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Kleiner Watzmann (2307 m) mit Mooslahnerkopf (1815 m)

Anspruchsvoller Besuch bei der Watzmannfrau

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Während sich an der Kührointalm die Bergsteiger für den Massenansturm am Großen Watzmann fertigmachen, steigen nur ein paar Individualisten den versteckten Pfad zur Watzmannfrau hinauf. Es ist ein großes Glück, dass der Kleine Watzmann nicht mit Stahlseilen touristisch erschlossen wurde und so ein Stück ursprüngliches Bergerlebnis erhalten blieb.

Inhalt

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An den Kleinen Watzmann sollte sich nur heranwagen, wer über ausgeprägtes Routengespür verfügt und sicher im II. Grad klettert.
Der schwierigste Abschnitt ist der Übergang zum Mooslahnerkopf, bei dem es eine sehr gefährliche Stelle in einer Steilgrasflanke gibt. Bei Nässe besteht Absturzgefahr! Knifflig ist auch die Orientierung und selbst bei bester Sicht ein Problem.

Außerdem sollte die Wetterlage unbedingt stabil sein, denn ein schneller Rückzug ist nicht möglich. Ob die Biwak-Höhle nördlich unterhalb des Gipfels bei Blitzschlag sicher ist, darf bezweifelt werden.

Neben den alpinen Herausforderungen bleibt die Tour natürlich besonders wegen der einmaligen Umgebung unvergessen. Eine der wunderbarsten Landschaften der Alpen! Auf der einen Seite die schroffe Felswüste am Watzmann und tief unten der fjordartige Königssee.
Ein derartig gewaltiger Höhenunterschied zum Talboden ist übrigens selten. Die Watzmann Ostwand gilt deshalb auch als höchste Wand der Ostalpen.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Zur Kührointalm

Es lohnt sich, frühmorgens kurz am Königssee vorbeizuschauen, wenn es an der Promenade noch ruhig ist. Anschließend bei der Holzbrücke über die Königsseer Ache, dem Abfluss des Sees. Dort beginnt der Aufstieg zur Kührointalm, die überall ausgeschildert ist. Es geht durch ein Gehöft und ans obere Ende der Bobbahn1. Vor uns ragt der Grünstein empor, der später vom Gipfel des Kleinen Watzmanns völlig unscheinbar wirken wird. Bald bleibt der Grünstein rechts liegen. Auf bequemen, aber hatscherten Wegen gelangt man in ca. zwei Stunden zur Kührointalm. Zu dieser gehört mit der Kührointhütte2 auch ein Unterkunftshaus.

Normalweg über den Gendarm

Man passiert noch die Bergopfer-Gedenkkapelle und schlägt sich dann links in die Almweide. Diese wird nach schräg oben in Richtung Kleiner Watzmann überquert, wobei man auf einen unmarkierten Pfad trifft. Nach einem holprigen Aufstieg im Wald beginnt die felsdurchsetzte Latschenzone mit ersten Blicken ins Watzmannkar. Unvermittelt bewacht der so genannte Gendarm3 den sich zum Grat verengenden Rücken. Dieses Hindernis (II) lässt sich am einfachsten rechts direkt neben den Steilabbrüchen erklettern. Links herum wäre deutlich schwieriger. Dahinter weisen Begehungsspuren, verblasste Markierungen und Steinmandl den Weg. Wir haben vorwiegend Gehgelände mit einigen leichten Kletterstellen an den Felsstufen. Ganz zuletzt wird es an den großen Platten unterm Gipfel4 noch einmal etwas anspruchsvoller.

Übergang zum Mooslahnerkopf

In nordöstlicher Richtung den Steinmandln folgend über Schrofen und Geröll gut 100 Höhenmeter bergab, bis man oberhalb eines Abbruchs nach Osten queren kann. Ziel ist eine Schuttreise mit deutlich sichtbarer Spur. Das Gelände ist felsig und ausgesetzt, die letzte Kletterstelle etwas schwierig (II). In der Schuttreise ein kurzes Stück absteigen und dann nach rechts zum Grat wechseln. Auf diesem zum Fensterl, einer Respekt einflößenden Scharte. Dort diagonal durch die Steilgrasflanke nach oben und drüben ebenso unangenehm wieder hinab. Danach gibt es einen markanten Durchschlupf. Nur wenig später steht eine kompakte Wand im Weg, neben der man einige Meter bis zu einer geeigneten Kletterstelle absteigt. Ist die Wand überwunden, wird es deutlich einfacher. Viele Steinmandl leiten uns sicher durch ein Meer aus großen Felsblöcken. Hinter diesem Trümmerfeld wird der Mooslahnerkopf5 schließlich von Nordwesten her erreicht.

Abstieg zur Kühroint

Vom Mooslahnerkopf führt ein viel begangener Steig zurück zur Kührointalm. Unweit der Alm kreuzt er einen Fahrweg. Diesen besser ignorieren, denn geradeaus ist schneller. Der weitere Abstieg erfolgt auf dem Hinweg.

Umgekehrte Tourrichtung

Da die Routenfindung zwischen Mooslahnerkopf und Watzmann bergauf noch kniffliger ist, sollte die Tour am besten in der beschriebenen Richtung unternommen werden.