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Großer Widderstein (2533 m)

Dominanter Gipfel im Kleinwalsertal

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Als höchster Gipfel der Walsertaler Berge hat der Große Widderstein eine enorme Anziehungskraft. Beim langen Anmarsch aus dem Kleinwalsertal könnte man sich noch allein wähnen und darauf hoffen, dass die Gewalttour viele abschreckt. Doch die Mehrheit startet im Süden am höher und näher gelegenen Hochtannbergpass.

Inhalt

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Der Widderstein ist bekannt für seine hervorragende Aussicht ins Lechquellengebirge und die Allgäuer Hochalpen. Schließlich kann er sich mit den meisten Gipfeln ringsum messen. Ansonsten beeindruckt die Runde nur mittelmäßig. Den landschaftlich schönsten Abschnitt stellt das Gemsteltal dar. Demgegenüber lassen die überweideten und oft morastigen Almflächen im Bärgunttal keinen rechten Wandergenuss aufkommen. Das ist der Nachteil des Fleckenmergels, der einen zwar fruchtbaren, aber lehmigen Boden hervorbringt. Gerade nach Regentagen ist es besser, im Bärgunttal bergauf zu steigen, denn im Abstieg könnte man allzu leicht auf dem Hintern landen. Dieses Problem gibt es im Gemsteltal nicht, wo die Wege fester sind.
Die Route zum Widderstein selbst führt durch die steile und brüchige Südrinne. Ihre hoch aufschießenden, mit Blaualgen schwarz überzogenen Felswände wirken düster. Die Rinne ist hingegen gar nicht so abweisend und die Kletterei recht einfach und kaum ausgesetzt. Dazu trägt auch die ausgiebige Markierung bei. Allerdings zieht sich das Ganze. Es ist also schon nötig, über längere Zeit trittsicher und konzentriert zu bleiben. Ideal wäre ein Steinschlaghelm. Selbst bei großer Umsicht fällt es schwer, keinen Stein loszutreten.

Wegbeschreibung zur Bergtour

Aufstieg durchs Bärgunttal

Von Baad bis zur Bärgunthütte kann man sich auf einem Fahrweg gemütlich warmlaufen. Der Widderstein ist von Anfang an ein Blickfang. Hinter der Bärgunthütte1 wird der Weg schmäler und in den Weideflächen stellenweise morastig. Er überwindet problemlos eine Felsbarriere und dreht im Kessel der Bärgunt-Hochalpe nach links. Vorbei an den Mauerresten einer ehemaligen Almhütte geht es in den Hochalppass2 und von dort steil hinauf zur heutigen Almhütte. Ursprünglich stand in diesem Bereich ein Zollhäusl, weil das Kleinwalsertal 1891 zum deutschen Zollgebiet kam. Die Zollgrenze verläuft also kurioserweise innerhalb des österreichischen Staatsgebiets.
Wir passieren bald danach den kleinen Hochalpsee und zweigen schließlich zum Widderstein ab. Der Steig quert zunächst die grasbewachsenen Schuttkegel unter den wuchtigen Felsen des Widdersteins und schwenkt dann in die Südrinne. Stöcke sind von da ab hinderlich. Die Hände werden viel am Fels gebraucht, wobei der größte Teil schrofiges Gehgelände ist. Weiter oben orientiert sich die Route mehr nach links und erreicht neben dem westlichen Vorgipfel den Grat. Das letzte Stück am Grat entlang zum Gipfel3 ist noch ein wenig ausgesetzt und eröffnet erstaunliche Tiefblicke auf den Kleinen Widderstein.

Abstieg durchs Gemsteltal

Unmittelbar nach Verlassen der Rinne, hält man sich links und trifft wieder auf den Weg zur Widdersteinhütte4. Vom Unterkunftshaus über den Gemstelpass hinab ins gleichnamige Tal. Der Weg ist deutlich gepflegter, als auf der anderen Seite im Bärgunttal. Nun folgt Einkehr auf Einkehr. Als Erstes die Obergemstelalpe5 und wenig später die Hintere Gemstelhütte. Dazwischen liegt die kleine Gemstelbachklamm. Ab der Hinteren Gemstelhütte wird es etwas hatschert. Wenn sich der Fahrweg gabelt, die linke, kürzere Variante nehmen. Unten an der Breitach zuerst links und gleich darauf rechts über die Brücke zur Hauptstraße, wo der Bus hält.
Autofahrer wandern dagegen neben der Breitach flussaufwärts nach Baad zurück.