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Hohenfreyberg und Eisenberg

Burgenwanderung vor der Alpensilhouette

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Höhepunkt dieser Rundwanderung im Allgäu sind die Ruinen Hohenfreyberg und Eisenberg. Bilden die beiden doch ein wirklich außergewöhnliches Burgenensemble. Hinzu kommt noch die wundervolle Lage direkt vor der Alpenkulisse. Einkehr­möglichkeiten gibt es obendrein. Viel mehr kann man sich von einer Wanderung eigentlich nicht wünschen.

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Die beiden Ruinen Hohenfreyberg und Eisenberg repräsentieren nicht nur zwei sehr verschiedene Burgentypen, sie wurden auch auf recht unterschiedliche Weise saniert. Durch ihre räumliche Nähe zueinander ist das besonders augenfällig.

Bei der Burgruine Eisenberg nahm man im Zuge der Sanierung umfangreiche Rekonstruktions­arbeiten vor. Der typische Ruinencharakter ging durch das geglättete Mauerwerk zum Teil verloren. Gut erkennbar ist noch ihr Aufbau als Mantelburg. Im Inneren gibt es keine freistehenden Gebäude. Alle lehnen sich an die mehrere Stockwerke hohe Ringmauer, welche die Burg ummantelt.

An der Burgruine Hohenfreyberg wurden nach Entfernen des Baumbewuchses lediglich stabilisierende Maßnahmen durchgeführt. Ihr äußeres Erscheinungsbild blieb so im Ist-Zustand konserviert. Sie sieht infolge­dessen wie eine in fortlaufender Auflösung begriffene Ruine aus. Romantischer wirkt das auf jeden Fall. Das Konzept dazu entwickelte der Burgenforscher Dr. Joachim Zeune.

Mit der Sanierung begann auch die bau­geschichtliche Untersuchung. Wie sich herausstellte, wurden die zwei Burgen mehrmals umgebaut und wehrtechnisch verstärkt. Als es im 30-jährigen Krieg durch den schwedischen Vormarsch ernst wurde, gab die Tiroler Landesregierung die Burgen auf und ließ sie 1646 niederbrennen. Man fürchtete, dass sich die Schweden dort festsetzen könnten. Seitdem sind es Ruinen.

Museumstipp: Im 2017 völlig neu gestalteten Burgenmuseum Eisenberg im Ortsteil Zell wird die Vergangenheit lebendig. Das Museum befasst sich auf anschauliche Weise mit der Baugeschichte von Hohenfreyberg und Eisenberg, dem Leben auf der Burg sowie wichtigen historischen Ereignissen.

Wegbeschreibung zur Wanderung

Nach Weizern

Vom Bahnhof Weizern-Hopferau bis zur Ortschaft Weizern muss man entlang einer stark befahrenen Straße laufen. Zum Glück ist das nur ein Kilometer weit. Den Weg über Eisenberg einzuschlagen wäre jedenfalls auch nicht besser.
In Weizern1 dann beim Wegweiser zu den Burgen links. Wenige Meter weiter steht das winzige Schloss Weizern. Es hat seinen Ursprung wahrscheinlich in einer längst vergangenen Burg.

Zum Drachenköpfle

Wir wandern auf einem Feldweg nach Südwesten aus Weizern hinaus. Bald leitet uns die Beschilderung nach links durch eine Wiese. Nicht geradeaus weiterlaufen! Im Wald wird der Weg gleich wieder deutlicher und dreht westwärts. Zwischendrin gibt es ein paar nette Ausblicke auf den Aggenstein.
Kurz vor der Schlossbergalm könnte man einen Abstecher auf das Drachenköpfle2 machen. Zwecks der Aussicht lohnt es sich zwar nicht, aber die Lichtung oben ist ein ruhiges Plätzchen für die Brotzeit.
Im Drachenköpfle existiert eine kleine Höhle, das Drachenloch. Die Höhle besitzt zwei Eingänge. Wer hindurch­kriechen möchte, sollte Helm und Stirnlampe mitnehmen. Dreckig wird man dabei bestimmt.

Hohenfreyberg und Eisenberg

Nach dem Drachenköpfle kommen wir als Nächstes bei der Schlossbergalm vorbei. Hinter der Einkehr führt ein breiter Fußweg zwischen die beiden Ruinen hinauf. Als Erstes besuchen wir Eisenberg3. Sie ist ja auch die ältere.
Hinüber zu Hohenfreyberg liegt linker Hand eine Lichtung. Auf dieser könnte man nach den so genannten Malefizsteinen suchen. Insgesamt 11 dieser Grenzsteine gruppieren sich rings um Hohenfreyberg. Sie markierten einst ihren Gerichtsbezirk. Einer der Malefizsteine steht mitten auf der Lichtung, ein weiterer am Ostrand. Ihre genaue Position kann im Bayerischen Denkmal-Atlas nachgeschaut werden.

Über den Schlossweiher nach Zell

Statt direkt nach Zell zu wandern, lässt sich noch ein netter Schlenker über den Schlossweiher machen. Dazu beim Rückweg von Hohenfreyberg gleich bei der ersten Gelegenheit links wenden. Anschließend an einer Rechtskurve geradeaus auf einen untergeordneten Weg wechseln. Ansonsten würde man wieder bei der Schlossbergalm landen. Die Stelle ist nicht beschildert. Bevor unten der Wald verlassen wird, wäre links nochmals ein Malefizstein zu sehen.
Im Freien geht es nun über eine feuchte Wiese zu einem Feldweg und auf diesem in einem Linksbogen zum Schlossweiher4. An Westende des kleinen Moorweihers ist es möglich abzukürzen. Dazu kurz am Ufer entlang und danach auf einem unbefestigten Waldweg bergauf zu einem Holzlagerplatz. Dort trifft man auf einen breiten Kiesweg, dem man nach links folgt. An der nächsten Abzweigung rechts hinab nach Zell5. Nahe der Dorfkirche befindet sich das Burgenmuseum Eisenberg.

Rückweg über Speiden

Im Süden von Zell bei einem Parkplatz links und dann über die breite Straße. Auf der anderen Seite Richtung Speiden bzw. Mariahilf halten. Man bleibt ein Stück auf der Nebenstraße nach Unterdolden, bis links die Abzweigung für Speiden kommt. Das ist nun nochmals ein netter Abschnitt, bei dem uns ein munteres Bächlein begleitet.
Am Ortsrand von Eisenberg schließlich nach rechts biegen und auf einer Straße nach Speiden6. Sehenswert ist die Wallfahrtskirche Mariahilf. Wie es sich für einen bayerischen Wallfahrtsort gehört, gibt es auch eine Brauerei nebst Gasthaus. Von Speiden führt ein Fußweg über die Wiesen zurück zum Bahnhof Weizern-Hopferau.