Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Bayerisches Alpenvorland 

Moorerlebnis Kendlmühlfilzen

Eine gerettete Landschaft

(1)

Auf den ersten Blick hat der ehemalige Torfbahnhof Rottau mit seiner restaurierten Bockerlbahn etwas Nostalgisches. In Wirklichkeit wurde dort auf übelste Weise Raubbau an der Natur betrieben. Mittlerweile liegt das drei Jahrzehnte zurück und die Kendlmühlfilzen wurden renaturiert. Die Narben der industriellen Torfgewinnung sind dennoch bis heute sichtbar.

Zur Galerie (9 Fotos)

Der Wanderweg durch die Kendlmühlfilzen erschließt auf wunderbare Weise alle Facetten dieses weitläufigen Hochmoors. Je nach Durchnässung des jeweiligen Standorts trifft man dabei auf unterschiedliche Pflanzen. Wo es eher trocken ist, wachsen Birken oder Latschen. Die offenen Heideflächen zeugen von der Entwässerung des Moors. Dort haben sich auf dem weichen Torfboden Zwergsträucher wie die Rauschbeere angesiedelt. Entlang der ehemaligen Gräben gedeihen Sumpf-Schwertlilien. Die nassen Kernzonen sind für die meisten Pflanzen eine lebensfeindliche Umgebung und das Rückzugsgebiet von Spezialisten wie den Torfmoosen oder dem Sonnentau. Eine Besonderheit stellen die großen Wasserflächen dar. Sie erstrecken sich an den Stellen, wo früher metertief Torf abgebaut wurde.

Torf ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber er wächst extrem langsam und nur solange das Moor intakt ist. Während die bäuerlichen Handtorfstiche den Kendlmühlfilzen über die Jahrhunderte kaum zusetzten, war der Frästorfabbau auf eine erschöpfende Ausbeutung angelegt. Erst starker bürgerlicher Druck bewog die in Umweltfragen traditionell zögerliche bayerische Staatsregierung, keine Genehmigungen mehr zu erteilen und die Kendlmühlfilzen 1992 unter Naturschutz zu stellen. So wurde ein wertvolles Stück Landschaft gerettet.

Wegbeschreibung zur Wanderung

Anreise, Einkehr, Kartenmaterial