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Probstenwand (1589 m) aus dem Längental

Im Reich der zahmen Steinböcke

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Beim Wandern durch das malerische Längental beeindruckt die Probstenwand mit ihren düsteren Felsabstürzen. Imponierend baut sie sich über dem Talschluss auf. Dabei ist die Probstenwand zusammen mit dem benachbarten Hennenkopf relativ leicht zu besteigen – vorausgesetzt man findet sich auf den unmarkierten Steigen zurecht.

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Neben der großartigen Landschaft rings um die Probstenwand könnte es mit etwas Glück noch eine ganz besondere Überraschung geben. Denn im Benediktenwand­gebiet leben Steinböcke, die ja eigentlich in die Zentralalpen gehören.

In den 1950er Jahren wanderte ein Steinbock zu. Später wurden ein paar weitere Tiere angesiedelt. Sie fühlen sich anscheinend wohl und bilden eine stattliche Kolonie. Allerdings ist ihre Zahl schon länger rückläufig. Grund könnte die geringe genetische Vielfalt sein. Das macht die Population anfälliger für Krankheiten.

Übrigens machen sich die Steinböcke auch recht nützlich. Sie verhindern nämlich die Verbuschung der ehemaligen Almkultur­landschaft und bewahren so ihre wertvolle Flora.
Vor uns Menschen zeigen sie wenig Scheu. Man sollte sie aber trotzdem in Ruhe lassen. Hundebesitzer müssen aufpassen, weil Steinböcke Hunde angreifen können.

Abgesehen von einigen Klettermetern am Hennenkopf (II-) ist die Tour recht einfach. Der Hennenkopf kann auch ausgelassen werden. Die Probstenwand genügt völlig.
Trittsicherheit ist dennoch in jedem Fall erforderlich. Es sind rutschige Bachquerungen sowie ein aufgelassener, erodierter Steig zu meistern. Ab der Probstalm kann die Orientierung Probleme bereiten. Deshalb die Tour möglichst bei guter Sicht unternehmen.

Bike & Hike: Der langatmige, teilweise eintönige Anmarsch ins Längental wird gerne mit dem Mountainbike verkürzt. Ganz am Anfang gibt es zwei Steilstücke, die evtl. zu Schieben sind und zwischendrin mal ein paar Stufen – ansonsten ist die Route gut zu fahren. Noch einfacher ist die Strecke von Arzbach aus über die Kirchsteinhütte.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Ins Längental

Der Weg von der Talstation der Brauneckbahn ins Längental ist bestens beschildert. Er startet mit der steilen Skipiste, die in Höhe der Reiseralm an einer Kehre rechts verlassen wird. Ein breiter Forstweg umrundet dort den Kogelberg und mündet am Vorderen Leitenberg1 in eine monotone Kiesstraße. Diese bleibt uns eine Weile erhalten. Zwischendrin zweigt links ein Weg zum Brauneck ab, das heute nicht auf dem Programm steht. Wenig später geht es an einer Kurve rechts von der Trasse weg und über Stufen abwärts ins Längental2. Die Biker müssen ihr Sportgerät nun ein Stück tragen.

Hintere Längentalalm

Man trifft im Längental sogleich auf den Arzbach und es gibt auch die ersten Blicke hinter in den lieblichen Talgrund.
An einer Brücke biegt man links in den von der Kirchsteinhütte kommenden Fahrweg ein. Dieser passiert die Vordere Längentalalm nebst Kapelle und erreicht schließlich die bewirtete Hintere Längentalalm3.

Zur Probstalm

Nach der Längentalalm wird es zusehends romantischer. Hinter der privaten Edelweißhütte beginnt endlich auch ein echter Bergsteig, so dass die letzten Mountainbiker ihren Drahtesel zurücklassen müssen. Die nun folgende Geländestufe zur Probstalm wird recht geschickt überwunden, wobei der Arzbach mehrmals durchquert wird. Zwei heikle Stellen sind gesichert.
Kurz vor der Probstalm fällt rechts der steile Polizeihang auf, der sich neben dem Ostgrat der Probstenwand emporzieht. Im Winter fahren den Polizeihang gerne die Skitourengeher ab.
Die Probstalm4 liegt in einem heimeligen Talkessel. Sie dient dem DAV als Selbstversorgerhütte.

Auf den Hennenkopf

An der Probsalm nimmt man rechts den alten, inzwischen als aufgelassen und nicht mehr begehbar bezeichneten Steig zum Rotöhrsattel. Er verläuft entlang eines Bächleins und wächst in der Tat langsam zu. Sobald sich der Wasserlauf eingräbt, zieht sich der in diesem Bereich stark erodierte Steig links hinauf. Wenig später muss man ihn nach rechts verlassen, um nicht beim Rotöhrsattel5 zu landen.
Die streckenweise kaum erkennbaren Pfadspuren bleiben außerhalb des Buschwerks und steuern einen Absatz im Norden an. Wir wandern dabei direkt auf den Hennenkopf zu. Bei dem erwähnten Absatz dann links halten und zu einem schwach ausgeprägten Sattel empor.
Von dort schlängelt sich unser Pfad nach Nordosten zwischen den Latschen hindurch, überquert eine Freifläche und leitet direkt zur Kletterstelle am Hennenkopf. Die Rinne (II-) ist nicht ausgesetzt, nur der Fels ein bisschen abgespeckt. Die letzten Meter zum exponierten Gipfel6 sind wieder einfacher.

Abstecher zur Probstenwand

Die etwas niedrigere Probstenwand liegt östlich des Hennenkopfs. Man klettert mit Bedacht die Rinne ab und quert im Anschluss unter dem Hennenkopf ein Geröllfeld. Danach gibt es links eine Abzweigung zur Längenbergalm. Wir laufen jedoch geradeaus weiter und gelangen auf einem deutlichen Weg unschwierig zum Gipfel der Probstenwand7.

Alternativer Abstieg

Zwischen Hennenkopf und Probstenwand dem oben erwähnten Weg nach Norden Richtung Längenbergalm folgen. Noch vor der Längenbergalm8 rechts zur Längentalalm absteigen. Das ist etwas kürzer, aber nicht ganz so schön.