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Grünstein (1304 m) und Archenkanzel

Schöne Wanderung am Königssee

(5)

Der Grünstein bietet das vielleicht schönste Panorama im Berchtesgadener Talkessel. Von Schönau aus ist man in einer guten Stunde oben. Da bleibt noch genug Zeit über die Kühroint, weiter zur Archenkanzel zu wandern und dort den traumhaften Blick auf den tiefblauen Königssee zu genießen.

Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Aufstieg zum Grünstein
    2. Übergang zur Kühroint
    3. Abstecher zur Archenkanzel
    4. Abstieg via Klingeralm
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
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Die Aussicht von der Archenkanzel ist genial. Schön zu erkennen ist der riesige Schwemmkegel des Eisbachs. Irgendwann wird der Königssee dadurch wohl geteilt werden.

Es ist schon wirklich selten, dass ein so kleiner Gipfel wie der Grünstein eine derartige Aussicht ermöglicht. Untersberg, Göll, Brett, Jenner, Watzmann, Hochkalter – alle sind sie ringsum versammelt. Nur der Königssee unten ist nicht zu sehen. Aber dafür gibt es ja die Archenkanzel.

Die Archenkanzel liegt direkt über der mehrere Hundert Meter abfallenden Archenwand. Dadurch hat man einen freien Blick über den Königssee und bis zum Steinernen Meer.
Arche bedeutet übrigens Kasten oder Truhe. Von St. Bartholomä aus betrachtet erinnert die Archenwand tatsächlich an einen Kasten.

Es wundert nicht, dass Grünstein und Archenkanzel in der Hochsaison regelrecht überrannt werden. Neben dem Panorama lockt auch der 2009 eingerichtete Grünstein-Klettersteig. Mit seinen drei unterschiedlich anspruchsvollen Routen erfreut er sich großer Beliebtheit und verschafft der Bergwacht regelmäßige Einsätze. Für den Grünsteingipfel bedeutet das natürlich noch mehr Trubel. Klettersteigfans sind bekanntlich auch gerne mal etwas lauter.

Antizyklisches Verhalten ist auf dieser Wanderung also empfehlenswert. Als Geheimtipp gilt das Frühjahr, wenn Grünsteinhütte und Kühroint noch Winterpause haben. Eine Besonderheit im Frühjahr ist die Schneerosen­blüte. Schöne Bestände der in Bayern seltenen Pflanze findet man vom Grünstein Richtung Kühroint.

Alle Wege auf dieser Wanderung sind einfach, so dass ein paar Schneereste kein Problem darstellen. Wer allerdings den ausgesetzten Rinnkendlsteig zwischen St. Bartholomä und der Archenkanzel in Betracht zieht, sollte beachten, dass dieser schneefrei und trocken sein muss. Es kam auf dem anspruchsvollen Steig schon mehrfach zu tödlichen Abstürzen!

Tourcharakter und Schwierigkeit

1050 m16 km4:50 h

Anspruch■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Aufstieg zum Grünstein

Es lohnt sich, frühmorgens zunächst am Königssee vorbeizuschauen, wenn es dort noch ruhig ist. Anschließend bei der Holzbrücke über die Königsseer Ache. Unmittelbar voraus ragt der Grünstein auf. Es geht durch ein Gehöft und ans obere Ende der Bobbahn1, wo man rechts zu einer steilen Schotterpiste hinaufsteigt. Die Strecke ist Teil des SalzAlpenSteigs und mit einer grünen Bergsilhouette auf gelbem Grund markiert.
Nach einigen Kehren wechselt man auf einen mit vielen Stufen befestigten Steig, der rasch an Höhe gewinnt. Der lichte Bergwald gewährt interessante Einblicke in die Südwand des Grünsteins. Im zeitigen Frühjahr blüht überall die Schneeheide.
Oben am Kamm angekommen rechts wenden und an der Grünsteinhütte vorbei zum Gipfel2. Bitte die zahlreichen Abschneider möglichst vermeiden.

Übergang zur Kühroint

Nach Süden ist der Grünstein mit der Hochfläche der Kührointalm über einen bewaldeten Rücken verbunden. Der Weiterweg erfolgt entlang dieses leicht ansteigenden Rückens. Am Schapbachriedel quert der Steig etwas unterhalb. Das letzte Stück zur Kührointalm3 legt man auf einem Fahrweg zurück.

Abstecher zur Archenkanzel

Von der Kühroint zur Archenkanzel nimmt man entweder den Pfad direkt vom Almdorf oder den breiten Weg östlich davon. Beide Varianten sind ausgeschildert und treffen sich bald wieder. Gleich nach der Abzweigung des Rinnkendlsteig wird der geräumige Aussichtspunkt4 mit Rastbänken erreicht.

Abstieg via Klingeralm

Beim Rückweg verlässt man hinter der Kührointalm den Fahrweg wie beschildert an der ersten Kurve. Das ist der schnellste Abstieg zum Königssee. Der bequeme Wanderweg dreht kurz darauf nach links, kreuzt einen Fahrweg und schlängelt sich im Wald abwärts. Später geht es auf einer Schotterpiste weiter. Wir passieren noch die aufgelassene Klingeralm5 und steigen dann auf dem Hinweg ins Tal ab.