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Ammergauer Hochwanner (2085 m)

Einsame Bergtour im Schatten des Daniels

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An manchen Tagen sind wohl auf dem Daniel mehr Leute unterwegs als am Hochwanner im ganzen Jahr und das wird sicher auch so bleiben. Denn abgesehen davon, dass der Hochwanner neben dem dominanten Daniel eher unscheinbar wirkt, führt über ihn kein markierter Weg, ja nicht einmal eine ordentliche Pfadspur.

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Der Hochwanner erfordert vor allem einen ausgeprägten Orientierungssinn.
Demgegenüber sind die technischen Schwierigkeiten relativ überschaubar. Die kurze Kletterstelle am Grat vom Meirtljoch zum Gipfel ist kaum der Rede wert. Problematischer ist da schon eher der weglose, steile Abstieg vom Hochwanner zum Tormetzanger, bei dem man eine günstige Linie finden muss.

Wer die Tour bereits früh im Jahr unternimmt, sollte sich im Klaren sein, dass Altschnee am Meirtljoch den Anspruch deutlich erhöht. Zu viel Schnee sollte also möglichst nicht mehr liegen – auch im Hinblick auf die ohnehin nur undeutlichen Steige.

Natürlich kann der Hochwanner bezüglich der Aussicht nicht mit dem Daniel mithalten. Das Gipfelpanorama ist trotzdem beachtlich. Besonders der Blick auf das Zugspitzmassiv begeistert.

Den eigentlichen Reiz der Tour machen indessen ihre Abgeschiedenheit und die landschaftliche Vielfalt aus. Naturliebhaber werden sowohl den kargen Karkessel des Meirtl als auch die alpinen Rasen am Hochwanner und den idyllischen Tormetzanger zu schätzen wissen. Sehr schön ist es außerdem beim Bächlein im Klausental sowie entlang des Häselgehrbachs, wo man vor dem endgültigen Abstieg noch einmal rasten könnte.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Aufstieg zum Althüttenboden

Einige Meter südlich des Ehrwalder Bahnhofs befindet sich die Loisachbrücke. Wir nehmen auf der anderen Seite ein Stück den Radwanderweg loisachabwärts. Bald kommt von spitz links ein geteerter Fahrweg herunter. Mit diesem beginnt der Aufstieg zum Hochwanner. An dem schönen Wasserfall1 des Häselgehrbachs vorbei geht es anfangs recht steil und hatschert bergauf. Weiter oben ist der Weg nur noch gekiest und wird flacher. Dabei begleitet uns der nun sanft plätschernde Häselgehrbach zum Althüttenboden.

Durchs Meirtl ins Meirtljoch

Beim Wegweiser am Althüttenboden2 zweigt links der Steig zum Daniel ab. Diesem folgt man bis zum Meirtljoch, das zwischen Hochwanner und Daniel liegt. Die Route durchs Meirtl wird kaum genutzt, so dass der Steig oft schlecht erkennbar und verwachsen ist. Über dem lichten Bergwald wird die Landschaft zusehends karger. Das letzte Stück zum Meirtljoch ist extrem steil und bei Altschnee anspruchsvoll. Rutschen sollte man möglichst nicht. Im Meirtljoch3 wird die Anstrengung mit einem herrlichen Ausblick belohnt, der bis tief ins Herz der Ammergauer Alpen reicht.

Hochwanner

Der weglose Grat vom Meirtljoch zum Hochwanner zeigt im ersten Abschnitt die Zähne und zwingt zum Ausweichen in die Westflanke mit leichter Kletterei (I). Einige Steinmandl helfen bei der Orientierung. Dann verbreitert sich das Gelände unvermittelt zu einem grasbewachsenen Rücken. Nur am Gipfelaufbau4 heißt es noch einmal kurz zupacken.

Hinab zum Tormetzanger

Da der Osthang direkt unter dem Gipfel sehr felsig ist, empfiehlt es sich, dem Grat zunächst noch ein Stück nordwärts zu folgen, bis sich eine geeignete Stelle findet. Über steile Grasschrofen und durch lockeren Latschenbestand gelangt man hinunter zu dem flachen, etwas sumpfigen Tormetzanger.

Liegerlehütte und Klausental

Am Tormetzanger befindet sich links von einem Jägerstand eine breite Schneise zwischen den Latschen. In dieser trifft man auf einen ostwärts verlaufenden Steig. Dieser führt leicht abfallend hinüber zum Tormetzanger­kreuz5.
Kurz nach dem Holzkreuz knickt der Steig nach Süden. Nun durch lichten Wald an der Liegerlehütte (Jagdhütte)6 vorbei talwärts, wobei die Spur leicht zu verlieren ist. Die Ehrwalder Sonnenspitze im Blick kann aber selbst ohne Pfad nichts schief laufen.
Unten im Klausental überquert man nahe einer Hütte einen Wirtschaftsweg und dahinter den Tormetzbach (Klausbach). In südlicher Richtung wird nach einem kleinen Gegenanstieg am Beckenloamboden der morgendliche Aufstiegsweg erreicht. Nicht zu weit links halten, sonst landet man auf einem Wirtschaftsweg. Dieser wäre mit seinen vielen Schleifen ein deutlicher Umweg.