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Leutaschklamm, Ederkanzel (1179 m) und Lautersee

Rundwanderung bei Mittenwald

Die Leutascher Geisterklamm bei Mittenwald ist ein aufregendes Naturschauspiel. Nach dem Besuch in der Leutaschklamm kann man anschließend noch weiter zum Gasthaus Ederkanzel wandern und dort die prachtvolle Aussicht genießen. Zurück geht es dann über den idyllischen Lautersee mit Bademöglichkeit und Cafés.
Stand:

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Am unteren Ende führt der historische Wasserfallsteig ein Stück in die Leutaschklamm hinein.

Im breiten Leutaschtal hat die Leutascher Ache genügend Platz, um schöne Mäander zu ziehen. Doch am Ausgang verengt sich das Tal und wird von einem Riegel aus hartem Wettersteinkalk abgesperrt. Auf einer Länge von gut einem Kilometer grub sich die Leutascher Ache dort ihren Weg durch den Wettersteinkalk und schuf dabei die einzigartige Leutaschklamm.
Für die Entstehung einer engen Klamm mit ihren senkrechten Wänden muss das Gestein besonders widerstandsfähig sein. Denn weniger stabiles Gestein bröckelt und rutscht immer wieder von oben nach, so dass sich dadurch eher v-förmige Schluchten oder Kerbtäler bilden.

Seit 2006 macht eine kühn angelegte Stahlkonstruktion die Leutaschklamm zugänglich. Sicher vor Steinschlag und Hochwasser erlaubt der Steig eine außergewöhnliche Perspektive auf das verborgene Innere der Schlucht.
Touristisch vermarktet wird das Ganze als Leutascher Geisterklamm. Das Reich des Klammgeistes kann gleich auf drei unterschiedlichen Themenwegen entdeckt werden. Vor allem bei Familien mit kleinen Kindern kommt das Konzept der Geisterklamm gut an. Leider bleibt der Informations­gehalt dabei etwas auf der Strecke.

Der Besuch in der Leutaschklamm dauert ungefähr eine Stunde. Bitte beachten, dass sie in den Wintermonaten von Anfang November bis Anfang Mai geschlossen ist.
Nach dem kurzen Klamm­abenteuer bietet es sich an, noch mehr von der wunderbaren Umgebung zu erleben und beispielsweise wie hier empfohlen über die Ederkanzel zum Lautersee zu wandern.

Tourcharakter und Schwierigkeit

325 m 14 km3:40 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■
Die gesamte Wanderung verläuft auf einfachen, markierten Wegen und stellt keinerlei Ansprüche. Selbst im Winter kann man sie problemlos unternehmen.
Zwar ist dann der historische Wasserfallsteig geschlossen, der moderne Klammsteig bleibt jedoch meistens geöffnet. Der Aufstieg zur Ederkanzel kann bei fehlenden Spuren im Schnee vielleicht etwas schlecht zu finden sein. Abgesehen davon handelt es sich aber auch im Winter um eine leichte Wanderung.

Wegbeschreibung

Von Mittenwald zum Klammeingang

Vom Bahnhof muss man zunächst nach Süden durch Mittenwald hindurch. Am besten meidet man dabei die laute Innsbrucker Straße und überquert sie erst kurz vor der Isarbrücke. Die wilde Isar ist bei Mittenwald noch sehr jung. Sie entspringt gar nicht weit entfernt im Karwendel. Von der Isarbrücke geht es wie beschildert auf einer Kiesstraße neben der Leutascher Ache zum unteren Klammeingang1.

Leutaschklamm

Die wildromantische Leutaschklamm fasziniert vom ersten Meter an.

Als Erstes steht der über 130 Jahre alte Wasserfallsteig auf dem Programm. Dieser kostet Eintritt. Nach gut 200 Metern endet er an einem gewaltigen Wasserfall.
Anschließend wählen wir den so genannten Koboldpfad. Er führt nördlich der Klamm im Wald bergauf. Anfangs ist die Leutascher Ache nur noch zu hören. Doch bald fällt der Weg wieder etwas ab und bringt uns zurück zur Klamm. Hoch über dem tosenden Wasser schmiegt sich nun ein spektakulärer Stahlsteg an den Felswänden entlang. Gleich zu Beginn bietet die Panoramabrücke2 erste atemberaubende Tiefblicke.Auf der anderen Seite der Panoramabrücke käme nach kurzer Zeit das Gasthaus am Gletscherschliff. Von da führt ein schöner Wanderweg über den idyllischen Riedboden und die Festung Porta Claudia nach Scharnitz. Doch heute steht die Klamm auf dem Programm.Wir überqueren die Brücke nicht, sondern bleiben auf der rechten Seite, wo der Klammgeistweg tiefer in die Schlucht hineinleitet. Zwischendrin wechselt der Steg auf die Südseite, bis die Klamm schließlich ein Stück weiter hinten endet. Auf einem breiten Wanderweg geht es zum oberen Ausgang mit Parkplatz und Klammstüberl.

Ederkanzel

Zur Ederkanzel müssen wir am oberen Ende der Leutaschklamm über die Klammbrücke3 und der Straße in Richtung Mittenwald folgen. Nach 200 Metern zeigt ein Wegweiser links zu Ederkanzel und Grünkopf. Der Steig legt anstrengend los. Hinter der Abzweigung zum Grünkopf, einem empfehlenswerten leichten Wandergipfel, wird es flacher. Die Einsattlung dort hieß früher Halsl, ein alter Übergang, den bayerische Truppen 1703 beim Überfall auf die Leutascher Schanz nutzten. Wenn der Steig in einen Fahrweg mündet, liegt rechts schon die Ederkanzel. Das Gasthaus4 steht genau auf der bayerisch-tirolischen Grenze. Von der Terrasse hat man ein tolles Panorama.

Ferchensee und Lautersee

Der Lautersee mit dem Karwendel.

Wer nicht mehr zu den Seen möchte, kann von der Ederkanzel direkt nach Mittenwald absteigen. Ansonsten kurz dem Fahrweg folgen, diesen aber gleich an der ersten Kehre links verlassen. Bei der nächsten Verzweigung hält man sich erneut links und erreicht so die Ferchenseehöhe. Drüberhalb dieses unscheinbaren Sattels wartet auch schon der stille Ferchensee5 mit Einkehr und Badeplätzen. Es lohnt sich, ihn ganz zu umrunden.
Danach ist natürlich noch der tiefer gelegene Lautersee6 dran. Zwischen den beiden Seen gibt es mehrere Verbindungswege, die alle über die Ferchenseehöhe laufen.

Laintal nach Mittenwald

Der schönste Weg vom Lautersee nach Mittenwald ist derjenige durch das Laintal. Dazu kann man entweder direkt am Nordufer entlang oder erst noch rechts um den See herumlaufen. Hinter der Kapelle Maria Königin (erb. 1994) beginnt dann das romantische Laintal7 mit Mariengrotte und einigen netten Wasserfällen. Unten in Mittenwald gelangt man auf der Laintalstraße ins historische Zentrum und von dort in wenigen Minuten zum Bahnhof.