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Kendlmühlfilzen-Rundweg

Erlebnisreiche Moorwanderung

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Auf den ersten Blick hat der ehemalige Torfbahnhof Rottau mit seiner restaurierten Bockerlbahn etwas Nostalgisches. In Wirklichkeit wurde dort auf übelste Weise Raubbau an der Natur betrieben. Mittlerweile liegt das drei Jahrzehnte zurück und die Kendlmühlfilzen wurden renaturiert. Die Narben der industriellen Torfgewinnung sind dennoch bis heute sichtbar.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Brunnhaus Klaushäusl
    2. Durch die Kendlmühlfilzen
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Wo früher Torf abgebaut wurde, sind durch die Wieder­vernässung kleine Seen entstanden. So hat die Renaturierung neue Lebensräume entstehen lassen.

Der Wanderweg durch die Kendlmühlfilzen erschließt auf wunderbare Weise alle Facetten dieses weitläufigen Hochmoors. Je nach Durchnässung des jeweiligen Standorts trifft man dabei auf unterschiedliche Pflanzen. Wo es eher trocken ist, wachsen Birken oder Latschen. Die offenen Heideflächen zeugen von der Entwässerung des Moors. Dort haben sich auf dem weichen Torfboden Zwergsträucher wie die Rauschbeere angesiedelt. Entlang der ehemaligen Gräben gedeihen Sumpf-Schwertlilien. Die nassen Kernzonen sind für die meisten Pflanzen eine lebensfeindliche Umgebung und das Rückzugsgebiet von Spezialisten wie den Torfmoosen oder dem Sonnentau. Eine Besonderheit stellen die großen Wasserflächen dar. Sie erstrecken sich an den Stellen, wo früher metertief Torf abgebaut wurde.

Torf ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber er wächst extrem langsam und nur solange das Moor intakt ist. Während die bäuerlichen Handtorfstiche den Kendlmühlfilzen über die Jahrhunderte kaum zusetzten, war der Frästorfabbau auf eine erschöpfende Ausbeutung angelegt. Erst starker bürgerlicher Druck bewog die in Umweltfragen traditionell zögerliche bayerische Staatsregierung, keine Genehmigungen mehr zu erteilen und die Kendlmühlfilzen 1992 unter Naturschutz zu stellen. So wurde ein wertvolles Stück Landschaft gerettet.

Tourcharakter und Schwierigkeit

16 km3:30 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zum Brunnhaus Klaushäusl

Man folgt vom Bahnhof in Bernau ein paar Hundert Meter der Bahnstrecke Richtung Osten und wendet sich dann rechts nach Farbing. Mit dem Bachweg und dem Waldweg stehen zwei Alternativen zur Auswahl. Beim Farbinger Hof1 treffen sie sich wieder. Kurz hinter dem Farbinger Hof links halten. Der Wanderweg verläuft auf Feldwegen und schlägt ein paar Haken. Dabei geht es nördlich an Rottau vorbei. Der Ort liegt auf einem Schwemmkegel. Im Norden und Osten ist Rottau von Mooren umgeben, im Süden liegt das Kampenwandgebiet, das die ganze Zeit im Blick ist. Nach Überqueren einer Nebenstraße kommt eine große, gepflegte Kneippanlage. Ab da richtet man sich nach der Beschilderung für das Museum Salz & Moor bzw. den Moorerlebnisweg. Wenig später wird eine weitere Nebenstraße gekreuzt. Danach biegt der Wanderweg südwärts und nähert sich den Kendlmühlfilzen. Beim Museum Salz & Moor2, das im Brunnhaus Klaushäusl untergebracht ist, sollte man den erwähnten Moorerlebnisweg ablaufen. Er ist sehr informativ und eine gute Vorbereitung auf den eigentlichen Besuch des Moors.

Durch die Kendlmühlfilzen

Von Klaushäusl wandern wir noch ein Stück ostwärts, bis es links endgültig ins Moor hineingeht. Dabei folgen wir stets den Wegweisern zur Aussichtsplattform. Der befestigte Weg verläuft teilweise entlang verfallener Gleise, die das ganze Moor durchziehen. So wurde früher der Torf abtransportiert. Bald nach der Aussichtsplattform3 ist eine der mit Wasser gefüllten Abbaustellen zu sehen. Heute ein sehr schöner Ort. Auf einem verschlungenen Waldweg, der noch den ein oder anderen alten Graben überquert, wird das Moor unterm Westerbuchberg wieder verlassen.
Die schnurgerade Strecke über den Torfbahnhof Rottau4 zurück nach Bernau zieht sich. Da ist der Torfbahnhof als technisch interessantes Industriedenkmal eine willkommene Abwechslung. Abgesehen davon gibt es auf dem Rückweg neben der Bahnstrecke nichts Besonderes mehr zu sehen.