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Nußlberg (882 m) und Grafenloch

Kultur und Natur bei Oberaudorf

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Diese Wanderung von Oberaudorf im Inntal auf den Nußlberg hält viele Überraschungen bereit. Unterwegs kommen wir an der Ruine Auerburg, dem Höhlenhaus Weber an der Wand und der Höhlenburg im Grafenloch vorbei. Doch das Allerbeste ist der Kaiserblick oben vom Nußlberg aus.

Inhalt

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Durch seine grenznahe Lage im Unteren Inntal besaß Oberaudorf einst große strategische Bedeutung. Davon zeugt bis heute die Ruine Auerburg auf dem Schlossberg. Obwohl diese ehemalige bayerische Grenzfestung im Österreichischen Erbfolgekrieg geschleift wurde, lassen ihre Überreste noch die stattliche Anlage erahnen.

Näheres zur Auerburg erfährt man auf den Schautafeln und im Audorfer Museum im Burgtor. Anders als der Name vermuten lässt, hat das Burgtor aber mit der Auerburg nichts zu tun. Vielmehr kontrollierte es an einer günstigen Engstelle die Straße nach Kiefersfelden.

Gegenüber der Auerburg steht der Weber an der Wand. Das Höhlenhaus schmiegt sich unter eine überhängende Felswand und ist ein echtes Kuriosum. Es geht auf eine Eremitenklause zurück, die später zur Gastwirtschaft ausgebaut wurde.

Nicht weit entfernt ragt über dem Luegsteinsee die mächtige Luegsteinwand empor. Darin befindet sich eine der wenigen Höhlenburgen Bayerns. Dieses so genannte Grafenloch diente wohl als Zufluchtsstätte. Vielleicht war es sogar der Vorgängerbau zur Auerburg.
Der Zugang zum Grafenloch ist etwas ausgesetzt und führt über eine Stahlstiege. Man kann sich gut vorstellen, dass der schwer zugängliche Ort von einer Handvoll Menschen verteidigt werden konnte.

Im Anschluss an diesen kulturellen Teil der Wanderung bietet sich noch eine Besteigung des Nußlbergs an. Trotz seiner bescheidenen Höhe kann sich die Aussicht vom dort oben sehen lassen.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Schlossberg mit Auerburg

Wir begeben uns zunächst in den alten Ortskern von Oberaudorf, der südlich des Bahnhofs liegt. Kurz bevor die Straße nach Kiefersfelden beim Burgtor hindurchführt, kann man links zum Schlossberg hinauf. Auf der plateauartigen Anhöhe grasen manchmal Lamas. Sie halten den Bewuchs klein. So lassen sich die Mauerreste der Auerburg1 gut inspizieren. Auf der anderen Seite geht es dann wieder hinunter.
Der Schlossberg wird übrigens von Klufthöhlen durchzogen, was besonders an seiner Westseite gut zu sehen ist. Einfach befahrbar ist die kleine Ponorhöhle. Eine Infotafel macht auf sie aufmerksam. Wer die paar Meter in den schmalen Gang hineinschlüpfen möchte, sollte eine Taschenlampe mitnehmen.

Grafenloch

Nach der Auerburg steht als Nächstes das Grafenloch auf dem Programm. Der Weg ist beschildert. Bereits nach wenigen Metern passiert man das Höhlenhaus Weber an der Wand. Gleich danach kommt der Luegsteinsee2 mit seinem liebevoll angelegten Naturbad.
Von unten lässt sich die Höhle in der Luegsteinwand noch nicht erspähen. Hinter dem Luegsteinsee durchquert man ein Wäldchen. Dann bei einer Wiese rechts wenden. Das Grafenloch3 ist nach einem steilen Aufstieg schnell erreicht.

Auf den Nußlberg

Zurück von der Höhlenburg folgen wir der kaum befahrenen Mühlauer Straße südwärts bis zum Gfaller Stausee4. Ein paar Meter unterhalb der Staumauer überquert eine Brücke den Reschmühlbach. Drüben zuerst rechts und gleich drauf wie beschildert bei der Staumauer links. Aufpassen und nicht den Höhenweg nehmen. Diesen heben wir uns für den Rückweg auf.
Der schattige Steig auf den Nußlberg schlängelt sich in Serpentinen recht anstrengend empor. Oben auf der beschaulichen Gipfellichtung des Nusslbergs5 steht die Wallfahrtskirche St. Maria mit der ehemaligen Eremitenklause. Die Nußlbergalm daneben ist nicht bewirtschaftet. Rastbänke laden zum Verweilen ein.

Höhenweg zum Gfaller Stausee

Man kann beim Rückweg zur Abwechslung auf der Südseite hinab. Dabei muss man schon bald spitz links vom Fahrweg auf den Steig zum Gfaller Stausee wechseln. Auf diesem geht es erst einmal bergab Richtung Kiefersfelden, wobei kurz vorm Tal unten der Höhenweg6 links abzweigt. Der nun folgende Abschnitt ist sehr reizvoll. Stetig ansteigend zieht sich der Höhenweg durch die Ostseite des Nußlbergs. Zwischendrin gibt es nette Ausblicke zur Luegsteinwand. Gegen Ende zum Gfaller Stausee hin fällt der Steig wieder etwas ab.

Alternativer Rückweg über die Mühlau

Ebenfalls schön und außerdem ohne Gegenanstieg ist die Strecke über Dörfl und Mühlau. Dazu vom Nußlberg westwärts absteigen. Beim Cafe Dörfl ein paar Hundert Meter die Straße entlang und schließlich neben dem Reschmühlbach zurück zum Gfaller Stausee. Am Fuße des Nußlbergs entspringen dort zahlreichen Quellen, die den Reschmühlbach mit Wasser füllen.