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Igelskopf (2224 m) und Hinteres Tajatörl

Raue Kare, blaue Seen

(aktualisiert am )

Eine Stunde von der Ehrwalder Alm entfernt taucht man im Igelskar in eine karge, abgeschiedene Felslandschaft ein. Fast wie eine andere Welt! Früher wurde dort oben Blei-Zink-Bergbau betrieben. Heutzutage wandern nur noch ganz wenige hinauf ins Igelskar. Denn abgesehen vom Igelskopf gibt es ringsum ausschließlich anspruchsvolle Gipfelziele.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Zum Igelsee
    2. Knappensteig ins Igelskar
    3. Vorderer Igelskopf
    4. Hinteres Tajatörl über Brendlkar
    5. Drachensee und Seebensee
    6. Hoher Gang
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarte und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Nord- und Südgipfel des Vorderen Igelskopfs mit der Igelsscharte rechts daneben. Die Berge dahinter gehören zum Wetterstein.

In den Miemingern findet man viele Gipfel, die nur wenige Male im Jahr bestiegen werden. So einer ist auch der Igelskopf. Er wird zu den nördlichen Seitenkämmen gerechnet, genauso wie der Breitenkopf, der Tajakopf, der Drachenkopf und einige andere. Im Süden versperrt dort zwar der schroffe Hauptkamm den Blick, doch nach Norden hat man einen unvergleichlichen Logenplatz zum Wettersteingebirge.
Zwischen den Seitenkämmen liegen wilde Kare mit großen Geröllfeldern und den vom Gletscher geformten typischen Rundbuckeln. Auf den ersten Blick eine Felswüste, auf den zweiten ein Paradies für seltene Hochgebirgs­blumen.Eine Besonderheit der Tour stellen die wunder­schönen Bergseen dar, sie sich wie auf einer Perlenkette aneinanderreihen. Los geht es mit dem Igelssee. Später kommen wir dann an dem unwirklich blauen Drachensee und zuletzt dem beliebten Seebensee vorbei. Im Igelskar und Brendlkar existieren außerdem ein paar namenlose Tümpel. Sie tauchen aber erst auf, wenn der Schnee weitgehend geschmolzen ist.

Bergbaugeschichte: Die Bergbau­tätigkeit im Mieminger Gebirge reicht mindestens bis ins Mittelalter zurück. So wurde unter anderem Silber, Blei und Zink gewonnen. Die Stollen konzentrieren sich vor allem auf die Silberleiten, den Schachtkopf, den Tajakopf sowie das Igelskar. Weitere Details können beim Bergwerksverein Silberleithe Tirol nachgelesen werden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1100 m1490 m15 km6:40 h

Anspruch■■■■■■ T4 I A/B
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Für diese Bergtour sollte man im steilen Gelände aus Geröll, Schrofen und möglichen Altschneefeldern trittsicher zu Hause sein. Kletterkönnen ist nicht erforderlich.

Die Wegfindung bereitet zum Teil Stirnrunzeln. Markierungen und Beschilderungen sind eher knapp gehalten. Der Schnee liegt lange oben in den Karen und verdeckt die ohnehin schlecht erkennbaren Steige. Auch die Fußspuren der wenigen Menschen tauen schnell wieder weg. Daher auf keinen Fall bei schlechter Sicht unternehmen!

Wegbeschreibung

Zum Igelsee

Wir folgen von der Ehrwalder Alm erst einmal dem Fahrweg Richtung Seebensee. Er kreuzt bald den Geißbach, der ein Stück weiter oben entspringt und zur Loisach fließt. Der Weg führt dann auf eine Anhöhe, von der es wieder leicht bergab geht. Gleich danach muss man an einer Kreuzung wie beschildert links abzweigen und gelangt schnell hinab zum Igelsee1.

Knappensteig ins Igelskar

An der Südostecke des Igelsees knickt der Fahrweg nach links zum Gaistal. Kurz davor nimmt man rechts den grasbewachsenen Waldweg. Dieser dreht wenig später ebenfalls nach links. Genau an der Kurve beginnt der nicht beschilderte, doch recht passable ehemalige Knappensteig. Durch einen lichten Lärchenwald, der zwischen undurchdringlichen Latschenfeldern liegt, steigt er ins Igelskar hinauf. Links fällt nach einiger Zeit die Abraumhalde des Hermann-Stollens2 auf. Das Befahren des Bergwerks ist nicht gestattet. Ein paar Grundmauern der Knappenhäuser sind noch zu sehen.
Vor dem Stollen biegt der Steig nach rechts. Die letzten Latschen treten langsam zurück und wir erreichen die Karschwelle.
Im Igelskar3 oben werden die Spuren schwächer, doch es wurde ausreichend markiert. Am Fuße des Igelskopfs leitet der Steig tiefer ins Kar hinein. Auf der Ostseite ist unter einer überhängenden Wand die kleine Breitenkopfhütte (DAV Selbstversorger) zu sehen.

Vorderer Igelskopf

Unter der Igelsscharte trifft man auf einen quer verlaufenden Steig. Er komm von der Scharte herab und zieht sich hinüber zur Breitenkopfhütte. Auf diesem Steig nun etwas mühsam im Geröll in die Igelsscharte, die sich zwischen dem Hinteren und Vorderen Igelskopf befindet. Die Scharte wird von einem großen Steinhaufen markiert.
Zum Vorderen Igelskopf leiten die Spuren östlich um seinen Südgipfel herum, bevor es über Schrofen (I) und etwas exponiert zwischen die beiden Gipfel hinaufgeht. Von dort sind es nur noch wenige Meter zum Nordgipfel4 mit Kreuz.

Hinteres Tajatörl über Brendlkar

Die Abstiegsroute von der Igelsscharte ins Brendlkar5 vollzieht einen Südbogen durch das Geröll. Die Landschaft hat große Ähnlichkeit mit derjenigen des Igelskars. Zum Teil lässt sich der Steig schlecht ausmachen. Das Gelände ist aber wenigstens recht übersichtlich. Nach einiger Zeit wird der stärker frequentierte Ganghofersteig erreicht.Der Gegenanstieg zum Hinteren Tajatörl beträgt knapp 300 Höhenmeter. Wer darauf keine Lust mehr hat, kann nun nordwärts auf dem Ganghofersteig durch das Kar absteigen und zur Erhwalder Alm zurückwandern.Bergauf quert der Ganghofersteig den Ostausläufer des Hinteren Tajakopfs und steuert direkt auf das Hintere Tajatörl6 zu. Die letzten hundert Höhenmeter sind sehr steil. Das Tajatörl ist der höchste Punkt des Tages.

Drachensee und Seebensee

Der Weg scheint zunächst die falsche Richtung einzuschlagen. An der Abzweigung zur Grünsteinscharte biegt er dann aber scharf nach Norden und führt auf einen begrünten Absatz. Die Leute legen dort mit Steinen allerlei Liebesgrüße und Figuren. In der Karmulde linker Hand liegt ein Tümpel, der oft erst im Sommer auftaut. Von weiter unten grüßt bereits der tiefblaue Drachensee herauf. Neben dem Drachensee steht die vom DAV betriebene Coburger Hütte7.
Von da schlängelt sich ein ausgefranster, viel begangener Steig durch die Latschen hinunter zum Seebensee.

Hoher Gang

Spannender als den hatscherten Fahrweg zur Ehrwalder Alm zu nehmen, ist der Abstieg durch den Hohen Gang. Dazu am Nordende des Seebensees links wenden. Der felsige, teils gesicherte Steig (A/B) durch den Hohen Gang8 wird völlig zu Recht nur Geübten empfohlen. Wenn viel los ist, kann auch mal der ein oder andere Stein fliegen. Unterhalb der Felsen folgt ein kleines Geröllfeld, das sich gut abfahren lässt. Im Wald zweigt später rechts der Weg zurück zur Talstation ab, der zum Schluss entlang des Geißbachs verläuft.