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Nußlberg (882 m) und Grafenloch

Kultur und Natur bei Oberaudorf

Diese Wanderung von Oberaudorf im Inntal auf den Nußlberg hält viele Überraschungen bereit. Unterwegs kommen wir an der Ruine Auerburg, dem Höhlenhaus Weber an der Wand und der Höhlenburg im Grafenloch vorbei. Doch das Allerbeste ist der Kaiserblick oben vom Nußlberg aus.
Stand:

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Grafenloch
In der Höhlenburg im Luegstein versteckte sich laut Sage ein Graf, der dort vergeblich versuchte, dem weisgesagten Tod durch Blitzschlag zu entgehen. Daher der Name Grafenloch.

Durch seine grenznahe Lage im Inntal besaß Oberaudorf einst eine große strategische Bedeutung. Davon zeugt bis heute die Ruine Auerburg. Sie steht auf dem nach allen Seiten steil abfallenden Schloßberg. Obwohl diese ehemalige bayerische Grenzfestung im Österreichischen Erbfolgekrieg erobert, niedergebrannt und schließlich 1747 geschleift wurde, lassen ihre Mauerreste noch die stattlichen Ausmaße der Anlage erahnen.
Näheres zur Auerburg erfährt man auf den Schautafeln und im Audorfer Museum im Burgtor. Anders als der Name vermuten lässt, gehört das Burgtor aber nicht zur Auerburg. Vielmehr kontrollierte es an einer natürlichen Engstelle unterhalb des Schloßbergs als Maut- und Zollsperre die Straße nach Kiefersfelden.

Gegenüber der Auerburg steht der Weber an der Wand. Das Höhlenhaus schmiegt sich unter eine überhängende Felswand und ist ein echtes Kuriosum. Es geht auf eine Eremitenklause zurück, die später zur Gastwirtschaft ausgebaut wurde.

Nicht weit entfernt davon ragt über dem Luegsteinsee die mächtige Luegsteinwand empor. Darin befindet sich eine der wenigen Höhlenburgen Bayerns. Dieses so genannte Grafenloch diente wohl als Zufluchtsstätte. Vielleicht war es sogar der Vorgängerbau der Auerburg. Ausgrabungen belegen eine menschliche Nutzung bereits in der Bronzezeit.
Der Zugang zum Grafenloch ist etwas ausgesetzt und führt über eine Stahlstiege. Man kann sich gut vorstellen, dass der schwer zugängliche Ort von einer Handvoll Menschen verteidigt werden konnte.

Im Anschluss an diesen kulturellen Teil der Wanderung empfiehlt sich noch eine Besteigung des nahen Nußlbergs. Trotz seiner bescheidenen Höhe bietet er eine prachtvolle Aussicht.

Tourcharakter und Schwierigkeit

730 m 13 km3:40 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Wege auf dieser Wanderung sind überwiegend einfach, am Nußlberg zum Teil auch etwas schmäler und steiler. Die Orientierung fällt überall leicht.
Obwohl die Strecke nicht weit ist, sollte man einen ganzen Tag dafür einplanen, weil es unterwegs doch einiges zu besichtigen gibt.

Wegbeschreibung

Schloßberg mit Auerburg

Burgtor Oberaudorf
Früher kontrollierte das Burgtor die Straße und diente als Mautstelle. Heute ist darin das Audorfer Heimatmuseum untergebracht.

Wir begeben uns zunächst in den alten Ortskern von Oberaudorf, der südlich des Bahnhofs liegt. Dort an der Kirche geradeaus vorbei und auf dem Oberfeldweg zum Burgtor. Kurz bevor die Straße nach Kiefersfelden beim Burgtor hindurchführt, kann man links zur Auerburg1 hinauf. Auf der plateauartigen Anhöhe des Schloßbergs grasen manchmal Lamas. Sie halten den Bewuchs klein, sonst würden die niedrigen Mauerreste schnell überwuchert werden. Der Blick zum Kaisergebirge ist überragend.
Auf der anderen Seite geht es dann wieder hinunter. Der Schloßberg wird übrigens von Klufthöhlen durchzogen, was besonders an seiner Westseite gut zu erkennen ist. Dort gibt es die kleine, leicht zu befahrende Ponorhöhle. Eine Infotafel macht auf sie aufmerksam. Wer die paar Meter in den schmalen Gang hineinschlüpfen möchte, sollte eine Taschenlampe mitnehmen.

Grafenloch

Nach der Auerburg steht als Nächstes das Grafenloch auf dem Programm. Der Weg ist beschildert. Bereits nach wenigen Metern passiert man das Höhlenhaus Weber an der Wand. Gleich danach kommt der Luegsteinsee2 mit seinem liebevoll angelegten Naturbad.
Von unten lässt sich die Höhle in der Luegsteinwand noch nicht erspähen. Hinter dem Luegsteinsee durchquert man ein Wäldchen. Dann bei einer Wiese rechts wenden. Das Grafenloch3 ist nach einem steilen Aufstieg schnell erreicht.

Auf den Nußlberg

Nußlberg
Auf dem Nußlberg stehen eine ehemalige Eremitenklause und eine neugotische Wallfahrtskirche.

Zurück von der Höhlenburg folgen wir der kaum befahrenen Mühlauer Straße südwärts bis zum Gfaller Stausee4. Ein paar Meter unterhalb der Staumauer überquert eine Brücke den Reschmühlbach. Drüben zuerst rechts und gleich darauf wie beschildert bei der Staumauer links. Aufpassen und nicht den Höhenweg nehmen. Diesen heben wir uns für den Rückweg auf.
Der Steig auf den Nußlberg schlängelt sich in vielen Serpentinen durchaus anstrengend empor. Durch einen Windbruch wurde der Wald auf der Nordseite stark ausgedünnt, so dass man bereits beim Aufstieg etwas von der Landschaft zu sehen bekommt. Oben auf der malerischen Gipfel­lichtung des Nußlbergs5 steht die meist geschlossene Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes nebst einer ehemaligen Eremitenklause. Auf der privaten Nußlbergalm gibt es keine Bewirtung. Rastbänke laden zum Verweilen ein.

Höhenweg zum Gfaller Stausee

Man kann beim Rückweg zur Abwechslung auf der Südseite hinab. Dabei muss man schon bald spitz links vom Fahrweg auf den Steig zum Gfaller Stausee wechseln.Wer nicht zurück nach Oberaudorf will, könnte die Wanderung auch bis zum Hechtsee oder sogar zur Burg Thierberg verlängern.Auf dem Steig zum Gfaller Stausee geht es erst einmal bergab Richtung Kiefersfelden. Kurz vorm Tal zweigt dann der Höhenweg6 links ab. Der nun folgende Abschnitt ist sehr reizvoll. Stetig ansteigend zieht sich der Höhenweg durch die Ostseite des Nußlbergs. Zwischendrin gibt es nette Ausblicke zur Luegsteinwand. Gegen Ende fällt der Steig zum Gfaller Stausee hin wieder etwas ab.

Alternativer Rückweg über die Mühlau

Ebenfalls schön und außerdem ohne Gegenanstieg ist die Strecke über Dörfl und Mühlau. Dazu vom Nußlberg westwärts absteigen. Beim Cafe Dörfl ein paar Hundert Meter die Straße entlang und schließlich neben dem Reschmühlbach zurück zum Gfaller Stausee. Am Fuße des Nußlbergs entspringen dort zahlreichen Quellen, die den Reschmühlbach mit Wasser füllen.