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Großer Wilder (2370 m) über Laufbacher Eck

Klettertour in den Allgäuer Hochalpen

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Bei Oberstdorf liegen Wanderrummel und abgeschiedene Hochgebirgswelt dicht beieinander. So ist es auch am Großen Wilden. Dieser zerklüftete Kletterberg setzt dem beliebten Panoramaweg übers Laufbacher Eck die Krone auf. Für den Normalweg über den Nordgrat muss man allerdings den II. Grad sicher beherrschen. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Laufbacher Eck
    2. In den Himmelecksattel
    3. Großer Wilder über den Nordgrat
    4. Durch die Gamswanne
    5. Abstieg ins Oytal
    6. Mit dem Roller nach Oberstdorf
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Der Große Wilde mit seinen drei Gipfeln. Der Nördliche (links) ist ein paar Meter niedriger als der Mittlere.

Die Tour über den Pass am Laufbacher Eck und den Himmelecksattel ins Oytal steckt voller Naturschönheit. Auf den fruchtbaren Böden aus Fleckenmergel wachsen viele seltene Pflanzen. Die Gegend ist daher für ihren Blumenreichtum bekannt. Im Oytal gibt es außerdem eindrucksvolle Wasserfälle zu bestaunen.
Eine weitere Besonderheit stellen die eigenartig geformten Grasberge mit ihren bis zu 80 Grad steilen Flanken dar. Typische Vertreter sind der langgezogene Schneck und die spitze Höfats.
Vom Charakter wiederum ganz anders präsentiert sich der Große Wilde, welcher überwiegend aus brüchigem Hauptdolomit besteht. Entsprechend viel Schotter sammelt sich rings um ihn an.

Da der schmale Weg bis zum Laufbacher Eck einige abschüssige Grashänge quert, ist es sicherer abzuwarten, bis kein Schnee mehr liegt. Bei Nässe ebenfalls nicht zu empfehlen. Ansonsten sind die Schwierigkeiten bis zum Himmelecksattel überschaubar. Trittsichere Geher dürften keine Probleme haben.

Den Großen Wilden sollten dagegen nur wirklich Bergerfahrene aufs Programm setzen, die mit heiklen Schrofen und ausgesetztem Klettergelände zurecht­kommen.
Während der Nordgrat ausreichend markiert ist, sind auf dem alternativen Abstieg durch die Gamswanne bestenfalls undeutliche Spuren zu erkennen. Er erfordert sowohl exzellente Sicht als auch gutes Routengespür.

Tourcharakter und Schwierigkeit

940 m2070 m25 km8:40 h

Anspruch■■■■■■ T6 II+
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Laufbacher Eck

Wir starten an der Bergstation Höfatsblick und folgen der Beschilderung zum Laufbacher Eck Richtung Süden. Am Sattel zwischen Zeiger und Hüttenkopf nimmt man den linken Weg. Rechts ginge es zum Seealpsee – übrigens auch eine wunderbare Tour. Der Panoramaweg bleibt erst einmal in der Westflanke des Höhenzugs und verläuft durch blumenreiche, alpine Rasen. Nach dem Schochen, der wie alle Erhebungen unterhalb umgangen wird, treten der Schneck und in der Ferne der Große Wilde ins Blickfeld. Vorm Laufbacher Eck gibt es eine felsige Stelle, die mit Drahtseil gesichert wurde. Dann kommen noch ein paar steile Serpentinen und der Sattel am Laufbacher Eck1 ist erreicht.

In den Himmelecksattel

Am Sattel beim Laufbacher Eck wird die Seite gewechselt, wobei sich gleichzeitig die Landschaft verändert. Statt der üppig mit Gras bewachsenen Hänge dominiert nun eine eher karge Felswüste das Bild. Unterhalb der auffallenden Ostwand des Schnecks gelangt man bei der Zwerenwand zu einer Weggabelung. Links käme man zum Prinz-Luitpold-Haus (DAV) am Hochvogel. Wir wählen dagegen den rechten Weg Richtung Himmelecksattel2.

Großer Wilder über den Nordgrat

Am Himmelecksattel wird der bezeichnete Weg nach links verlassen. Ein dünner Pfad leitet uns in der abschüssigen, westseitigen Grasflanke zum Grat empor. Von dort geht es auf der Schneide über die ersten Felsen (I) und dann einfacher durch eine kleine Mulde. Aus dieser führen die Markierungen wieder zum Grat zurück, wo man bald von einem Türmchen (II+) in eine Scharte abklettern muss. Die große Platte (II) auf der anderen Seite ist mit guten Griffen versehen und die schönste Kletterpassage. Darüber wird der Nordgipfel3 bei abnehmender Schwierigkeit in einem leichten Linksbogen erreicht.

Durch die Gamswanne

An der Ostseite des Nordgipfels befindet sich die Gamswanne – eine Geröllhalde, in der sich der Schnee lange hält. Südöstlich davon gibt es einen Höhenzug, der zur Wanne hin abbricht. Auf diesem kann man vom Gipfel undeutliche Spuren ausmachen. Doch zunächst muss der brüchige Südgrat (II) ca. 20 m bis zum Einschnitt vor dem Mittelgipfel abgeklettert werden. Anschließend wandert man auf dem erwähnten Höhenzug einige Hundert Meter entlang, bis links eine Schwachstelle in den Felsabbrüchen kommt. Kleine Steinmandl weisen den Weg durch das einfache Schrofengelände hinunter in die Gamswanne4. Nach dem Geröll der Gamswanne geht es ohne Kletterei, aber steil ansteigend und weglos auf den unteren Bereich des Nordgrats zurück. Von dort auf dem bereits bekannten Steig abwärts zum Himmelecksattel.

Abstieg ins Oytal

Ein gemütlicher Wanderweg führt vom Himmelecksattel an der Wildenfeldhütte vorbei zur Käseralpe5. Sie steht ganz hinten im Talschluss. Unten im Oytal herrscht an schönen Sommertagen Hochbetrieb. Den langen Fahrweg von der Käseralpe über den Stuibenfall zum Oytalhaus teilt man sich mit zahlreichen Wanderern und Mountainbikern.

Mit dem Roller nach Oberstdorf

Vom Oytalhaus6 nach Oberstdorf wäre es zuletzt noch ein weiter Fußmarsch von über einer Stunde. Zum Glück gibt es Leihroller. Fast ohne Anschubsen fährt man damit auf der Oytalstraße in maximal 25 Minuten bequem zur Talstation der Nebelhornbahn.