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Hoher Fricken (1940 m) über Kuhfluchtfälle

Schöne Wanderung bei Farchant

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Der Hohe Fricken bei Farchant bietet alles, was man sich von einer Bergwanderung in den Voralpen wünschen kann: wilde Wasserfälle in der Kuhflucht, blumenübersäte alpine Rasen und ein erstaunliches Panorama. Dabei ist der Fricken trotz seiner Vielseitigkeit ein für das Estergebirge eher einsamer Berg. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Durch die Kuhflucht
    2. Zum Hohen Fricken
    3. Abstieg auf dem Oberauer Steig
    4. Farchant oder Oberau
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (7 Fotos)
Die Kuhfluchtfälle bei Farchant haben sich tief in den Hauptdolomit gegraben.

Das Estergebirge ist eines der größten Karstgebiete Deutschlands. Ein Netz aus weitverzweigten Höhlen und unterirdischen Bächen durchzieht seine mächtigen Schichten aus Plattenkalk.

An der Kuhfluchtquelle schießt das Wasser, welches oben auf der Hochebene versickert, mitten aus der Felswand und stürzt in einem beeindruckenden Wasserfall zu Tal. Daher sollte man sich bei einer Besteigung des Hohen Frickens die Kuhflucht nicht entgehen lassen.
In der Regel ist nur das Hauptloch der Kuhfluchtwand aktiv. Insgesamt gibt es aber um die zehn bekannte Höhlen, die alle miteinander in Verbindung stehen.
Nach extremen Regenfällen kann das Wasser auch aus den anderen Löchern strömen. An Pfingsten 1999 ergossen sich sogar aus der höher gelegenen Frickenhöhle große Wassermassen.
Die Frickenhöhle ist übrigens mit einer Länge von mehreren Kilometern das bedeutendste Karstobjekt im Estergebirge. Der Zugang führt durch abschüssiges Gelände. Eine Befahrung erfordert entsprechende Ausrüstung und Erfahrung.

Die Steige am Hohen Fricken sind für trittsichere Geher unproblematisch. Ziemlich strapaziert wird dagegen die Kondition.
Doch die herrliche Aussicht ins Werdenfelser Land und die meist ruhige Gipfelrast entschädigen mehr als genug für die Mühen des Aufstiegs.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1300 m12 km6:00 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Durch die Kuhflucht

Vom Bahnhof Farchant zunächst über die Loisach. Auf der anderen Seite liegt der Ortsteil Mühldörfl. Von da führt der Kuhfluchtweg zum Beginn des Kuhfluchtgrabens1. Der Hohe Fricken ist bereits ausgeschildert.
Relativ mühelos leitet uns der befestigte Königsweg am Bach entlang in die sich verengende Schlucht hinein. Unter gewaltigen Kaskaden überquert eine Brücke den Bach. Dort ist die Ausbaustrecke zu Ende und man steigt einen steilen, bei Nässe rutschigen Pfad nach oben. Die kurze Sackgasse beachten, von der man schön zu den Wasserfällen hinabsieht. Auf etwa 1100 m zweigt rechts ein grün markierter Steig zur Kuhfluchtquelle ab. Vom Aussichtsplatz mit den großen Steinmandln bietet sich ein einmaliger Blick auf die Quelle2. Unbedingt das Fernglas mitnehmen!

Zum Hohen Fricken

Nach dem Naturkino an der Kuhfluchtquelle geht es auf dem Hauptweg weiter im Wald bergauf. Das zieht sich. Im der Latschenzone dreht der Steig nach Norden in eine Gasse, durch die man die freie Nordseite des Frickens erreicht. Linker Hand kann der spätere Abstiegsweg ins Frickenkar erspäht werden. Der Gipfel3 ist währenddessen schon zum Greifen nahe gerückt und wird aussichtsreich von Norden her gewonnen.

Abstieg auf dem Oberauer Steig

Wir wandern vom Hohen Fricken über den nordöstlichen, latschenbewachsenen Grat in den Frickensattel4. Wer noch einen weiteren Gipfel mitnehmen möchte, könnte aus dem Sattel unschwierig den Bischof besteigen. Ansonsten geht es nun zum Oberauer Steig hinab. Bei der Abzweigung zur Weilheimer Hütte scharf links wenden. Dort erstreckt sich eine flache, oft feuchte Mulde. Dahinter liegt das mit jeder Menge Blockschutt gefüllte Frickenkar5.
Im unteren Bereich des Kars biegt der Weg in den Wald. Auf dem gut gepflegten Oberauer Steig kommt man zügig voran. Nach Kreuzen einer Schuttrinne bzw. Lawinenbahn passiert man bald die Schafalm6. Vor der kleinen Hütte steht eine Bank. Das ist eine gute Gelegenheit, den Knien auf dem langen Abstieg eine Pause zu gönnen. Bis ins Tal sind es dann noch knapp 400 Höhenmeter.

Farchant oder Oberau

Unten im Loisachtal gibt es zwei Optionen. Entweder links über den Quellbereich der Ursprünge zurück nach Farchant oder nordwärts Richtung Oberau. In letzterem Fall trifft man hinter dem Brücklein über den Röhrlbach auf einen geteerten Radwanderweg. Dieser passiert eine Schanzanlage7, an der im Spanischen Erbfolgekrieg ein Gefecht zwischen bayerischen und österreichischen Truppen stattfand. Dem Radwanderweg am Röhrlbach folgend gelangt man schließlich nach Oberau, wo sich der Bahnhof auf der anderen Seite der Loisach befindet.