Natur erleben im bayerischen und Tiroler Alpenraum • Wanderungen • Bergtouren • Ausflugstipps
  1. Touren 
  2. Allgäuer Alpen 

Hochgundspitze (2460 m)

Schroffer Kletterberg am Rappensee

(0)

Die Hochgundspitze ist ein nahezu unbeachteter Kletterberg im Allgäuer Hauptkamm. Zwar steht sie direkt neben der bekannten Rappenseehütte, doch Berge wie das Hohe Licht oder der Rappenseekopf laufen ihr den Rang ab. So beschert die Hochgundspitze den wenigen Besuchern eine für diese Gegend ungewöhnlich einsame Gipfelrast.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Über Einödsbach zur Rappenseehütte
    2. In die Rappenseescharte
    3. Normalweg auf die Hochgundspitze
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (8 Fotos)
Die Hochgundspitze vom Rappensee aus betrachtet. Der Gipfel wird von rechts über den Grat erklommen.

Es gibt wohl kaum einen Allgäuprospekt, in dem sie nicht zu finden wären, die Postkartenmotive mit dem idyllischen Einödsbach und dem herrlichen Rappensee. Beide sind zu Recht überaus beliebte Wanderziele. Die Strecke über Einödsbach hinauf zum Rappensee ist deshalb natürlich stark überlaufen. Außerdem beginnt oben an der Rappenseehütte der berühmte Heilbronner Höhenweg. Der wichtigste Hüttenzustieg verläuft über Einödsbach.

Für eine Tagestour konditionell sehr fordernd wird es, sobald einer der Gipfel rund um den Rappensee angestrebt wird. Als Stützpunkt käme die Rappenseehütte (DAV) in Frage. Die Übernachtung in der häufig überfüllten Unterkunft ist allerdings Geschmacksache. Mit Hüttenromantik hat das jedenfalls nichts zu tun.

Von allen Gipfeln rings um den Rappensee ist die Hochgunspitze der schwierigste. Routengespür sowie Klettererfahrung sind unbedingt erforderlich. Der Fels ist auch nicht gerade zuverlässig – typisch Hauptdolomit eben.
Ein einfaches Ausweichziel wären der Rappenseekopf und der Hochrappenkopf. Die zwei schönen Gipfel lassen sich zu einer landschaftlich wunderbaren Rundtour verbinden.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1500 m19 km8:20 h

Anspruch■■■■■■ T6 II
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■

Wegbeschreibung

Über Einödsbach zur Rappenseehütte

Von der Bushaltestelle Birgsau verläuft eine Straße zum malerischen Einödsbach1. Ab da gibt es bis zur Rappenseehütte einen gepflegten Bergweg. Er führt durch offenes Almgelände, so dass er von Beginn an eine freie Sicht ermöglicht. Im Hochsommer marschieren schwer bepackte Wanderer wie Ameisen auf und ab. Auch mit leichtem Rucksack sind um die drei Stunden dafür zu veranschlagen.
Nach einem gemütlichen Start oberhalb des Rappenalpenbachs geht es über die Petersalpe steil hinauf zur bewirteten Enzianhütte2. Hinter der Enzianhütte folgt eine lange Querung durch abschüssige Hänge. Erst auf dem letzten Stück wird es wieder schweißtreibender, bis man schließlich vor der riesigen Rappenseehütte3 steht und endlich die Hochgundspitze erblickt.

In die Rappenseescharte

Von der DAV-Hütte nun nicht auf dem Heilbronner Weg zur Großen Steinscharte, sondern nach Süden an kleinen Seeaugen vorbei Richtung Rappensee. Kurz vorm Rappensee an einer Gabelung links. Über Felsblöcke hinweg steuert der Steig die Rappenseescharte4 zwischen Hochgundspitze und Rappenseekopf an. Die Scharte ist ein herrlicher Rastplatz mit einem wunderbaren Blick ins Lechtal!

Normalweg auf die Hochgundspitze

Der markierte Steig biegt an der Rappenseescharte zum Rappenseekopf. Zur Hochgundspitze sind anfangs noch Begehungsspuren zu erkennen. Wir treffen erst einmal auf keine nennenswerten Hindernisse, bis das Gelände oberhalb einer kleinen Felsstufe abflacht und sich der Gipfelgrat mit seinen Türmen vor uns aufbaut. Die Schwierigkeit bewegt sich bei geschickter Routenwahl vorwiegend im I. Grad mit einigen kurzen IIer-Stellen.
Der erste Turm wird ganz links an seinem Schwachpunkt erklettert, von wo man bequem zu seiner Spitze gelangt. Im Anschluss daran zeigt sich der Grat für einige Meter im wahrsten Sinne des Wortes messerscharf. Dort links abklettern und unterhalb des zweiten Turms im Geröll und durch brüchige Schrofen queren. An einer geeigneten Stelle wieder zum Grat zurück. Vorsicht, das ist alles recht locker!
Der zweite Turm kann auch rechts herum bezwungen werden, wie es im AV-Führer vorgeschlagen wird. Das ist eine Idee schwerer und ausgesetzter, dafür ist der Fels fester.
Am dritten Turm muss man unbedingt links vorbei. Dann noch einen letzten Felsabsatz hinauf und der Gipfel5 mit Grenzstein ist geschafft.

Bike & Hike: Neben dem üblichen Zustieg zur Rappenseehütte gibt es eine Alternative unter Zuhilfenahme des Mountainbikes. Das ist zwar vom Zeitbedarf nicht viel weniger, aber wesentlich knieschonender. Dazu durchs Rappenalptal bis zur Schwarzen Hütte und danach zu Fuß den bestens beschilderten Eselsweg zur Rappenseehütte einschlagen.