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Kreuzwand (2132 m) und Viererspitze

Klettertour bei Mittenwald

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Ziemlich keck bauen sich Kreuzwand und Viererspitze über Mittenwald auf. Daher fühlen sich an ihnen vorwiegend die Alpinkletterer zu Hause. Doch beide Gipfel haben jeweils eine Schwachstelle. Dank dieser sind sie für erfahrene Bergsteiger auf dem Normalweg über das Vordere Dammkar auch ohne Kletterausrüstung zugänglich.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg zur Dammkarhütte
    2. Kreuzwand über Vorderes Dammkar
    3. Übergang zur Viererspitze
    4. Abstieg
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
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Die kompakte Wand an der Viererspitze wird durch einen Kamin in der rechten Hälfte bezwungen.

Auf den ersten Blick erscheinen Kreuzwand und Viererspitze angesichts ihrer Umgebung eher als untergeordnete Größen. Allerdings eröffnet die Tour durchaus überraschende Perspektiven und erlaubt atemberaubende Tiefblicke. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, sich aus dem Wanderstrom des Dammkars auszuklinken und eigene Wege zu gehen.

Um an die beiden Gipfel heranzukommen, muss man das steile, von imposanten Felswänden eingerahmte Vordere Dammkar nehmen. Im Gegensatz zum Hintern Dammkar ist das Material darin feiner. Das macht den Aufstieg zwar beschwerlich, erlaubt dafür aber eine schöne Abfahrt im Geröll.
Ist das mühsame Kar geschafft, lässt sich die Kreuzwand über verhältnismäßig einfache Schrofen gewinnen.
Schwieriger präsentiert sich die Viererspitze, zu der man sich durch einen Kamin (II) Zugang verschafft.

Wie bereits angedeutet wird ab der Dammkarhütte der Bereich der markierten und beschilderten Wege verlassen. Deutliche Begehungsspuren machen die Orientierung bei guter Sicht trotzdem unproblematisch.

Zu erwähnen wäre noch der alternative Aufstieg von der Mittenwalder Hütte durch die Vordere Kreuzklamm (II). Dadurch ergäbe sich eine Rundtour. Allerdings gilt die Strecke als extrem steinschlaggefährdet und ist für Ortsunkundige schwer zu finden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1360 m15 km7:40 h

Anspruch■■■■■■ T6 II
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Aufstieg zur Dammkarhütte

Der günstigere Bahnübergang ist derjenige nördlich des Mittenwalder Bahnhofs. Drüben geht es rechts am Bahngelände entlang und an der ersten Abzweigung links. Nach der Isarbrücke führen einige Stufen zur Seilbahn hinauf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steigt man hinab in ein Bachbett und gelangt darin unter der Europastraße hindurch.
Anschließend links halten und der Beschilderung zur Dammkarhütte folgend im Wald den Ochsenbodensteig1 empor. Das zieht sich eine Weile. Hinter dem netten Aussichtspunkt am Ochsenboden wird mit deutlichem Höhenverlust die Geröllreise am Fuße der Kreuzwand gequert, so dass man die Ausläufer des Dammkars erreicht. Von da in Serpentinen zwischen dem Predigtstuhl (links) und der Kreuzwand (rechts) bergauf zur Dammkarhütte2.

Kreuzwand über Vorderes Dammkar

An der Dammkarhütte teilt sich das Dammkar auf. Während die allermeisten ins Hintere Dammkar wollen, geht es zur Kreuzwand rechts. Steigspuren leiten in einem weiten Südwestbogen ins Vordere Dammkar3 hinein.
Wir bleiben zunächst in der Karmitte, bis sich dieses an einer Felsrippe aufspaltet. Nun unbedingt rechts gehen, denn der breitere, linke Karbereich endet an einem Abbruch. Etwas mühsam durchsteigt man auf wenig solidem Untergrund also die rechte Schlucht hinauf zum Sattel zwischen Karwendelkopf und Kreuzwand. Letztere hält daraufhin zum Warmklettern am schmalen Grat gleich einige Schrofen (I) bereit. Sobald es schwieriger wird, weicht man in die abschüssige Grasflanke aus und gewinnt in einem Linksbogen den Gipfel4. Das Kreuz steht auf dem östlichen Vorgipfel. Es ist nur in exponierter Kletterei (III) zu erreichen.

Übergang zur Viererspitze

Von der Kreuzwand lässt sich der Pfad hinüber zur Viererspitze gut überblicken. Er verläuft zu Beginn auf dem mittleren von drei Grasbändern, wechselt aber schnell auf das untere. Dieses steigt gegen eine Scharte an und setzt sich dahinter fort. In leichtem Auf und Ab rückt die Viererspitze näher. Das letzte Stück ist sehr ausgesetzt, jedoch noch ohne Kletterschwierigkeiten. Diese beginnen erst an der kompakten Wand des Gipfelaufbaus. Ein mehrere Meter hoher Kamin (II) bildet die heutige Schlüsselstelle. Der Fels ist fest und bietet solide Trittstufen. Man steigt am besten an einem Absatz nach links aus dem Kamin aus und klettert dann durch brüchige Schrofen zum Gipfel5.

Abstieg

Identisch mit dem Hinweg. Im Geröll des Vorderen Dammkars kann man abfahren, dass es nur so staubt.