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Lichtbrenntjoch (1961 m)

Einsame Bergwanderung für Pfadfinder

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Die Ammergauer Alpen überraschen immer wieder mit ihren vielen einsamen Tälern und Gipfeln. Als besonderer Tipp für ruhebedürftige Menschen gilt das Lichtbrenntjoch. Denn die lange Tour mit ihrer komplizierten, unbezeichneten Route schreckt die meisten ab.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Zwirche am Heiterwanger See
    2. Ins Pitzental
    3. Zur Pitzenhütte
    4. Aufstieg zur Steinkarscharte
    5. Lichtbrenntjoch
    6. Alternativer Abstieg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (9 Fotos)
Es ist immer wieder erstaunlich, wie spiegelglatt sich der Heiterwanger See präsentieren kann.

Die fjordartige Landschaft am Heiterwanger See ist bei Wanderern, Mountainbikern und Badegästen gleichermaßen beliebt. Herrlich spiegelt sich die Umgebung in dem oft unbewegten, türkis schimmernden Wasser.
In den Sommermonaten fährt über Heiterwanger und Plansee ein Ausflugsboot. Leider lässt sich dieses nicht in die Bergtour auf das Lichtbrenntjoch mit einbeziehen. Die Haltepunkte liegen dafür zu weit abseits.

Den meisten Bergen rings um die beiden Seen blieb die Auszeichnung als Tourenklassiker erspart. So findet man dort so viel Bergeinsamkeit, wie man sich nur wünschen kann. Neben dem Lichtbrenntjoch gibt es mit Tauern, Zwieselberg und Schellkopf weitere sehr stille Ziele.

Technisch betrachtet ist die Tour aufs Lichtbrenntjoch relativ einfach. Doch ab der Pitzenhütte ist die Orientierung äußerst vertrackt. Verhauer sind eigentlich vorprogrammiert. Die Pfade lassen sich gerade bergauf schwer erkennen. Längswege und alte Markierungen können in die Irre leiten. Entgegen anders­lautender Beschreibungen gibt es aber einen durchgängigen Aufstiegsweg, der sich noch dazu an eine klare Linie hält.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1080 m20 km7:40 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zur Zwirche am Heiterwanger See

Vom Bahnhof Heiterwang-Plansee sind es gut zwei Kilometer bis zum Heiterwanger See. Gerade am Morgen ist der See besonders stimmungsvoll. Man wandert am Südufer entlang, bis der Fahrweg nach Norden zur Zwirche1 abknickt. Bei der Zwirche handelt es sich um den Schwemmkegel des Pitzenbachs. Der Schwemmkegel trennt den Heiterwanger See vom Plansee. 1908 wurde ein Verbindungskanal gegraben.

Ins Pitzental

Vor der Zwirche wechseln wir entsprechend der Wegweiser rechts auf den Alpenrosenweg. Dieser legt sogleich mit einigen Serpentinen forsch los. Bald bieten sich erste Tiefblicke zum Heiterwanger See, von dem sich die Route mehr und mehr entfernt. An der Ausbuchtung des Kaltwasserbachs2 gibt es eine Verzweigung. Die meisten Wanderer halten sich an den Alpenrosenweg und steigen zur Kohlbergspitze auf. Wir wollen hingegen tiefer ins Pitzental hinein. Auf einem passablen Steig geht es relativ eben voran, wobei einige Bachläufe gequert werden. Nach einer Hirtenhütte verliert sich die Spur im Schotterbett des Pitzenbachs.

Zur Pitzenhütte

Auf der gegenüberliegenden Bachseite ist eine sandige Runse zu sehen. Man überquert das Wasser und findet östlich der Runse den Pfad zur Pitzenhütte. Achtung, nicht den auffälligeren Pfad weiter westlich nehmen, der ganz offensichtlich die falsche Richtung einschlägt. Die hübsch gelegene Jagdhütte3 ist bereits nach ein paar Minuten erreicht.

Aufstieg zur Steinkarscharte

Links neben der Pitzenhütte müssen wir zu einem Rücken empor und auf diesem weiter bergwärts. Die anfangs gut erkennbaren Spuren scheinen sich neben einer feuchten Mulde zu verlieren. Offenbar quert dort auch ein Pfad oder vielleicht nur ein Wildwechsel. Davon nicht irritieren lassen, sondern rechts oberhalb der Mulde suchen, wo der Pfad bald wieder klarer wird. Überraschenderweise gibt es nun vereinzelt rote Markierungen.
Interessant ist die Stelle mit einem markierten Felsen neben einem vermoderten Baumstamm. Keinesfalls den Markierungen auf dem deutlichen Längsweg westwärts folgen, sondern rechts im Zickzack aufwärts, wo ebenfalls sporadisch Farbpunkte vorhanden sind. Wenig später trifft man erneut einen quer verlaufenden, recht einladenden Steig, der zum Keiljoch führt. Auf diesem nach Osten bis hinter die erste Ecke und nach einem Baum mit eingeritztem Pfeil Ausschau halten. Von diesem auf vagen Spuren bergauf zur Steinkarscharte4, an der das Lichtbrenntjoch rechter Hand ins Blickfeld tritt.

Lichtbrenntjoch

Zwischen der Steinkarscharte und dem Lichtbrenntjoch befindet sich noch der latschen­überwucherte Neualpkopf. Er wird südlich umgangen. Dabei verliert man ein bisschen an Höhe. Jenseits des Neualpkopfs zweigt der so genannte Geißsteig ab, der evtl. für den Rückweg interessant ist. Nun etwas in die Südflanke des Lichtbrenntjochs hineinqueren und dann durch die Latschengassen ohne erkennbaren Pfad zum Gipfel5 hinauf. Wenn die Sonne richtig reinbrütet, schlauchen die letzten Meter ganz ordentlich.

Alternativer Abstieg

Wer viel Zeit und Ausdauer mitbringt, der könnte über den Geißsteig zum Spießberg wandern. Von dort kann man am Spießbach zum Plansee absteigen.

Bike & Hike: Die ebene Strecke bis zur Zwirche am Ostende des Heiterwanger Sees kann mit einem normalen Fahrrad zurückgelegt werden.