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Burgruine Thierberg und Hechtsee

Kleine Wanderung bei Kiefersfelden

Der Hechtsee und die nahe gelegene Burgruine Thierberg sind zwei überaus lohnende Wanderziele bei Kiefersfelden. Vom Bergfried der Ruine hat man eine umwerfende Aussicht über das Inntal und ins Kaisergebirge. Im Sommer lädt der Hechtsee zum Baden ein. Er ist aber auch zu jeder anderen Jahreszeit reizvoll. Veröffentlicht am (aktualisiert am )

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Zum Hechtsee
    2. Trampelpfade am Längsee
    3. Auf den Thierberg
    4. Rückweg nach Kiefersfelden
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Aus dem ehemaligen Palas ist die Thierbergkapelle mit Einsiedelei hervorgegangen.

Insgesamt vier Seen liegen über dem bewaldeten Thierberg verstreut. Der größte und tiefste ist der Hechtsee. Die Entstehung der vier schönen Seen ist nicht ganz klar. Beim Hechtsee sprechen Lage und Form sowie seine mit 56 Metern erstaunliche Tiefe für eine tektonische Ursache. Die anderen Seen könnten auch eiszeitlichen Ursprungs sein.
Am Grund des Hechtsees sammelt sich Faulschlamm, was beim Wasserfall am Hechtsee­abfluss deutlich zu riechen ist. Als sich 1755 das schwere Erdbeben in Lissabon ereignete, wurde durch die Erschütterung angeblich der Faulschlamm im Hechtsee aufgewirbelt. Dabei sollen alle Fische getötet worden sein. Der See schlug hohe Wellen und bedeckte das Ufer mit übel riechendem Schlamm. Die damaligen Augenzeugen­berichte gelten als verlässlich. Inzwischen konnten sie durch die Analyse eines Sediment­bohrkerns aus dem Hechtsee zumindest teilweise bestätigt werden.

Von der Burgruine Thierberg gäbe es ebenfalls einiges zu erzählen. Interessant ist auf jeden Fall ihre Lage. Das Inntal war früher sumpfig und permanent von Überschwemmungen bedroht. Die Straßen wurden daher soweit möglich etwas oberhalb in die Hänge gebaut. Vielleicht führte früher an der Burg eine wichtige Straße vorbei, so dass sie einst weniger abgelegen stand als heute. Denkbar wäre, dass es dort bereits in der Römerzeit eine Straße gab. Archäologische Beweise dafür fehlen jedoch.
Nach Auskunft des Festungs- und Heimatmuseums Kufstein stammt die Burg Thierberg aus dem 13. Jahrhundert. Erbaut wurde sie vermutlich von dem einflussreichen Tiroler Adelsgeschlecht der Freundsberger. Bis 1505 gehörte das Gebiet zu Bayern. Erst im Zuge des Landshuter Erbfolgekriegs fiel es zusammen mit Kufstein an Tirol. Von der ursprünglichen Burg blieb wegen zahlreicher Umbauten und Sanierungs­maßnahmen wenig original erhalten.

Tourcharakter und Schwierigkeit

250 m9 km2:20 h

Anspruch■■■■■ T1
Kondition ■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Runde über den Hechtsee und den Thierberg ist eine sehr einfache Wanderung, die kaum einen halben Tag füllt.
Alle Wege sind gut beschildert. Wer allerdings beim Längsee statt des bezeichneten Fahrwegs den wilden Trampelpfaden folgt, sollte über ein wenig Orientierungssinn verfügen.

Wegbeschreibung

Zum Hechtsee

Vom Bahnhof Kiefersfelden begibt man sich zur Kufsteiner Straße und läuft auf dieser vor bis zum Kieferbach1. Dort besser nicht über die Brücke, sondern gleich nach links. Der schattige Weg bleibt direkt am Kieferbach. Die andere Seite wäre auch möglich, ist aber nicht so schön. Am orografisch linken Ufer des Kieferbachs verläuft übrigens die Gleisstrecke der Wachtlbahn, auf der regelmäßig touristische Museumsfahrten stattfinden. Früher wurde mit dieser Schmalspurbahn das Material aus den Steinbrüchen von Thiersee abtransportiert.
Nach einiger Zeit kommt links ein großer Wasserfall2. Dieser bildet den Abfluss des Hechtsees. Das Wasser riecht wie gesagt faulig.
Beim Wasserfall geht es einen befestigten Steig zum Hechtsee hinauf. Kurz vorm Hechtsee passieren wir eine kunstvolle alte Grenzmarkierung von 1670. Der Hechtsee selbst liegt dann bereits in Tirol.

Trampelpfade am Längsee

Beim Hechtsee wandern wir am Westufer entlang. Dabei hat man einen tollen Blick über den See zum Zahmen Kaiser. Von der südwestlichen Ecke des Hechtsees geht es danach neben dem munteren Hechtbach aufwärts Richtung Längsee3. Der kleine, recht verwachsene Längsee ist zwar nicht mit Wanderwegen erschlossen, es gibt jedoch einige wilde Pfade im Wald. Diese sind eine schöne Alternative zur hatscherten Kiesstraße – vorausgesetzt man findet sich im Gewirr der Trampelpfade zurecht und hat keine Angst vorm Dickicht.

Auf den Thierberg

Am Ostende des Längsees beginnt wieder ein Fahrweg. Man muss nun unbedingt diesen Fahrweg nach links nehmen, denn die schmale Spur geradeaus verläuft zum Lehenhof, wo der Durchgang verboten ist. Angesichts der vielen Menschen, die am Thierberg unterwegs sind, ist das verständlich. Zum Grundbesitz des Lehenhofs gehören außerdem der Längsee und die Burgruine.
Der Fahrweg vom Längsee mündet schon bald in die offizielle Wanderstrecke, welche auf eine Lichtung hinausführt. Von da sind es nur noch wenige anstrengende Minuten hinauf zur Ruine Thierberg4. Ihr Bergfried dient als Aussichtsturm und beherbergt eine Ausstellung. Im ehemaligen Palas befindet sich eine sehenswerte Kapelle nebst Einsiedelei, die von einem Franziskanermönch bewohnt wird.

Rückweg nach Kiefersfelden

Obwohl die Entfernung vom Thierberg nach Kufstein eine Idee kürzer wäre, schlage ich vor, nach Kiefersfelden abzusteigen. Das ist um einiges netter. Dazu zunächst wieder zur Lichtung zurück und anschließend dem Weg von vorhin weiter folgen. Nördlich des Anwesens Aigen gäbe es links die Gelegenheit, zwecks Einkehr5 oder zum Baden nochmals beim Hechtsees vorbeizuschauen. In jedem Fall gelangt man schließlich an die Zufahrtsstraße des Hechtsees. Nach Kiefersfelden muss man dann ein Stück an der Hechtseestraße entlang. Sobald sie eine Kurve macht über die Straße und auf einem Fußweg ins Dorf hinab. Zum Bahnhof rechts halten.