. Es folgen einige Hundert Meter auf einer Kiesstraße, von der man anschließend links auf den Traunsteig abzweigt. Durch Wald und Wiesen wird bald danach Eisenärzt3 erreicht, wo man wieder über die Traun wechselt.

Maria Eck

Beim Bahnhof in Eisenärzt stehen interessante Infotafeln, die sich mit der Ortsgeschichte und dem Kloster Maria Eck befassen. Wir überqueren dort die Dorfstraße. Der Weg hinauf nach Maria Eck ist bestens beschildert. Er verläuft zeitweise im Freien mit etwas Aussicht in die umliegenden Berge. Das allerletzte Stück zur Wallfahrtskirche Maria Eck4 geht es entlang der Zufahrtsstraße.

Von Eisenärzt nach Höpfling

Von Maria Eck nimmt man bergab nach Eisenärzt wieder den Hinweg. Kurz vor der Dorfstraße zweigt links der Brunnweg ab. Dieser wurde ursprünglich zur Wartung der oben erwähnten Aufschlag­wasserleitung für die Salinenpumpe in Siegsdorf angelegt.
Am nördlichen Ortsrand von Eisenärzt endet der alte Brunnweg beim Forellenhof. Dort am besten noch geradeaus auf dem Maria Ecker Rundweg bleiben und erst hinter den Fischteichen rechts. Nach wenigen Metern dann an der Bahnlinie links auf dem Grubweg in die Traunauen hinein.
Etwa auf halber Strecke nach Höpfling ragt im Hang eine auffällige Felsmauer5 empor. Es handelt sich dabei um eine zu Stein gewordene unterseeische Lawine aus Rotalgenschutt. Wenig später kommen wir in die kleine Ortschaft Höpfling.

Abstecher zur Mammut-Fundstelle

In Höpfling könnte man in ein paar Minuten bei der Mammut-Fundstelle6 im Gerhartsreiter Graben vorbeischauen. Dazu vom Bahnhof zur Hauptstraße vor und auf der anderen Seite links. Der Weg ist beschildert. Von der renaturierten Fundstelle darf man sich nicht zu viel erwarten. Immerhin gibt es eine ausführliche Infotafel.

Siegsdorf

Der Weiterweg von Höpfling nach Siegsdorf ist nicht mehr besonders schön. Er lohnt sich eigentlich nur, wenn man noch das Naturkunde- und Mammut-Museum 7 besuchen möchte oder den Zug verpasst. Es gibt auf beiden Seiten der Traun einen Weg.