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Benediktenwand (1800 m) vom Brauneck

Panoramatour in den Münchner Hausbergen

Die Benewand, wie die Benediktenwand liebevoll genannt wird, zählt zu den beliebtesten Münchner Hausbergen überhaupt. Der wuchtige Felskamm übt eine gewaltige Anziehungskraft aus. Und so wandern die Bergfreunde an schönen Tagen aus allen vier Himmelsrichtungen hinauf zu ihr. Besonders reizvoll ist die Route vom Brauneck über die Achselköpfe.
Stand:

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Benediktenwand
Der Benediktenwandgipfel von Osten betrachtet. Links unterhalb des Kreuzes steht ein kleiner Unterstand.

Ein häufig gewählter Ausgangspunkt zur Benediktenwand ist die Bergstation der Brauneckbahn. Man könnte natürlich auch im Tal starten. Doch der mühsame Aufstieg über die von Schnee­kanonen flankierte Skipiste lohnt sich nicht wirklich. Seit 2012 wird das Landschafts­bild überdies durch einen betonierten Speicherteich beeinträchtigt. Wobei das natürlich nicht alle so sehen.
Wie dem auch sei, die zusätzlich über 800 Höhenmeter vom Tal aus sind ohnehin für die wenigsten eine Option. Man nimmt also besser die Seilbahn.

Oben am Brauneck wird der Wandergenuss anfangs noch durch die vielen Installationen des Skigebiets etwas getrübt. Doch das liegt schnell hinter einem. Danach entfaltet die Kamm­wanderung ihren vollen Charme. Der Blick schweift ungehindert nach allen Seiten – über die Münchner Hausberge, den Isarwinkel, ins Karwendel und bis zur Zugspitze. Eine der schönsten Panoramatouren der Bayerischen Alpen!

Neben der großartigen Fernsicht gibt es an der Benediktenwand mit etwas Glück noch eine ganz besondere Überraschung zu erleben. Man kann dort nämlich auf Steinwild treffen. Ganz so häufig wie früher sieht man die außerhalb der Paarungszeit in getrennten Rudeln lebenden Steinböcke und Steingeißen aber nicht mehr. Die Population umfasste auf ihrem Höhepunkt etwa 150 Exemplare, ging inzwischen aber wieder deutlich zurück. Weil die Tiere von anderen Populationen isoliert sind, verarmen sie genetisch. Aus der Schweiz sollen deshalb neue Tiere importiert werden.

Filmtipp: Der kurze Dokumentarfilm Fossilien in den Alpen: Forscher auf Zeitreise aus der BR-Reihe Gut zu wissen begleitet zwei Paläontologen vom Brauneck zum Latschenkopf. Sie entdecken direkt am Wegrand Fossilien, an denen täglich Hunderte Wanderer, ohne etwas zu ahnen, vorbeilaufen. Die Forscher stoßen unter anderem auf Korallen, Muscheln, Ammoniten und eine bis dato unbekannte Schneckenart. Der Beitrag erläutert außerdem sehr anschaulich die Entstehung der Alpen und erklärt die komplexen geologischen Verhältnisse im Brauneckgebiet.

Tourcharakter und Schwierigkeit

900 m 12 km4:40 h

Anspruch ■■■■■■ T4  I  A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Kamm über den Latschenkopf und die Achselköpfe wird bezüglich Länge und Anspruch gerne unterschätzt. Vor dem Loswandern sollte man sich überlegen, ob man den felsigen, ausgesetzten Passagen gewachsen ist. Vor allem an den Achselköpfen kommt es leider immer wieder zu schweren, teils sogar tödlichen Bergunfällen. Eine solide Bergerfahrung muss also vorhanden sein. Als kürzere und einfachere Alternative käme die Runde über das Stangeneck und den Latschenkopf in Frage.

Dass die Tour bei Gewitterneigung sehr riskant ist, sollte klar sein. Die Gedenktafeln am Grat zwischen Stangeneck und Latschenkopf erinnern eindringlich daran. Bereits mehrere Menschen starben dort durch Blitzschlag.

Auf der gesamten Strecke gibt es praktisch keinen Schatten. Also an sonnigen Tagen unbedingt genug Getränke einpacken und besser nicht bei hochsommerlichen Temperaturen unternehmen.

Wegbeschreibung

Latschenkopf via Stangeneck

Latschenkopf
Das erste Zwischenziel auf dem Weg Richtung Benediktenwand ist der Latschenkopf. Der Zacken rechts davon heißt Vorderer Kirchstein.

Von der Bergstation steigen wir erst einmal die paar Meter zum Brauneck hinauf. Bei guter Thermik hebt oben vom Grasrücken oft ein Gleitschirmflieger nach dem anderen ab. Manche fliegen bis zur Benediktenwand.
Dem Kamm folgend geht es nun los Richtung Latschen­kopf, wobei die Felszacken des Schrödelsteins südseitig passiert werden. Danach stößt rechts der Steig von der Loghamalm hinzu. Das ist ein sehr idyllischer, jedoch auch langer Aufstieg. Kurze Zeit später dreht der Weg zum Stangeneck1 hinauf. Der einst stark erodierte und bei Nässe morastig Weg wurde mustergültig saniert.
Vom Stangeneck wandern wir dann nahezu ohne Steigung auf dem aussichtsreichen Höhenzug am Vorderen Kirchstein vorbei zum Latschenkopf2.

Achselköpfe

Achselköpfe und Benediktenwand
Bei der Überschreitung der Achselköpfe blickt man auf die imposanten Felsfluchten der Benediktenwand.

Hinter dem unscheinbaren Gipfel des Latschenkopfs taucht man dem Namen entsprechend in ein Latschenfeld ein. Der Abstieg in den Probstalmsattel dauert nur wenige Minuten. Als Nächstes kommen die Achselköpfe3 dran. Sie sind deutlich felsiger als der Latschenkopf. Eine Leiter hilft gleich zu Beginn über eine kleine Wand. Auch an einigen drahtseil­gesicherten Passagen müssen die Hände zur Hilfe genommen werden. Die Felsen sind ziemlich glattpoliert.
Von den Achselköpfen bietet sich eine schöne Perspektive auf die wuchtige Probstenwand und den Hennenkopf im Norden. Der Hennenkopf sieht wie eine Miniaturausgabe der Benediktenwand aus. Die beiden Gipfel bilden zusammen eine lohnende, sehr ruhige Tour.

Nach mehreren Gegenanstiegen über die insgesamt drei Köpfe gelangt man an den Rotöhrsattel4. Dort treffen Wanderer aus allen Richtungen zusammen – von der Tutzinger Hütte im Westen sowie aus dem Längental im Norden.

Benediktenwand über Klettersteig

Tutzinger Hütte
Nördlich der Benediktenwand liegt die vom DAV betriebene Tutzinger Hütte.

Der Aufstieg vom Rotöhrsattel zur Benediktenwand beginnt mit einem leichten, nur mäßig exponierten Klettersteig, der eine mehrere Meter hohe Felswand überwindet. Gerade bei Nässe sind die abgetretenen Felsen rutschig und das Drahtseil wirklich angenehm. Darüber wird das Gelände schnell einfacher, während der Steig zwischen zwei Dolinen hindurchführt. An den Felsen fallen außerdem zahlreiche Karren auf. Der Wettersteinkalk zeigt an der Benediktenwand also typische Karsterscheinungen. Es gibt noch einige Kraxelstellen und wir müssen mehrmals auf und ab, bis schließlich der Gipfel5 erreicht ist. Unterhalb des Kreuzes befindet sich ein Unterstand.

Alternativer Rückweg

Die Achselköpfe können beim Rückweg zur Abwechslung an ihrer Nordseite umgangen werden. Kürzer als oben drüber ist das allerdings nicht. Man muss nämlich fast bis zur Probstalm6 hinab. Nach einem längeren Gegenanstieg kommt man dann wieder am bereits bekannten Probstalmsattel heraus.
Wer nicht erpicht darauf ist, erneut den Latschenkopf zu überschreiten, hält sich rechts und läuft den mit einer Liftanlage verschandelten Idealhang bergab zur Stiealm7. Von dort auf dem so genannten Panoramaweg an der Tölzer Hütte vorbei zurück zum Brauneck.