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Kohlbergspitze (2202 m) bis Pitzenegg

Zünftige Gratwanderung am Danielkamm

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Die Kohlbergspitze ist ein beliebter Aussichtsgipfel im Außerfern. Sie ist sowohl von Bichlbach im Süden als auch vom Heiterwanger See im Norden über gute Bergwege zur erreichen. Ihre östlichen Nachbarn sind dagegen unerschlossen und liegen im Dornröschenschlaf. Nur sehr selten wird die Überschreitung von Zahn und Kesseljoch hinüber zum Pitzenegg unternommen. Aktualisiert am

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg zur Kohlbergspitze
    2. Zum Zahn
    3. Übergang zum Pitzenegg
    4. Abstieg nach Lähn
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Kohlbergspitze, Zahn, Kesseljoch und Pitzenegg.

Bis zur Kohlbergspitze handelt es sich noch um eine normale Bergwanderung.
Ganz anders dann die einsame Überschreitung von der Kohlbergspitze zum Pitzenegg. Sie ist technisch anspruchsvoll und reichlich verwickelt. Es existieren praktisch keine Begehungspuren. Selbst die sonst auf derartigen Routen üblichen Steinmandl sind Mangelware.
Die Kletterschwierigkeiten halten sich im unteren II. Grad. Der Fels ist nicht überall zuverlässig und die steilen Grasschrofen sind heikel zu gehen.
Es gibt viele ausgesetzte Stellen. Nach Norden brechen die Felswände lotrecht ins Grüblekar ab und auch die Südhänge sind abschüssig.

Alles in allem kann diese Bergtour also nur dann ihren Reiz voll entfaltet, wenn man schon ausreichend Übung im weglosen, alpinen Gelände besitzt.
Eine einfache Alternative wäre übrigens der Alpenrosenweg. Dieser wunderbare Höhenweg zieht sich aussichtsreich vom Heiterwanger See bis nach Ehrwald.

Oben am Danielkamm macht die Landschaft einen sehr kargen Eindruck. Pflanzen tun sich auf den Geröllfeldern und Kalkplatten schwer. Selbst Latschen können sich dort kaum halten. Am besten kommen noch Seggen mit den rauen Bedingungen zurecht. Bei genauerem Hinsehen findet man aber auch Steinröschen und viele andere schöne Blumen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1480 m1450 m13 km7:00 h

Anspruch■■■■■ T5 II-
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Aufstieg zur Kohlbergspitze

In Bichlbach muss man erst einmal unter der Fernpassstraße sowie der Bahnstrecke hindurch. Drüben beginnt sogleich der gut beschilderte Weg auf die Kohlbergspitze. In Serpentinen leitet er hinauf zum horizontal verlaufenden Alpenrosenweg1. Dort je nach Belieben die linke oder rechte Variante einschlagen. In beiden Fällen zweigt der Gipfelanstieg nach einiger Zeit vom Alpenrosenweg ab. Rechts ist bequemer, links am Zigerstein vorbei etwas felsiger. Mit der Kohlbergspitze2 ist bereits der höchste Punkt des Tages erreicht, nicht jedoch der Höhepunkt der Tour.

Zum Zahn

Ab der Kohlbergspitze geht es weglos, zunächst noch über gemütliches Weideland am Grat entlang nach Osten. Es sind einige Pfadspuren zu erkennen, die vom Grat nach rechts in den abschüssigen Hang führen. Davon nicht ablenken lassen, denn diese stammen von den zahlreich vorhandenen Gämsen und Schafen. Am besten bleibt man am Grat, wo es über kleine Felsstufen (I) in die Scharte vor den so genannten Zahn geht. Dieser baut sich als beeindruckender Turm auf und zwingt zum Ausweichen in die Südflanke. Wir steigen in ein Geröllfeld ab, aus dem wir so bald wie möglich über steile Grasschrofen zum Südgrat des Zahns emporkraxeln. Der grasbewachsene Gipfel3 sieht von oben unspektakulär aus.

Übergang zum Pitzenegg

Vom Gipfel des Zahns einige Meter ostwärts bis zu einem Steinmandl. Voraus befindet sich ein Abbruch. Das Steinmandl markiert eine nicht ausgesetzte, nordseitige Rinne (I-II), durch die es einige Meter auf ein Band hinabgeht. Nur ein Stück weiter kommt vorm Kesseljoch dasselbe Spiel wie beim Zahn. Erneut muss der Grat verlassen werden, um eine Felswand südlich durch abschüssige Schrofen zu umklettern – nicht schwer, aber gefährlich. Danach links von einem Latschenfeld problemlos aufs Kesseljoch4.
Hinüber zum Pitzenegg folgt zuletzt ein durchwegs luftiger Gratabschnitt, der unterhalb des Gipfels noch einige Kletterstellen bis II- aufweist.

Abstieg nach Lähn

Vom Pitzenegg5 zieht sich ein spärlich markierter, undeutlicher Pfad den Südrücken hinab. Weiter unten in der Latschenzone wendet er sich nach Osten und kreuzt später den besser markierten Alpenrosenweg. Jenseits von diesem gelangt man über eine ausgedehnte Weidefläche zu einem weithin sichtbaren Fahrweg. Wer in der Bichlbacher Alm einkehren möchte, muss dort links. In die andere Richtung führt der Fahrweg in langen Schleifen nach Lähn hinunter. Direkter und schöner ist es, geradeaus durchs Wiestal6 nach Lähn abzusteigen. Der Pfad ist prima markiert und verläuft an einem Bach, dessen Seite er immer mal wieder wechselt.