1. Touren 
  2. Chiemgauer Alpen 

Hochplatte (1587 m) über Steinlingalm

Lange Rundwanderung im Chiemgau

(aktualisiert am )

Das Gebiet um die Chiemgauer Hochplatte ist geradezu gespickt mit Almen. Nicht wenige laden freundlicherweise zu einer kleinen Stärkung ein. Auf der hier vorgeschlagenen Runde dauert es zwar, bis mit der Steinlingalm die erste Einkehr kommt, doch ab da folgen sie dann in regelmäßigen Abständen.

Anzeige von Amazon
  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Durch das Rottauer Tal
    2. Wilder Steig zur Gedereralm
    3. Steinlingalm über Sultensattel
    4. Höhenweg zur Hochplatte
    5. Abstieg nach Rottau über die Hefteralm
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarte
Zur Galerie (11 Fotos)
Rückschau von der Hochplatte auf den zurückgelegten Weg und die bekannten Gipfel des Kampenwandgebiets.

Natürlich wäre die Hochplatte samt der umliegenden Almen am schnellsten vom Achental aus zu erreichen. Mit der Hochplattenbahn ließe sich der Aufstieg sogar noch zusätzlich erleichtern.
Betrachtet man dagegen den Weg als das eigentliche Ziel, darf man ruhig etwas weiter ausholen. Überaus idyllisch und sogar ein wenig abenteuerlich präsentiert sich der Steig aus dem Rottauer Tal zu Steinlingalm. Ebenfalls sehr lohnend ist später der Höhenweg zur Piesenhausener Hochalm. Besonders erstaunt dabei, dass trotz des ansonsten hohen Wander­aufkommens relativ wenige diesen Übergang von der Steinlingalm zur Hochplatte nutzen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1300 m22 km6:40 h

Anspruch■■■■■■ T4
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wanderung verläuft größtenteils auf einfachen Bergwegen und Forststraßen, doch einige Passagen erfordern auch Trittsicherheit. Vom Rottauer Tal zur Gedereralm und an der Hochplattenscharte gibt es kurze, einfache Kraxelstellen und jeweils ein paar Meter mit Seilsicherung. Außerdem beachten, dass die Strecke weit und anstrengend ist.

Bei Nässe ist der Steig von der Hochplattenscharte zur Piesenhausener Hochalm nicht nur gefährlich, sondern kann so stark aufweichen, dass er praktisch unpassierbar wird. Daher möglichst trockene Bedingungen abwarten.

Wegbeschreibung

Durch das Rottauer Tal

In Rottau starten fast alle Wanderwege gemeinsam im Mühlwinkel. Am Eingang zum Rottauer Tal gibt es gleich eine wichtige Gabelung. Für das Rottauer Tal hält man sich rechts. Links werden wir beim Rückweg von der Hochplatte herabkommen.
Auf einer schattigen Kiesstraße geht es am Rottauer Bach ins Tal hinein. Bald nach den Vorderen Rottauer Almen1 taucht eine große Kreuzung auf. Dort muss man aufpassen und sich schräg links in den untergeordneten Schotterweg zur Hintere Rottauer Alm einfädeln. Der Schotterweg endet an der Hinteren Rottauer Alm2.

Wilder Steig zur Gedereralm

Aus dem Talschluss bei der Hinteren Rottauer Alm gäbe es einen direkten Aufstieg zur Hochplatte. Doch zunächst steht die Steinlingalm auf dem Programm. Dazu entsprechend der Beschilderung westwärts über die kleine Almlichte und in den Wald hinein. Ein uriger, recht rutschiger Pfad führt einen steinigen Hang hinauf. Bei einer ausgesetzten Querung läuft ein Drahtseil mit. Über der Querung wird der Kesselgraben gekreuzt. An seinem Bachlauf geht es über ein paar Felsstufen weiter bergauf. Die Markierungen reichen gerade so aus. Wohl auch deshalb ist es so einsam.
Wenn es flacher wird, trennen sich vor einer Lichtung die Routen zur Kampenwand und Gedererwand. Wir müssen links über den Bach, also Richtung Kampenwand und wandern am südlichen Saum der feuchten Lichtung entlang. Relativ unvermittelt dreht der Pfad dann scharf links und erklimmt einen steilen, erdigen Hang mit dichtem Nadelgehölz. Danach lichtet sich der Wald und bald schon wird die Gedereralm3 erreicht. Auf der einsamen Weidefläche laufen manchmal Murmeltiere umher.

Steinlingalm über Sultensattel

Hinter der verlassenen Hütte der Gedereralm zieht sich ein Graben nach Westen zum Sultensattel hinauf. Man wählt am besten die rechte Grabenseite und steigt weitgehend weglos durch das übersichtliche Weidegelände zum Sultensattel auf. Oben im Sattel ist es mit der Ruhe erst einmal vorbei. Ein paar Minuten später gelangt man über den Fahrweg zur Steinlingalm4, die direkt unterhalb der Kampenwand liegt.

Höhenweg zur Hochplatte

An der Steinlingalm folgt man kurz dem Weg zur Kampenwand und zweigt dann wie beschildert links zur Hochplatte ab. Durch Latschen und über ein paar Felsen wird die Hochplattenscharte5 gewonnen. Bei klarer Sicht ist von dort schön der Chiemsee zu sehen. Seilsicherungen leiten auf der andern Seite aus der Scharte in den gerne mal morastigen Sattel zwischen Kampenwand und Raffen. Zur Piesenhausener Hochalm verliert man nun gut 200 Höhenmeter. Der Steig quert durch die abschüssigen, blumenreichen Südhänge unter dem Raffen und dem Hochalpenkopf. Von der Piesenhausener Hochalm ist die Hochplatte6 nicht mehr allzu weit. Bis zum Sattel am Haberspitz gibt es eine Kiesstraße, beim finalen Gipfelanstieg wieder einen Steig.

Abstieg nach Rottau über die Hefteralm

Wir wandern von der Hochplatte anfangs ein Stück auf dem Hinweg zurück. Etwa auf halber Strecke zur Piesenhausener Hochalm kommt rechts eine Abzweigung Richtung Rottau, Grassau und Hochplattenbahn. Ab da hält man sich stets an die Wegweiser nach Rottau über Hefteralm. Der gemütliche Wanderweg weicht dem Felskopf des Friedenraths ostseitig aus und mündet danach in eine Forststraße. Auf dieser wird der bewaldete Staffen unterhalb passiert. Später spitz rechts und auf einem Fahrweg hinab zur Hefteralm7. Die Alm liegt nahe der Hochplattenbahn und ist sehr beliebt.
Kurz hinter der Hefteralm trennen sich die Wege für Rottau und Grassau. Wir müssen links durch den Grießenbachgraben und landen nach einer Weile am morgendlichen Startpunkt beim Eingang ins Rottauer Tal.