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Höhenberg (958 m) bei Oberau

Wanderung zum Paradies und Loisachblick

Bei Oberau gibt es drei sympathische Aussichtspunkte mit den viel­versprechenden Namen: Am Grünen Fleck, Loisach­blick und Am Kleinen Paradies. Besonders das Paradies am Höhenberg ist ein echtes Kleinod. Es handelt sich dabei um einen mit Kiefern bestandenen, exponierten Absatz, von dem der Blick ungehindert hinüber zum Ettaler Manndl schweift.
Stand:

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Am Kleinen Paradies
Der idyllische Rastplatz Am Kleinen Paradies auf dem Höhenberg.

Selbst den meisten Kennern der Münchner Haus­berge sagt der Höhen­berg erst einmal nichts, obwohl viele auf ihrem Weg Richtung Garmisch-Parten­kirchen regelmäßig dran vorbei­fahren. Der niedrige Berg­rücken erstreckt sich nämlich zwischen Eschen­lohe und Oberau auf der West­seite des Loisach­tals. Die Bundes­straße verläuft direkt zu seinen Füßen. Wenigsten die so genannte Eingefallene Wand an der Ostseite des Höhen­bergs dürfte machen schon einmal aufgefallen sein. Schließlich steht man unter der steilen, mit Kiefern bewachsenen Flanke nicht selten im Stau, woran auch die Eröffnung des Oberauer Tunnels im Mai 2022 keine wesentliche Besserung brachte.Oberau leidet seit Jahr­zehnten an einem stetig wachsenden Durchfahrts­verkehr.Zur Entlastung der geplagten Bevölkerung entstand von 2015 bis 2022 eine Umfahrung mit zwei Tunnel­röhren. Der Tunnel führt in einem weiten Bogen unter dem Aussichts­punkt Am Grünen Fleck sowie dem Kirchbichel mit der bekannten Bergkirche hindurch. Er ist der längste Straßen­tunnel Bayerns.
Zur weiteren Stau­reduzierung entsteht darüber hinaus ein Tunnel am Auerberg, dem südlichen Ausläufer des Höhen­bergs. Die Röhre wird hinter der Eingefallenen Wand liegen. Der Spatenstich erfolgte im Sommer 2021. Fertig werden soll der Auer­berg­tunnel voraussichtlich 2028.
Ungelöst ist noch das Problem der ebenfalls stark befahrenen B 23 von und nach Oberammergau.

Bei Garmisch-Partenkirchen wird außerdem schon seit 2011 am Kramertunnel gebohrt. Und auch am Wank ist ein Tunnel in Planung.Diese umfangreichen Straßenbau­projekte verschlingen Hunderte Millionen und beeinträchtigen das Land­schafts­bild erheblich.Das alles geschieht nur, damit der Freizeit­verkehr rollen kann. Oben am paradiesischen Höhenberg scheint das alles weit weg. Trotzdem ein Grund darüber nachzudenken, ob nicht auch das eigene Verhalten dazu beiträgt, dass die Landschaft immer weiter verbaut werden muss.

Tourcharakter und Schwierigkeit

510 hm 11 km3:10 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Höhenberg bietet eine gemütliche, einfache Halbtages­wanderung auf bestens beschilderten und markierten Wegen. Die Strecke eignet sich zu jeder Jahreszeit, wobei im Winter zum Teil mit überfrierender Nässe zu rechnen ist. Viel Schnee liegt auf dem niedrigen Berg aber nur selten. Unabhängig von der Jahres­zeit sollte man auf jeden Fall einen sonnigen Tag wählen, damit man auch etwas von den schönen Aussichts­punkten hat.

Wegbeschreibung

Zum Grünen Fleck

Ein abwechslungsreicher Wanderweg führt zum Aussichtspunkt Am Grünen Fleck.

Wir überqueren beim Bahnhof Oberau zunächst die stark befahrenen B 2. Es gibt eine Fußgängerampel und eine Unter­führung. Das erste Etappenziel ist dann der Aussichts­punkt Am Grünen Fleck. Dazu auf der Mühl­straße durch den Ort hindurch und auf der anderen Seite des Mühlbachs den Weg Am Mühlberg zum so genannten Bärli-Hof hinauf. Hinter dem Anwesen wird ein Bächlein überquert. Danach entsprechend der Beschilderung nach links wenden. Zu Beginn schlängelt sich der Steig über eine schmale Lichtung, später taucht er in einen freund­lichen Berg­misch­wald ein. Der Aussichts­punkt Am Grünen Fleck1 ist schnell erreicht. Auch wenn er langsam zuwächst, bietet sich von dort doch noch immer ein sehr schöner Blick auf das Wettersteingebirge.

Katzental

Etwa hundert Meter nach dem Zwischenstopp Am Grünen Fleck mündet der Steig in eine Forststraße. Links ginge es über den Laber auf das Ettaler Manndl, allerdings eine ziemlich verwickelte, nicht offizielle Wander­route. Wir müssen statt­dessen rechts bergab. Es folgt nun etwa eine Stunde auf Forst­straßen. Dabei steigt man erst einmal mit deutlichem Höhen­verlust in das schattige Katzental ab. Unten trifft man beim Katzen­talmoos2 auf eine weitere Forst­straße. Auf dieser kurz links und dann gleich wieder rechts über die Auer Laine wechseln.

Höhenberg

Walchenseeberge
Aussicht vom Höhenberg in die Walchenseeberge mit Osterfeuerspitze und Hirschberg.

Unter der Westseite des Höhenbergs werden die verlorenen Höhen­meter langsam wieder gutgemacht. Ein Weg­weiser zeigt uns die Abzweigung rechts zum Loisach­blick an. Diese Strecke führt auch über den Höhen­berg und ist weißblau markiert. Zunächst wird eine Weide­fläche gestreift, die eine schöne Aussicht zur Osterfeuer­spitze und zum Hirschberg ermöglicht. Nachher verjüngt sich der Weg und es geht dicht an den West­abbrüchen entlang. Der höchste Punkt am Höhenberg ist bewaldet und uninteressant. Doch ein Stück unterhalb liegt am Südrücken der idyllische Rastplatz Am Kleinen Paradies3. Hoffentlich ist er nicht besetzt, damit man dort in Ruhe Pause machen kann.

Loisachblick

Loisachblick
Düster ragt das Estergebirge mit der zerklüfteten Wassersteinwand über dem Loisachtal auf.

Der Steig bleibt nach dem Paradies noch etwas an der Abbruchkante, bevor er am Auerberg nach links knickt. Bald kreuzt er einen morastigen Rückeweg. Dort wächst ein lichter Buchenwald. Die Stelle ist etwas unüber­sicht­lich, also genau auf die blauen Markierungen an den Bäumen achten.
Wenig später kommt dann mit dem Loisach­blick4 schon der nächste fotogene Panorama­punkt. Es gibt einen hölzernen Unter­stand. Im Tal unten liegen ausgedehnte Moore und gegenüber erhebt sich die düstere Steilflanke des Estergebirges.

Rückweg über das Heldenkreuz

Heldenkreuz
Der Veteranenverein Oberau stellte 1997 das Heldenkreuz zum Gedenken an die gefallenen, vermissten und verstorbenen Soldaten auf.

Vom Loisachblick geht es auf einem schmalen Weg über das Helden­kreuz5, einer Gedenk­stätte für gefallene und vermisste Soldaten, und die Sieben Bankerl schnur­stracks nach Oberau hinab.
Unten kommt man nahe der ehemaligen Gips­brüche heraus, an die noch der Straßen­name Am Gipsbruch6 erinnert. Der Sockel des Auerbergs besteht in diesem Bereich aus den Raibler Schichten der Obertrias. Gips­gesteine treten darin häufig auf. Seit dem 17. Jahr­hundert brachte die Gips­gewinnung den Oberauern einen bescheidenen Wohl­stand. Die Brüche lagen dort, wo sich heute der Tunnel­eingang befindet. Eine Zeit lang diente der aufgelassene Tagebau als Müll­kippe. Im Rahmen des Tunnel­baus wurde das Gelände saniert und das belastete Material entsorgt.
Wir könnten nun rechts am Freibad vorbei­laufen. Günstiger ist es aber, dem Gießenbach bis zur Mühlstraße zu folgen, die wir ja bereits vom Hinweg kennen.