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Maiwand (1135 m) bei Flintsbach

Spitzer Felszahn für Kraxler

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Wer bei Flintsbach im Unterinntal die beliebte Wanderung auf den Petersberg unternimmt, dem sticht bestimmt der spitze Zahn der Maiwand ins Auge. Im Gegensatz zu allen anderen Erhebungen ringsum ist an der Maiwand ohne ausreichend Bergerfahrung allerdings nichts zu holen.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Bauer am Berg
    2. Aufstieg Richtung Riesenkopf
    3. Auf die Maiwand
    4. Hohe Asten
    5. Abstieg durch die Wolfsschlucht
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Die Maiwand von Süden. Das Kreuz steht am vordersten Zacken, nicht auf dem höchsten Punkt.

Das Riesenkopfgebiet südlich von Flintsbach ist landschaftlich erstaunlich vielfältig. Auf engem Raum finden wir Magerrasen, sumpfige Wiesen, Steinschuttwälder und wilde Gräben mit zahlreichen Wasserfällen. Interessant ist auch der gestufte Aufbau der Berggruppe mit ihren senkrechten Felswänden und den Hochflächen bzw. Gipfelplateaus.

Die Maiwand scheint von ihrer Form aus der Reihe zu tanzen. Sie erinnert stark an den gegenüber­liegenden Heuberg. Und tatsächlich gehören Heuberg und Riesenkopfgebiet geologisch zusammen, obwohl sie durch das Inntal voneinander getrennt sind. Die Maiwand besteht aus hellem Kalkgestein des mittleren Juras. Dieses Gestein baut auch den oberen Teil des Heubergs auf.

Die Besteigung der Maiwand ist durchaus anspruchsvoll, wobei es nur um einige kurze Stellen geht. Das Gipfelkreuz lässt sich schon fast mit der Hand greifen, da beginnen erst die eigentlichen Schwierigkeiten. Das Fixseil wurde inzwischen abgebaut. Es half früher über den grasigen Grat und bot beim Abklettern in die Gipfelscharte Halt. Die Stelle kann auch südseitig im Steilgras umgangen werden. Das ist technisch einfacher, doch keinesfalls ungefährlich.

Besonders heikel wäre der alternative Steig durch die Südflanke der Maiwand. Ob das Fixseil dort noch drinhängt, weiß ich nicht. Auf derartige Seile sollte aber ohnehin nicht allzu sehr vertraut werden.

Geotipp: Südöstlich von Fischbach befindet sich neben der Autobahn ein Gletschergarten. Das Geotop entstand durch den Inn-Gletscher, der dort einen Riegel aus Wettersteinkalk abschliff. Der Gletscherschliff von Fischbach zählt zu den schönsten Geotopen Bayerns.

Tourcharakter und Schwierigkeit

800 m15 km4:50 h

Anspruch■■■■■ T5 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Bauer am Berg

Der übliche Ausgangspunkt befindet sich bei der Burgruine Unter-Falkenstein1 südlich von Flintsbach. Sie liegt ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt. Es gilt vorerst die Beschilderung zur Hohen Asten. Man bleibt am besten auf dem Fahrweg und ignoriert die Abkürzer rechter Hand, die landschaftlich wenig reizvoll sind.
Wir kommen nun im so genannten Hundsgraben an netten Wasserfällen vorbei, bevor der Weg einen Bogen um den Petersberg macht. Das schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelte Plateau des Petersbergs beherbergte im Mittelalter ein Kloster, von dem noch heute die romanische Kirche zeugt. Hinter dem Petersberg steht dann rechts das Gehöft vom Bauer am Berg2.

Aufstieg Richtung Riesenkopf

Beim Bauer am Berg zweigt der so genannte Sommerweg ab. Er führt uns vom Bauernhaus über eine sumpfige Wiese in den Wald. Man darf sich nun von den unbezeichneten Querwegen nicht aus dem Konzept bringen lassen und orientiert sich konsequent nach links oben. Der meist feuchte, schlecht gepflegte Steig wird vorwiegend von ortskundigen Wanderern Richtung Hohe Asten oder Riesenkopf benutzt. Wer achtsam ist, sieht nach einiger Zeit vielleicht den vermoderten Baumstamm, auf dem der Riesenkopf mit Pfeil eingeritzt wurde. Das ist ein kleiner Abkürzer. Ansonsten erst bei der nächsten Gelegenheit rechts. Die Varianten treffen sich sowieso schnell wieder. Nahezu ohne Höhengewinn quert man dann auf einem breiten Weg mit Blick auf die Maiwand nach Nordwesten.Hinter einer Biegung fällt rechts ein stark verfallener Weg auf. Er leitet tief in den Maigraben hinein und endet an einer Bachverbauung. Seine alten Stützmauern sind an vielen Stellen weggebrochen. Zahllose Stämme versperren ihn. Vom Maigraben aus gäbe es einen gefährlichen Anschlusssteig durch die Südflanke der Maiwand.Sobald der Maigraben3 flacher wird und rechts die Bäume zurücktreten, springt man über das oft ausgetrocknete Bachbett. Auf der anderen Seite erstreckt sich die Lichtung der Riesenkopfalm.

Auf die Maiwand

Der Einstieg zur Maiwand befindet sich in der nordöstlichen Ecke der Weidefläche, direkt auf dem Weg zum Riesenkopf. Ein Warnschild weist auf die Gefährlichkeit der Maiwand hin. Nicht zu Unrecht, denn es ereignen sich immer wieder tödliche Abstürze. Der schmale Steig überschreitet zunächst einen unscheinbaren Vorbuckel. Danach nicht auf die nächste Erhebung (Sackgasse), sondern diese an der Nordseite queren. Das ist bereits recht abschüssig und heikel. Dahinter entweder geradeaus zum grasbewachsenen Grat hinauf und einen Abbruch (III) ins Gehgelände abklettern. Oder einfacher rechts etwas absteigen und den Bereich im Steilgras unter einer Felswand umgehen. Zuletzt unschwierig, aber luftig zum Gipfelkreuz4 hinüber.

Hohe Asten

Nach der Maiwand geht es zur wohlverdienten Einkehr in den Berggasthof Hohe Asten. Wir laufen dazu erst einmal über die Weide zur Riesenkopfalm5. Bei der Almhütte anschließend links in den Wald hinein. Ein breiter Weg führt von dort in einem weiten Bogen um eine Geländeschulter herum zu den beiden prächtigen Astenhöfen6.

Abstieg durch die Wolfsschlucht

Beim Rückweg könnte man zur Abwechslung noch die kleine Wolfsschlucht besuchen. Dazu von der Hohen Asten am einfachsten dem Fahrweg folgen. Wenn dieser die Lichtung beim Bauer am Berg erreicht, rechts auf einen weiteren Fahrweg wechseln. Dieser schlängelt sich talwärts nach Fischbach. Die Strecke ist wenig inspirierend, bis schließlich der Steig durch die Wolfsschlucht7 beginnt. Es gibt einige wirklich schöne Wasserfälle. Der Steig endet bei einer Fischzucht. An einem Steinbruch vorbei wandert man im Tal zurück nach Flintsbach.