1. Bayerische Voralpen
  2. Kocheler Berge
  3. Isarwinkel

Benediktenwand (1800 m) vom Brauneck

Panoramatour in den Münchner Hausbergen

Die Benewand, wie die Benediktenwand liebevoll genannt wird, zählt zu den beliebtesten Münchner Hausbergen überhaupt. Der wuchtige Felskamm übt eine gewaltige Anziehungskraft aus. Und so wandern die Bergfreunde an schönen Tagen aus allen vier Himmelsrichtungen hinauf zu ihr. Besonders reizvoll ist die Route vom Brauneck über die Achselköpfe.
Stand:

Zur Galerie (10)
Der Benediktenwandgipfel von Osten betrachtet. Links unterhalb des Kreuzes steht ein kleiner Unterstand.

Ein häufig gewählter Ausgangspunkt zur Benediktenwand ist die Bergstation der Brauneckbahn. Man könnte natürlich auch im Tal starten. Doch der mühsame Aufstieg über die von Schnee­kanonen flankierte Skipiste lohnt sich nicht wirklich. Seit 2012 wird das Landschafts­bild überdies durch einen betonierten Speicherteich beeinträchtigt. Wobei das natürlich nicht alle so sehen.
Wie dem auch sei, die zusätzlich über 800 Höhenmeter vom Tal aus sind ohnehin für die wenigsten eine Option. Man nimmt also besser die Seilbahn.

Oben am Brauneck wird der Wandergenuss anfangs noch durch die vielen Installationen des Skigebiets getrübt. Doch das liegt schnell hinter einem. Danach entfaltet die Kamm­wanderung ihren vollen Charme. Der Blick schweift ungehindert nach allen Seiten, über die Münchner Hausberge, den Isarwinkel, ins Karwendel und bis zur Zugspitze. Eine der schönsten Panoramatouren der Bayerischen Alpen! Am besten einen Tag mit klarer Sicht wählen.

Filmtipp: Der kurze Infofilm Fossilien in den Alpen: Das Urmeer Tethys aus der Reihe [w] wie Wissen begleitet Fossiliensucher am Brauneck. Es werden unter anderem versteinerte Korallen gezeigt und die geologischen Verhältnisse im Bereich des Latschenkopfs erläutert.

Tourcharakter und Schwierigkeit

850 m 12 km4:50 h

Anspruch ■■■■■■ T4  I  A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Kamm über den Latschenkopf und die Achselköpfe wird bezüglich Länge und Anspruch gerne unterschätzt. Vor dem Loswandern sollte man sich überlegen, ob man den felsigen, ausgesetzten Passagen gewachsen ist. Vor allem an den Achselköpfen kommt es leider immer wieder zu schweren, teils sogar tödlichen Bergunfällen. Eine solide Bergerfahrung muss also vorhanden sein.

Dass die Tour nicht bei Gewittergefahr unternommen werden darf, sollte klar sein. Die Gedenktafeln am Grat zwischen Stangeneck und Latschenkopf erinnern eindringlich daran.

Insbesondere an heißen Tagen daran denken, unbedingt genug Getränke einzupacken. Es gibt am Kamm kaum Schatten und auch keine Einkehrmöglichkeit.

Wegbeschreibung

Latschenkopf via Stangeneck

Das erste Zwischenziel auf dem Weg Richtung Benediktenwand ist der Latschenkopf. Der Zacken rechts davon heißt Vorderer Kirchstein.

Von der Bergstation steigen wir erst einmal die paar Meter zum Brauneck1 hinauf. Bei guter Thermik hebt oben vom Grasrücken oft ein Gleitschirmflieger nach dem anderen ab. Manche fliegen bis zur Benediktenwand.
Dem Kamm folgend geht es nun los Richtung Latschenkopf, wobei die Felszacken des Schrödelsteins südseitig passiert werden. Danach stößt rechts der Steig von der Loghamalm hinzu. Das ist ein sehr idyllischer, jedoch auch langer Aufstieg. Kurze Zeit später dreht der Weg zum Stangeneck hinauf. Der einst stark erodierte und bei Nässe morastig Weg wurde mustergültig saniert.
Vom Stangeneck wandern wir dann nahezu ohne Steigung auf dem aussichtsreichen Höhenzug am Vorderen Kirchstein vorbei zum Latschenkopf2.

Achselköpfe

Bei der Überschreitung der Achselköpfe geht es viel auf und ab.

Hinter dem unscheinbaren Gipfel des Latschenkopfs taucht man dem Namen entsprechend in ein Latschenfeld ein. Der Abstieg in den Probstalmsattel dauert nur wenige Minuten. Als Nächstes sind die Achselköpfe3 dran. Diese sind felsiger als der Latschenkopf. Eine Leiter hilft gleich zu Beginn über eine kleine Wand. Auch an einigen drahtseil­gesicherten Passagen müssen die Hände zur Hilfe genommen werden. Die Felsen sind ziemlich glattpoliert. Von den Achselköpfen bietet sich eine schöne Perspektive auf die wuchtige Probstenwand und den Hennenkopf, der wie eine Miniaturausgabe der Benediktenwand aussieht. Nach mehreren Gegenanstiegen über die insgesamt drei Köpfe gelangt man an den Rotöhrsattel4. Dort treffen Wanderer aus allen Richtungen zusammen – von der Tutzinger Hütte im Westen sowie aus dem Längental im Norden.

Benediktenwand über Klettersteig

Nördlich der Benediktenwand liegt die vom DAV betriebene Tutzinger Hütte.

Der Aufstieg vom Rotöhrsattel zur Benediktenwand beginnt mit einem leichten, nur mäßig exponierten Klettersteig, der eine mehrere Meter hohe Felswand überwindet. Gerade bei Nässe sind die abgetretenen Felsen rutschig und das Drahtseil wirklich angenehm. Darüber wird das Gelände schnell einfacher, während der Steig zwischen zwei Dolinen hindurchführt. An den Felsen fallen außerdem zahlreiche Karren auf. Der Wettersteinkalk zeigt an der Benediktenwand also typische Karsterscheinungen. Es gibt noch einige Kraxelstellen und wir müssen mehrmals auf und ab, bis schließlich der Gipfel5 erreicht ist. Unterhalb des Kreuzes befindet sich ein Unterstand.

Alternativer Rückweg

Die Achselköpfe können beim Rückweg zur Abwechslung an ihrer Nordseite umgangen werden. Kürzer als oben drüber ist das allerdings nicht. Man muss nämlich fast bis zur Probstalm6 hinab. Nach einem längeren Gegenanstieg kommt man dann wieder am bereits bekannten Probstalmsattel heraus.
Wer nicht erpicht darauf ist, erneut den Latschenkopf zu überschreiten, hält sich rechts und läuft den mit einer Liftanlage verschandelten Idealhang bergab zur Stiealm7. Von dort auf dem so genannten Panoramaweg an der Tölzer Hütte vorbei zurück zum Brauneck.