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Von Ehrwald auf den Hochwanner (2085 m)

Einsamer Ammergauer Gipfel

(aktualisiert am )

An manchen Tagen sind wohl auf dem Daniel mehr Leute unterwegs als am Hochwanner im ganzen Jahr und das wird sicher auch so bleiben. Denn abgesehen davon, dass der Hochwanner neben seinem dominanten Nachbargipfel eher unscheinbar wirkt, führt über ihn kein markierter Weg, ja nicht einmal eine ordentliche Pfadspur.

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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg zum Althüttenboden
    2. Durchs Meirtl ins Meirtljoch
    3. Hochwanner
    4. Hinab zum Tormetzanger
    5. Liegerlehütte und Klausental
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
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Am Häselgehrfall bei Ehrwald zeigen sich die unterschiedlich dicken Schichten des Plattenkalks.

Der eigentliche Charme einer Besteigung des Hochwanners liegt in der Abgeschiedenheit und der landschaftlichen Vielfalt. Naturliebhaber werden sowohl den kargen Karkessel des Meirtl als auch die alpinen Rasen ganz oben am Hochwanner zu schätzen wissen. Ein echter Lieblingsplatz ist außerdem der idyllische Tormetzanger, auf dem nur äußerst selten Wanderer vorbeikommen. Beim Rückweg laden dann noch das muntere Bächlein im Klausental und der Häselgehrbach zu einer erfrischenden Rast ein.

Bezüglich der Aussicht kann der Hochwanner nicht mit dem Daniel mithalten, weil dieser den Blick nach Süden versperrt. Wer also zum ersten Mal in der Gegend unterwegs ist, wandert vielleicht besser zunächst auf Daniel und Upsspitze.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1190 m16 km6:40 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Hochwanner erfordert vor allem einen ausgeprägten Orientierungssinn.
Demgegenüber sind die technischen Schwierigkeiten relativ überschaubar. Die kurze Kletterstelle am Grat vom Meirtljoch zum Gipfel ist kaum der Rede wert. Problematischer ist da schon eher der weglose, steile Abstieg vom Hochwanner zum Tormetzanger, bei dem man eine günstige Linie finden muss.

Wer die Tour bereits früh im Jahr unternimmt, sollte bedenken, dass Altschnee am Meirtljoch den Anspruch deutlich erhöhen kann. Zu viel Schnee sollte also möglichst nicht mehr liegen – auch im Hinblick auf die ohnehin nur undeutlichen Steige.

Wegbeschreibung

Aufstieg zum Althüttenboden

Einige Meter südlich des Ehrwalder Bahnhofs befindet sich die Loisachbrücke. Wir nehmen auf der anderen Seite den Radwanderweg loisach­abwärts. Bald kommt von spitz links ein geteerter Fahrweg herunter. Mit diesem beginnt der Aufstieg zum Hochwanner. An dem schönen Wasserfall1 des Häselgehrbachs vorbei geht es anfangs recht steil und hatschert bergauf. Weiter oben ist der Weg nur noch gekiest und wird flacher. Dabei begleitet uns der nun sanft plätschernde Häselgehrbach zum Althüttenboden.

Durchs Meirtl ins Meirtljoch

Beim Wegweiser am Althüttenboden2 zweigt links der Steig zum Daniel ab. Diesem folgt man bis zum Meirtljoch, das zwischen Hochwanner und Daniel liegt. Die Route durchs Meirtl wird kaum genutzt, so dass der Steig oft schlecht erkennbar und verwachsen ist. Über dem lichten Bergwald wird die Landschaft zusehends karger. Das letzte Stück zum Meirtljoch ist extrem steil und bei Altschnee anspruchsvoll. Rutschen sollte man möglichst nicht. Im Meirtljoch3 wird die Anstrengung mit einem herrlichen Ausblick belohnt, der bis tief ins Herz der Ammergauer Alpen reicht.

Hochwanner

Der weglose Grat vom Meirtljoch zum Hochwanner zeigt im ersten Abschnitt die Zähne und zwingt zum Ausweichen in die Westflanke mit leichter Kletterei (I). Einige Steinmandl helfen bei der Orientierung. Dann verbreitert sich das Gelände unvermittelt zu einem grasbewachsenen Rücken. Erst am Gipfelaufbau4 heißt es noch einmal kurz zupacken.

Hinab zum Tormetzanger

Da der Osthang direkt unterm Gipfel sehr felsig ist, empfiehlt es sich, dem Grat zunächst noch ein Stück nordwärts zu folgen, bis sich eine geeignete Stelle findet. Über steile Grasschrofen und durch lockeren Latschenbestand gelangt man hinunter zu dem flachen, etwas sumpfigen Tormetzanger.
Auf dem Tormetzanger befindet sich links von einem Jägerstand eine breite Schneise zwischen den Latschen. In dieser trifft man auf einen ostwärts verlaufenden Steig, der leicht abfallend hinüber zum Tormetzanger­kreuz5 führt.

Liegerlehütte und Klausental

Kurz nach dem hölzernen Tormetzanger­kreuz knickt der Steig nach Süden. Nun geht es durch lichten Wald an der Liegerlehütte (Jagdhütte)6 vorbei talwärts, wobei die Spur leicht zu verlieren ist. Die Ehrwalder Sonnenspitze im Blick kann aber selbst ohne Pfad nichts schief laufen.
Unten im Klausental überquert man nahe einer Hütte einen Wirtschaftsweg und dahinter den Tormetzbach (Klausbach). In südlicher Richtung wird nach einem kleinen Gegenanstieg am Beckenloamboden der morgendliche Aufstiegsweg erreicht. Nicht zu weit links halten, sonst landet man auf einem Wirtschaftsweg. Dieser wäre mit seinen vielen Schleifen ein deutlicher Umweg.