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Großer Krottenkopf (2656 m) über Kemptner Hütte

Tagestour aus der Spielmannsau

(aktualisiert am )

Die Besteigung des Großen Krottenkopfs gehört zu den allerschönsten Bergtouren der Allgäuer Alpen. Wer die konditionelle Anforderung nicht scheut, wird von Anfang bis Ende mit einer großartigen Landschaft belohnt. Technisch stellt der höchste Punkt der Allgäuer keine besonderen Anforderungen, außer der üblichen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

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  1. Tourcharakter
  2. Wegbeschreibung
    1. Kemptner Hütte über Sperrbachtobel
    2. Krottenkopfscharte über Oberes Mädelejoch
    3. Großer Krottenkopf
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten
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Tiefblick vom Großen Krottenkopf auf den Hermannskarsee, der oft erst ab dem Hochsommer eisfrei ist.
Gut 1700 Höhenmeter sind nicht jedermanns Sache, weshalb der Große Krottenkopf selten als Tagestour gemacht wird. Die Kemptner Hütte wäre der geeignete Stützpunkt. Doch mit bis zu 300 Gästen in der Hochsaison kommt keine rechte Hüttenromantik auf. Wer fit genug ist, verzichtet gerne auf diesen Massenbetrieb.
Unser Aufstieg von der Spielmannsau zur Kemptner Hütte verläuft durch den wilden Sperrbachtobel. Der Weg durch diese Schlucht aus brüchigem Fleckenmergel ist eine Dauerbaustelle. Lawinen, Schmelzwasser und Starkregen sorgen immer wieder für Zerstörung. Der Schnee kann sich im Frühjahr durch Lawinenabgänge meterhoch auftürmen und den Durchgang versperren. Dieser Tatsache verdankt der Sperrbachtobel wohl seinen Namen. In der Hochsaison sind im Sperrbachtobel manchmal Hunderte unterwegs. An den gesicherten Engstellen können sich kleine Staus bilden.
Auf dem Weiterweg von der Kemptner Hütte über das Obere Mädelejoch Richtung Großer Krottenkopf wird es dann sofort besser. Man wundert sich ein wenig, wo plötzlich alle hin sind. Doch das liegt daran, dass die meisten von der Kemptner Hütte zum Prinz-Luitpold-Haus wollen. Auf dieser weiten Etappe lässt sich nicht auch noch ein Abstecher zum Krottenkopf unternehmen. So darf man sich über ein unerwartet ruhiges Gipfelerlebnis freuen.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1760 m20 km8:30 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Kemptner Hütte über Sperrbachtobel

Nach einem kleinen Stück Teerstraße in der Spielmannsau beginnt der gut ausgebaute Wanderweg zur Kemptner Hütte. Zunächst verläuft er ohne große Steigung entlang der Trettach bis zur Einmündung des Sperrbachs. Hinter der unteren Sperrbachbrücke geht es steil hinauf zum so genannten Oberen Knie. Lechtaler Wallfahrer errichteten dort auf dem kleinen Absatz im 17. Jahrhundert eine erste Kapelle. Die heutige Kapelle am Knie1 stammt aus dem Jahr 1998.
Kurz nach der Kapelle wird der Sperrbach an der oberen Brücke erneut überquert. Dann führt uns der Weg in den tosenden Sperrbachtobel hinein. Bächlein plätschern von der Seite herab. Es ist feucht und rutschig. Drahtseile geben im Zweifelsfall Sicherheit. Am oberen Ende öffnet sich ein weiter Talkessel mit üppigen Almweiden, in dem auch die Kemptner Hütte2 steht.

Krottenkopfscharte über Oberes Mädelejoch

Das Ziel ist an der Kemptner Hütte bereits zu sehen, wenngleich es noch in weiter Ferne liegt. Bald nach der Kemptner Hütte trennen sich die Wege zum Unteren und Oberen Mädelejoch. Für den Krottenkopf ist das Obere Mädelejoch3 günstiger. Nach dem Joch wird auf einem teils brüchigen Steig deutlich an Höhe abgegeben. Danach folgt eine lange Querung durch einfaches Gelände Richtung Osten direkt auf die Ramstallspitze zu. Der Krottenkopf wird also erst einmal südseitig umgangen. Anschließend wie beschildert links abzweigen. Von rechts kommt dort der Weg aus dem Lechtal herauf. Über zunehmend kargeres Terrain und einen unproblematischen Felsriegel gelangen wir in die Krottenkopfscharte4. An der Scharte stoßen oft Wanderer von der anderen Seite aus dem Hermannskar hinzu – hauptsächlich Übernachtungsgäste der Hermann-von-Barth-Hütte.

Großer Krottenkopf

Von der Krottenkopfscharte nähert man sich über Geröll und Platten dem gestuften Gipfelaufbau. Dank klarer Markierung und geschickter Routenführung muss man sich kaum festhalten. Erst nach den Bändern im oberen Bereich werden die Hände häufiger gebraucht. Die letzten Meter am schmalen Grat sind ein ziemlich ausgesetzter Balanceakt. Der Gipfel5 selbst ist dagegen überraschend geräumig.