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Hoher Kranzberg (1391 m) mit Wildensee

Ruhiger Aufstieg von Klais

(aktualisiert am )

Klais ist der ideale Startpunkt für eine Wanderung auf den Hohen Kranzberg. Der Bahnhof von Klais liegt nämlich bereits auf einer Höhe von 933 Metern. Zum Hohen Kranzberg sind so nicht einmal 500 Höhenmeter zu überwinden. Die Weglänge hält sich ebenfalls in Grenzen. Da bleibt viel Zeit zum Schauen, Rasten und Genießen.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Historische Römerstraße bei Klais
    2. Zum Wildensee
    3. Hoher Kranzberg über Kranzberghaus
    4. Rückweg durch das Bärental
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Der Hohe Kranzberg ist ein wundervoller Panoramaberg, hier mit Blick nach Osten zur Soierngruppe.

Die überwiegende Mehrheit der Wanderer bricht von Mittenwald zum Hohen Kranzberg auf. Wer es ganz bequem mag, kann sich den Aufstieg dabei mit dem Sessellift verkürzen. Weniger bekannt ist der hier beschriebene Aufstieg von Klais. Er stellte eine ruhige Alternative dar, obwohl es zunehmend belebter wird, je näher der Gipfel rückt. Recht viel weiter als von Mittenwald ist die Strecke von Klais übrigens auch nicht.

Gleich zu Beginn gibt es bei Klais ein überregional bedeutendes Bodendenkmal zu sehen.Im Wald versteckt verläuft dort über mehrere Hundert Meter eine original erhaltene Römerstraße. Die Steingleise der Straße gaben dem Ort Klais wohl seinen Namen. Funde deuten darauf hin, dass bereits in prähistorischer Zeit ein Saumpfad das Inntal mit dem Loisachtal verband. Die Römer bauten diesen dann zur befestigten Straße aus.

Die Strecke vom Inntal über den Seefelder Sattel ins Loisachtal blieb auch nach den Römern eine wichtige Verkehrs­verbindung. Trotzdem wurde die Gegend um Klais lange Zeit kaum besiedelt. Im Frühmittelalter stand auf dem Klaiser Kirchfeld ein Kloster, das vermutlich wegen des ungünstigen Klimas schnell wieder aufgegeben wurde. Wir kommen an der gut dokumentierten Ausgrabungs­stätte vorbei. Später gab es einen Einödhof, zu dem noch ein Wirtshaus sowie ein Forsthaus hinzukamen. Erst mit dem Bau der Eisenbahnstrecke entwickelte sich dann die Ortschaft Klais.

Eine weitere Besonderheit auf der Wanderung stellen die für das Werdenfelser Land typischen Buckelwiesen dar. Vor allem um den Wildensee existieren schöne Bestände. Wegen ihres Artenreichtums besitzen sie eine hohe ökologische Bedeutung. Zur Entstehung der Buckelwiesen kursieren verschiedene Theorien.

Tourcharakter und Schwierigkeit

480 m15 km3:20 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Der Weg von Klais auf den Hohen Kranzberg ist sehr einfach, im unteren Teil wegen der Forststraßen aber auch recht eintönig. So richtig schön wird es ab dem Wildensee.
Für den alternativen, nicht beschilderten Rückweg kann ein bisschen Spürsinn nicht schaden.
Unabhängig davon welche Variante man für den Abstieg nimmt, mehr als einen halben Tag dauert die Wanderung in keinem Fall.

Wegbeschreibung

Historische Römerstraße bei Klais

Wir verlassen Klais nach Süden auf dem Fußweg entlang des Kranzbachs. Am Kirchfeld steht eine Infotafel über das abgegangene Kloster Scharnitz. Die Ergebnisse der Ausgrabung sind anschaulich zusammengefasst. Gleich darauf kommt das Originalstück der Römerstraße1. Es ist schon ein erhebendes Gefühl, über diesen historischen Boden zu laufen.

Zum Wildensee

Nach der Römerstraße wechselt man rechts auf den Elmauer Weg. Das ist die Mautstraße zum Schloss Elmau. Man folgt ihr etwa einen Kilometer und biegt bald nach der Mautstation wie beschildert links in eine breite Kiesstraße (Grieserweg) ein. In ausladenden Schleifen verläuft der Grieserweg durch einen öffentlich zugänglichen militärischen Bereich. Den Wald betritt man besser nicht. Wer weiß, was das so alles herumliegt.
Nach einiger Zeit kommt eine große Kreuzung, bei der es links zum Wildensee2 geht. Schon wenige Minuten später stehen wir vor dem idyllischen Bergsee. Ringsum ist er von Buckelwiesen umgeben. Der schönste Platz befindet sich oben bei der Kapelle. Neben dieser liegt ein auffälliger Felsblock, bei dem es sich vermutlich um einen Findling handelt.

Bike & Hike: Die erste Hälfte der Wegstrecke könnte auch mit dem Mountainbike gefahren werden. Der breite, moderat ansteigende Grieserweg stellt keine Herausforderung dar. Das Rad wird an der Kreuzung deponiert, bei der man vom Grieserweg zum Wildensee abzweigt.

Hoher Kranzberg über Kranzberghaus

Hinter dem Wildensee gelangt man in das kleine Skigebiet am Kranzberg. Am Pistenrand zieht sich ein Fußweg bergauf, der weiter oben in den teils geteerten Fahrweg zum Kranzberghaus mündet. Das Unterkunftshaus wird nun schnell erreicht. Es steht wenige Meter unterhalb des Gipfels3. Oben auf dem Hohen Kranzberg gibt es nebst einem Unterstand mit Rastbänken mehrere Reihen von Liegestühlen. Der anspruchsvolle Premiumw­anderer erwartet offenbar eine komfortable Gipfelmöblierung.

Rückweg durch das Bärental

Der kürzeste Abstieg nach Klais wäre derjenige vom Gipfel direkt nach Norden. Da die Tour aber sowieso nicht lang ist, bleibt noch Zeit für einen kleinen Schlenker. Dazu wandern wir vom Kranzberghaus auf einem breiten Kiesweg über die offene Hochfläche. An den beiden folgenden Gabelungen jeweils rechts halten. Das ist die Beschilderung Richtung Kranzbach und Klais.
Bei der dritten Abzweigung empfehle ich den unbeschilderten Ziehweg rechts, auf dem man sich von den belebten Wanderrouten abkoppeln kann. Er steigt anfangs ein wenig an. Bei gleichbleibender Höhe geht es dann in einem weiten Bogen auf der West- und Nordseite um den Kranzberg herum. Wenn sich der Weg aufspaltet, den linken Ast nehmen. Dieser ist teilweise verwildert und nicht immer klar erkennbar. Mehrere Lichtungen lockern den Wald auf. Im so genannten Bärental4 trifft man schließlich wieder auf einen regulären Steig, der zurück zum Hinweg führt.