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Brünnstein (1619 m) und Gießenbachklamm

Lange Bergtour bei Oberaudorf

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Mit dem Brünnstein laufen die Bayerischen Voralpen nach Osten hin aus. Wer ihn vom Inntal aus in Angriff nimmt und mit der Bahn anreist, muss ausreichend Kondition mitbringen. Während der Zustieg von Oberaudorf noch im Rahmen ist, sollten nur sehr stramme Geher oder Trailrunner den Rückweg durchs Gießenbachtal nach Kiefersfelden in Betracht ziehen.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Übers Hocheck zum Brünnstein
    2. Rückweg durchs Gießenbachtal
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
Zur Galerie (11 Fotos)
Am Brünnsteingipfel steht eine Kapelle.

Die schnelle Erreichbarkeit vom Tatzelwurm und der Rosengasse aus, die anmutigen Almen ringsum, der spannende Dr.-Julius-Mayr-Weg und der fabelhafte Blick zum Kaisergebirge verschaffen dem Brünnstein außerordentlich viel Besuch. Weniger los ist hingegen auf der hier vorgestellten Strecke vom Hocheck durchs Brunntal sowie hinab ins Gießenbachtal. Das Gießenbachtal selbst ist wieder belebter. Die einladenden Grillplätze direkt am Bach, die aufregende Vordere Gießenbachklamm und die kinderfreundliche Schopperalm sind klassische Ziele für Familienausflüge.

Vor allem wegen des Rückwegs durchs Gießenbachtal summiert sich diese Runde insgesamt auf eine beachtliche Länge. Sie ist daher eher für Vielgeher und Trailrunner als für Durchschnittswanderer geeignet. Die einzige anspruchsvollere Passage ist der Dr.-Julius-Mayr-Weg (siehe Topo) am Brünnsteingipfel. Dieser einfache Klettersteig ist exzellent abgesichert. Er stellt schwindelfreie und trittsichere Wanderer vor keinerlei Probleme. Abgesehen davon wechseln sich gepflegte Bergwege mit Kiesstraßen ab. Letztere sind teilweise eine rechte Hatscherei.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1240 m23 km7:30 h

Anspruch■■■■■■ T4 A/B
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Übers Hocheck zum Brünnstein

Das erste Etappenziel ist das Hocheck. Dazu vom Bahnhof Oberaudorf zur Hauptstraße vor und dann links. In der Ortsmitte entsprechend der Beschilderung für die Hocheckbahn rechts wenden. Die Talstation der Hocheckbahn wäre aber ein Umweg, außer man möchte sich die ersten 300 Höhenmeter sparen. Für den Aufstieg mit Muskelkraft stattdessen ca. 400 m auf der Bad-Trißl-Straße bleiben und anschließend links zum Waldrand hinter. Dort beginnt die Kiesstraße Richtung Hocheck, die mit ihren steilen Kehren im Winter eine beliebte Rodelbahn ist. An einigen Höfen vorbei, Wald und Wiesen im Wechsel wird auf ihr bequem das Hocheck1 erreicht.
Westwärts vom Hocheck genießen wir noch ein Stück im Freien und haben dabei das Gipfelziel vor Augen. Danach fällt die Route im bewaldeten Nordhang des Schwarzenbergs moderat ab und verjüngt sich kurzzeitig zu einem Pfad. An einem großen Wegedreieck im Ramgschöß2 geht es links hinauf in den Fleckgraben und wenig später von der Forststraße rechts auf den Steig Nr. 652. Nicht geradeaus die längere Strecke über Rechenau nehmen! Nun sehr abwechslungsreich entlang der Fritzenwand durchs Brunntal zum Brünnsteinhaus. Gegen Ende auf die Abzweigung rechts achtgeben, sonst quert man unterhalb des Brünnsteinhauses hinüber zum Fahrweg.
Unmittelbar hinterm DAV-Haus3 zieht sich der Dr.-Julius-Mayr-Weg in die Felsen empor. Stahlseile und sogar Treppen beseitigen jegliche Kletterschwierigkeiten. Höhepunkt ist ein enger, mehrere Meter langer Felsdurchschlupf. Nach der unterhaltsamen Kletterei steht man recht unvermittelt auf dem langgezogenen, schmalen Ostgipfel4, der mit seiner Kapelle ein bekanntes Fotomotiv ist.

Rückweg durchs Gießenbachtal

Wir wählen im Abstieg die einfachere Variante nach Westen zur Himmelmoosalm mit einigen Sicherungen im oberen Bereich. Bei der zweiten Hütte der Himmelmoosalm entfernt sich links unser Steig ins Gießenbachtal. Jenseits der Herrnalm führt er durch steile, von vielen Viehgangeln zerfurchte Hänge. Unten kommt man beim Naturfreundehaus Gießenbachhütte5 heraus.
Von da verläuft eine Kiesstraße mal auf der einen, mal der anderen Seite des Gießenbachs hinaus zur Schopperalm. Zwischendrin wird die Engstelle der Hinteren Gießenbachklamm passiert, die allerdings nicht sonderlich beeindrucken ist. Dahinter gibt es einen Wanderparkplatz und man muss ein wenig Autoverkehr in Kauf nehmen. Die Abzweigung Rechenau – Buchau, die eine Verbindung zum Aufstiegsweg herstellt, bleibt links liegen. Wir entfernen uns etwas vom Gießenbach und müssen aufpassen, wann es rechts zur Schopperalm6 hinabgeht. Überall stehen Schilder, doch an dieser Stelle wurde es vergessen. Die quirlige Alm liegt unweit der Vorderen Gießenbachklamm am Rande einer großen Wiese. Die Gießenbachklamm beginnt an einer Staumauer. Leider erlaubt der betonierte Klammweg nur anfangs einen Blick bis zum Grund des engen Canyons. Erst am unteren Ende der Gießenbachklamm7 lässt sich noch einmal die Schönheit des verborgenen Schluchtinneren erahnen. Hinter der Klamm mündet der Gießenbach bei einer Mühle mit großem Wasserrad schließlich in den Kieferbach. Müde Wanderer können dort in der Hochsaison den Wanderbus nehmen. Ansonsten links und der Straße am Kieferbach folgen. Man überschreitet bald die Gleisstrecke der Wachtlbahn, auf der regelmäßig touristische Museumsfahrten stattfinden. An der Fußgängerbrücke beim Wasserfall am Hechtsee8 über den Kieferbach und rechts des Bachs nach Kiefersfelden. Im Ort auf der Hauptstraße südwärts und zuletzt links zum Bahnhof.