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Kramerspitz (1985 m) über Katzenkopf

Paradetour bei Garmisch-Partenkirchen

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Am Kramer gibt es derart viele Steige, dass man immer wieder eine andere Variante ausprobieren kann. Sinnvoll ist dies insbesondere im Hinblick auf die oft arg überlaufenen Hauptwanderwege. Oben treffen aber natürlich doch alle zusammen. Auf dem engen Kramergipfel kann dann zur Mittagszeit sogar der Platz knapp werden.

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Mit dem Königsstand hat der Kramer an seiner Nordostecke einen wuchtigen Vorposten. Unten vom Pflegersee könnte man ihn fast für einen richtigen Gipfel halten, obwohl er doch nur eine Art Kanzel ist. Auf den Königsstand führen neben einem markierten Wanderweg noch drei weitere Steige, die allesamt schmal und steil sind. Darunter zählt auch der hier beschriebene Maurersteig, welcher Trittsicherheit sowie unbedingt trockene Verhältnisse erfordert. Die Strecke vom Königsstand zum Katzenkopf ist ebenfalls steil, man fühlt sich jedoch auf Grund der Latschen sicherer. Insgesamt erweist sich der einsame Aufstieg über den Katzenkopf als recht anstrengend. Der Normalweg über St. Martin am Grasberg ist da auf jeden Fall bequemer und einfacher.

Liegt Alt- oder Neuschnee, ist bei der nordseitigen Querung hinter dem Mittergern große Vorsicht geboten. In dem abschüssigen Gelände nagt die Erosion andauernd am Kramersteig, wodurch dieser schon bei normalen Bedingungen an manchen Stellen schlecht zu gehen ist.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Maurersteig zum Königsstand

Praktischerweise hat am Kramer fast jeder Steig einen Namen. Fangen wir also zunächst am Pflegersee mit dem Kellerleitensteig an, welcher sich als breiter Weg entpuppt. Genau vor dem ersten Graben zweigt rechts dann der schmale Maurersteig ab. Es gibt keine Beschilderung oder Markierung. Der Steig zieht sich kurz am Graben bergauf, bevor er nach Norden schwenkt. Dort sind eine prähistorische Höhensiedlung sowie der mittelalterliche Burgstall Falkenstein bekannt. Oberflächlich ist nichts mehr erhalten. Ein Stück weiter geht es unter einer Felswand an der Wassergrotte1 vorbei, in der eine bunte Sammlung an Kreuzen steht. Vielleicht kann ein Stoßgebet nicht schaden, denn anschließend wird es etwas ausgesetzt. An einer besonders heiklen Stelle wurde ein Seil gespannt. Richtig genießen kann man den schönen, lockeren Kiefernwald erst, wenn die Felsstufe überwunden ist. Die übrige Strecke bis zum Königsstand2 ist simpel.

Katzenkopf und Kramerspitz

Vom Königsstand folgt man dem markierten Wanderweg etwa 200 m weit. Rechter Hand erscheint eine Felswand. Entlang dieser Wand verläuft der zunächst kaum erkennbare Kramersteig, der den offiziellen Weg schnell unter sich lässt. Bald taucht er in die Latschen ein und macht eine Kehrtwende nach rechts, so dass man sich nun über der Felswand befindet. Ein paar Meter sind exponiert. Vertun kann man sich in der freigeschnittenen Latschengasse nicht und gelangt so ohne Orientierungsprobleme auf den Katzenkopf3. Dort steht plötzlich der Hauptgipfel in greifbarer Nähe. Er ist allerdings noch eine Stunde entfernt.
Vom Katzenkopf geht es in einen Sattel hinab, wo der Aufstieg von St. Martin in den Kramersteig mündet. Der Kramersteig wird ab da breiter und gepflegter. Mit minimalem Felskontakt wird der Mittergern4 überschritten. Danach folgt die erwähnte Querung durch einen erosionsanfälligen Hang, der von einer zerklüfteten Wand aus Hauptdolomit überragt wird. Nach der Querung erreicht man einen langgezogenen Grasrücken. Dieser leitet zum Kramergipfel5 hinüber, welcher zuletzt über leichte Schrofen gewonnen wird.

Abstieg über St. Martin am Grasberg

Auf dem Rückweg nicht mehr über den Katzenkopf, sondern stattdessen bergab zur Martinshütte. Die Abzweigung zum Königsstand nahe der verfallenen Kramerhütte bleibt links liegen. Am Königsstand waren wir ja schon. Weiter unten gibt es im Bereich der so genannten Schwarzen Wand seit vielen Jahrzehnten eine Aussichtsplattform6 aus Metall. Diese Felsenkanzel bietet nochmals einen herrlichen Blick über den Garmischer Talkessel.
Ab der Einkehrmöglichkeit an der Martinshütte7 läuft man zeitweise auf einer Kiesstraße. Aber nicht zu lange! Schon nach wenigen Kehren führt links der Kellerleitensteig zurück zum Pflegersee. Also nicht bis zum Kramerplateauweg absteigen. Das wäre ein Umweg.