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Lainlalm und Wasserfall am Glasbach

Genusswanderung in der Jachenau

Nahe der Lainlalm in der Jachenau gibt es am Glasbach einen Wasserfall so wunderschön, dass man weit und breit schwerlich einen zweiten findet. Die kurze, leichte Wanderung dorthin erfreut sich außer­ordentlich großer Beliebtheit, zumal es auch noch eine Almeinkehr gibt. Will man dem Trubel entgehen, wählt man am besten einen Tag außerhalb der Hauptsaison.
Stand:

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Glasbachwasserfall
Im Hochsommer kommt beim Glasbach­wasserfall oft wenig Wasser herab. Dann kann man zu dem Absatz rechts am Wasserfall hinaufklettern.
Die dünn besiedelte Jachenau gehört zu den wald­reichsten Gebieten Deutschlands. Sie liegt im Isarwinkel zwischen dem Brauneck, der Benediktenwand, dem Staffel und dem Walchensee. Mit ihren stolzen alten Bauernhöfen und den vielen Almen erinnert die Jachenau an eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch. Dabei vergisst man aber gerne, dass das Leben in dem abgelegenen Bergtal früher sehr hart war.
Heute spielt der Tourismus eine wichtige Rolle. Eines der bekanntesten Ausflugs­ziele in der Jachenau ist der Glasbach­wasserfall mit der Lainlalm. An heißen Sommertagen gibt es kaum etwas Schöneres, als sich an der riesigen Gumpe dort abzukühlen. Doch natürlich beeindruckt der Wasserfall auch im Frühjahr während der Schneeschmelze oder im Winter.

Tourcharakter und Schwierigkeit

150 m 10 km2:20 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■
Vom Dorf Jachenau führt ein breiter, befestigter und hervorragend beschilderter Wanderweg zum Wasserfall am Glasbach. Die Strecke hat nur eine geringe Steigung. Insgesamt summiert sie sich auf gerade einmal zehn Kilometer. Mit den Varianten kommt noch ein klein wenig mehr zusammen. Es ist also eine wirklich gemütliche, leichte Halbtages­wanderung, kaum mehr als ein ausgiebiger Spaziergang.
Möchte man den Wasserfall möglichst allein genießen, muss man am Wochenende oder in den Ferien sehr früh aufbrechen.

Wegbeschreibung

Zur Ascherwiese

Ein schöner Wanderweg führt oberhalb der Großen Laine Richtung Lainlalm.

Im Jachenauer Ortsteil Dorf fällt als Erstes die malerische Barockkirche St. Nikolaus auf, die von einem kleinen Hügel zu uns herabblickt. Vor oder nach der Wanderung lohnt ein Blick in das prachtvolle Innere.
Am Parkplatz unterhalb der Kirche steht ein Schilder­baum. Es gilt der Wegweiser zur Große Laine, der Lainlam und dem Wasserfall. Alternativ könnte man auch die etwas längere, sonnige Strecke entlang der Kleinen Laine wählen. Idyllischer ist es aber an der Großen Laine, wobei sich der Weg ein Stück oberhalb des Flusses durch den Hang windet. An der Lichtung der Brunnenmoos­wiesen1 treffen die Varianten wieder zusammen.
Nach ein paar Hundert Metern kommt dann die nächste Lichtung mit einem Hüttlein. Das ist die Ascherwiese.

Große Laine

Große Laine
Das felsige Bett der Großen Laine.

Auf der Ascherwiese nimmt man wie beschildert den zweiten Steig rechter Hand. Er leitet hinunter zur Großen Laine2. Über eine luftige Stahlbrücke geht es auf die andere Seite.
Bei dem hellen Gestein im Felsbett der Laine handelt es sich um Plattenkalk. Am Wasserfall werden wir später noch ein ganz anderes Gestein kennenlernen, nämlich den spröden, graubraunen Hauptdolomit. Beide Gesteine stammen aus der Trias. Der Hauptdolomit wurde zeitlich vor dem Plattenkalk abgelagert.
Gleich nach der Brücke mündet der Steig in die Kiesstraße zur Lainlalm, der man nun nach links folgt.
Das von der Laine durchflossene Tal mit den steilen Berghängen zu beiden Seiten ist sehr reizvoll. Kurz vor der Alm zweigt der Weg in die Rappinschlucht ab, ein wilder, zerklüfteter Graben, durch den man zum Rabenkopf wandern kann. Der ausgesetzte Steig erfordert Trittsicherheit.

Viele Bäche und kleinere Flüsse im Gebirge heißen Laine. Der Gewässer­name ist aber nicht einfach als Synonym für Bach zu verstehen. Vielmehr könnte Laine mit Lahne, dem Mundart­wort für Lawine, verwandt sein. Gemeint wären somit Bachläufe, die Schlamm- und Geröll­lawinen zu Tal befördern. Andere Deutungen führen Laine auf das mittel­hoch­deutsche Wort liunen für auftauen zurück. Eine Laine wäre dann ein Schmelzwasserbach. Mehr Info

Lainlalm

Lainlalm
Die Lainlalm liegt wirklich paradiesisch.
Die Lainlalm3 steht auf einer feuchten Lichtung, an der sich der Staffelbach und der Glasbach zur Großen Laine vereinigen. Sie gilt als älteste Alm der Jachenau, zumindest ist sie die erste schriftlich erwähnte. Ein nettes Fleckchen hat man für sie gewählt, auch wenn es keine wirkliche Aussicht gibt. Von der Benediktenwand ist nur ein kleines Stück zu sehen.
Neben der Almhütte gibt es eine geologische Attraktion. Wenige Schritt vom Vouhaagl entfernt liegen ein paar alte Fundamentsteine einer ehemaligen Hütte im Gras. Darin sind versteinerte Muscheln zu sehen. Wissenschaftlich heißen sie Megalodonten, doch wegen ihrer Form nennen sie all nur Kuhtrittmuscheln.

Wasserfall am Glasbach

Glasbachwasserfall
Von oben erkennt man, dass der Glasbachwasserfall steiler ist, als es von unten den Anschein hat.
Zum Wasserfall fehlen nur noch ein paar Minuten. Über die Almweide geht es zum Glasbach. Der Weg wechselt mittels Stahlbrücke auf die orografisch linke Seite und schon taucht voraus der herrliche Glasbach­wasserfall4 auf. Wer ihn auch von oben sehen möchte, folgt dem ab da schmäleren Steig noch ein Stück bergauf. Vorsicht, nach Querung des Gemsgrabens wird das Gelände alpiner.Vom Wasserfall führt ein unterhaltsamer Steig durch den wild­romantischen Graben des Glasbachs Richtung Glaswand­scharte und von dort zur Benediktenwand. Der Aufstieg von der Jachenau zur Benediktenwand ist landschaftlich wunderschön, allerdings ziemlich weit.

Alternative beim Rückweg

Wer beim Rückweg etwas abwechseln will, kann die komplette Strecke auf der Almstraße zurücklaufen, vorbei am Schwarzen Felsen und der Berglalm5. Ab der Berglalm verläuft der Weg im Freien. Am Ende kommt man ein paar Hundert Meter östlich von Jachenau-Dorf heraus.