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Heißenplatte, Aiplspitz (1759 m) und Kleinmiesing

Bergtour auf einsamen Steigen

(aktualisiert am )

Bei dieser Kammwanderung über Heißenplatte, Aiplspitz und Kleinmiesing ist wirklich der Weg das Ziel. Ein Weg, der in jeder Hinsicht volle Aufmerksamkeit fordert. Manchmal ist er nur einen Fuß breit, teilweise überwuchert oder sogar abgebrochen, später auch felsig und luftig. Ein schönes Voralpen­abenteuer, bei dem die drei Gipfel eher eine Nebenrolle spielen.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Von Fischbachau zum Kleinen Nack
    2. Zur Heißplattenalm
    3. Heißenplatte
    4. Aiplspitz über Nordgrat
    5. Kleinmiesing
    6. Abstieg nach Geitau
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Der schroffe Aiplspitz und links daneben – ohne erkennbaren Gipfel – der Kleinmiesing.

Während die Hauptwanderwege im Rotwand- und Spitzinggebiet an schönen Tagen gnadenlos überlaufen sind, könnte manch alter Steig ein bisschen mehr Nutzung vertragen. So auch an der Heißenplatte, die zwar regelmäßig besucht wird, jedoch vorwiegend von Süden her, sozusagen als Alternative zum Aiplspitz.
Der Nordanstieg über die ehemalige Heißplattenalm scheint praktisch nicht mehr benutzt zu werden. Ob der Steig ursprünglich zur Versorgung der Heißplattenalm oder zur ebenfalls abgegangenen Jägerhütte weiter östlich angelegt wurde, lässt sich kaum mehr herausfinden.

Übrigens gibt es neben dem hier beschriebenen noch weitere interessante Steige an der Heißenplatte. Für Liebhaber vergessener Wege und geübte Pfadfinder ist das ein echtes Dorado.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1030 m12 km5:10 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Der Steig zur Heißplattenalm erfordert eine solide Trittsicherheit. Zum Teil ist er bereits verfallen.
Am Aiplspitz und Kleinmiesing gibt es ein wenig Felskontakt mit leicht ausgesetzten Stellen. Ein bisschen Klettererfahrung kann also nicht schaden, obwohl die Schwierigkeit kaum den I. Grad erreicht.

Die größte Herausforderung stellt zweifellos die diffizile Orientierung dar. Insbesondere bis zur Heißplattenalm lässt sich die Pfadspur manchmal kaum erahnen. Bei der unmarkierten Überschreitung des Kleinmiesings ist ebenfalls nicht immer auf den ersten Blick klar, wo es in den Latschen weitergeht.

Wegbeschreibung

Von Fischbachau zum Kleinen Nack

Vom Bahnhof Fischbachau muss man erst einmal nach Hagnberg. Der Bahnübergang befindet sich östlich des Bahnhofs. Auf der anderen Gleisseite links in den Quellenweg einbiegen und an dessen Ende durch eine Wiese nach Hagnberg. Dort überquert man die Bundesstraße.
Drüben gibt es einen Feldweg, der sich den Hagnberg hinaufzieht. Die beiden Abzweigungen rechter Hand ignorieren. Nach zwei Stadeln windet sich der Weg in Schleifen höher und dreht nach Westen. An einer flachen Stelle, die früher Hansenebene hieß, spaltet er sich auf. Wir nehmen den linken Ast, der unvermittelt endet und suchen von da aus einen nordostwärts verlaufenden Trampelpfad. Dieser macht einen Bogen um den Felskopf des Kleinen Nacks1, der von hinten leicht zugänglich ist.

Zur Heißplattenalm

Nach dem Felskopf folgen einige Serpentinen. Diese sind sehr gemütlich angelegt. Man sollte wohl bei der Versorgung der Almen nicht außer Atem geraten. Danach kommt mit einer Querung der heikelste Part. Der Steig ist dort ausgesetzt, schmal und auf einigen Metern abgebrochen. Bald gibt es erneut Serpentinen. Gut gangbar, aber schon stark überwuchert. Schließlich mündet unsere Aufstiegsroute in einen deutlicher ausgeprägten Quersteig. Auf diesem noch etwas bergauf, bis es eben in den Heißengraben hineingeht. Der Graben wird in seinem oberen, nur schwach eingeschnittenen Bereich gekreuzt. Hinter der nächsten Ecke rechts auf Steigspuren in wenigen Minuten zur aufgelassenen Heißplattenalm2. Von der Hütte sind lediglich ein paar Mauerreste übrig geblieben.

Heißenplatte

Von der Heißplattenalm steigen wir praktisch weglos im Wald zum Nordostrücken der Heißenplatte empor. In der Latschenzone gibt es eine passable Gasse. Teilweise wurden die Latschen komplett abgeholzt, wodurch sich eine reizvolle Heidelandschaft entwickelte. Ohne Latschenkampf gelangt man so problemlos zum Gipfel der Heißenplatte3, auf dem ein kleines Holzkreuz steht.

Aiplspitz über Nordgrat

Man folgt von der Heißenplatte der Kammlinie, wobei sich dichte Latschenfelder mit offenem Almland abwechseln. Der Steig ist gut freigeschnitten. In der Scharte vorm Aiplspitz trifft er auf die beliebten Wanderwege von Aurach und Geitau. Nun aus der Scharte in einfacher, minimal ausgesetzter Kletterei über den Nordgrat auf den Aiplspitz4. Die Route ist exzellent markiert. Auf Steinschlag achten.

Kleinmiesing

Das nächste Ziel ist der langgezogene Kleinmiesing, der keinen ausgeprägten Gipfel aufweist. Wir bleiben anfangs auf dem beschilderten Weg zum Naturfreundehaus Krottentaler Alm, bis dieser sich nach unten verabschiedet. Ohne erkennbare Spur geht es dann über schönen Magerrasen entlang der Nordabbrüche ostwärts. Das Terrain wird felsiger und exponierter mit minimaler Kletterei. Am höchsten Punkt des Kleinmiesings5 ist viel Platz zum Rasten.

Abstieg nach Geitau

Am Ostrücken des Kleinmiesings muss man noch einige Zeit durch das Latschengestrüpp. Der kleine Steig verläuft stets am Scheitelpunkt und wird erst in der Waldzone undeutlicher. Dort tendenziell eher nach rechts orientieren, bis man auf dem bezeichneten Weg von der Krottentaler Alm landet. Wir blicken kurz in den Krottenaler Graben mit seinen bizarren Felsgebilden, die fast senkrecht unter uns liegen. Anschließend über offenes Weideland zur Angelalm6 und am Berggraben nach Geitau hinaus. Der Bahnhof befindet sich nicht im Ort, sondern drüberhalb der Bundesstraße und der Leitzach.