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Zirbelkopf (1989 m) vom Kämitor

Einsame Bergtour unter der Wettersteinwand

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Das Gebiet zwischen Kämitor und Zirbelkopf liegt sehr abgeschieden und ist ein Dorado für Freunde abseitiger Pfade. Der übliche Zugang ist derjenige von Elmau. Attraktiver, aber auch länger ist der Aufstieg von der Partnachklamm über die Wettersteinalm. Dafür sollte man äußerst stramm unterwegs sein und für den finalen Gipfelsturm etwas Klettererfahrung mitbringen.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zur Wettersteinalm
    2. Kämitor und Zirbelkopf
    3. Rückweg über die Kämialm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (10 Fotos)
Langsam rückt der Zirbelkopf näher.
Im Hauptteil der Tour bewegt man sich, wie schon angedeutet, auf mitunter recht vagen Trampelpfaden und verwilderten Steigen. Nur hin und wieder sind einzelne verblasste Markierungen oder kleine Steinmandl vorhanden. Weitaus deutlicher als die menschlichen Begehungsspuren sind die Gamswechsel, denen man durchaus auf einigen Abschnitten folgen könnte. Häufig sind die tierischen Wegewärter sogar persönlich anzutreffen.
Neben der Abgeschiedenheit beeindruckt vor allem die karge Landschaft der ausgedehnten Kare im Schatten der Wettersteinwand. Das Wechselspiel von Geröllfeldern, üppigen Grasmatten und Blockwerk lässt einem dort die Zeit fast vergessen. Eine Besonderheit stellen die in den Bayerischen Alpen seltenen Zirbelkiefern dar. Sie besiedeln Standorte in der Latschenzone, die für Fichten zu rau sind. Insgesamt ist der Bestand dünner als drüben am Schachen. Die meisten Zirbelkiefern wachsen im Bereich des Kämitors.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1660 m24 km9:30 h

Anspruch■■■■■ T5 II-
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Zur Wettersteinalm

Vom Garmischer Skistadion spaziert man entlang der Partnach auf einer kaum befahrenen Straße hinter zur Partnachklamm1. Die Klamm ist das erste Highlight der heutigen Tour. Morgens ist noch wenig los und der ideale Zeitpunkt, um ein paar Fotos zu schießen.
Hinter der Partnachklamm teilen sich am Zusammenfluss von Ferchenbach und Partnach die Wege. Vorerst gelten die Schilder zum Schachen. Es geht sogleich links des Reintals auf dem Kälbersteig anstrengend bergauf. Der stark frequentierte Steig ist breit ausgebaut und mit vielen Stufen befestigt. Nach 400 Höhenmetern flacht das Gelände ab und es wird bei der abgegangenen Kälberhütte2 eine Forststraße überquert. Die Forststraße macht eine Schleife, wodurch wir sie erneut treffen, um ihr diesmal ein kurzes Stück zu folgen. Die nächste Schleife kann wieder abgekürzt werden. Danach nicht mehr wie beschildert geradeaus, sondern unbedingt auf der Forststraße nach links laufen! Das ist ein Schleichweg zur Wettersteinalm, der zusätzliche Höhenmeter vermeidet. Man landet wenig später bei einem Holzlagerplatz. Dort rechts den verwachsenen Rückeweg nehmen, welcher sich schnell zu einem dünnen Trampelpfad verjüngt. In leichtem Auf und Ab macht der Pfad einen Bogen um den Rachen und trifft am Laingraben auf den Schachenweg (Königsweg) von Elmau. Direkt voraus liegt nun die Wettersteinalm3.

Kämitor und Zirbelkopf

Zum Kämitor muss man kurz vor der Wettersteinalm links durch die Almweide bergauf. Erst weiter oben tauchen Spuren auf und werden schnell deutlicher. Zunächst geht es südwärts auf die Felswände zu. Wenn die letzten Latschen zurückweichen, steigt man nach Osten durch eine mühsame und steile Schutthalde zum Kämitor4 auf. Von da ist zum ersten Mal der noch weit entfernte Zirbelkopf zu sehen.
Beim Abstieg auf der anderen Seite des Kämitors hält man sich eher links, um den Felsstufen zur Wettersteinwand hin auszuweichen. Über eine liebliche Blumenwiese gelangt man hinab ins Kämital. Den mehr oder weniger klaren Spuren folgend wird bald der nächste Sattel neben dem latschenbewehrten Oberen Kämikopf5 erreicht.
Bevor endgültig der Zirbelkopf dran ist, kommt noch der Kessel des Windfallkars. Es gibt mehrere geeignete Linien durchs Geröll, die wohl alle von den Gämsen gepflegt werden.
Der Aufstieg zum Zirbelkopf wird recht eindeutig von der Hangstruktur vorgegeben. Der Steig ist auch gut sichtbar und mit einigen Steinmandln markiert. Anfangs zieht er sich durch eine Latschenschneise diagonal nach rechts oben und quert etwa in der Hangmitte nach links. Zielpunkt ist logischerweise die nördliche der beiden Scharte. Ab da wird dann geklettert. Die ersten paar Meter verlaufen an einer Bruchstelle (II-). Darüber liegt Rollsplitt herum, was vor allem abwärts gefährlich ist. Ein sehr schmales, exponiertes Band leitet in die Latschen. Zuletzt in anspruchsvollem Gehgelände zum Gipfel6.

Rückweg über die Kämialm

Um nicht hin und zurück komplett dieselbe Strecke abzulaufen, empfehle ich die Variante über die Kämialm. Dazu vor dem Oberen Kämikopf weglos nach Norden wenden. Hinter einer kleinen Anhöhe duckt sich die Kämialm7 in eine feuchte Mulde. An der Almhütte führt ein von Kühen stark zertrampelter Weg vorbei und dreht ein Stück weiter nach links in eine Rinne. Das ist der einzige Durchlass nach Westen ins Kämital. Die Rinne ist steil und rutschig. Unten im flachen Talgrund verläuft ein breiter werdender Weg hinaus zum markierten Schützensteig8. Auf dem Schützensteig wandert man mit minimalem Gegenanstieg zurück zur Wettersteinalm.