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Geigelstein (1808 m) und Weitlahnerkopf

Lange Bergwanderung für Trainierte

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Beinahe wäre der Geigelstein wie so manch anderer Chiemgauer Berg dem Erschließungsdruck zum Opfer gefallen. Engagierten Umweltschützern und einer einsichtigen Staatsregierung ist es zu verdanken, dass heute einer der artenreichsten bayerischen Berge unter Naturschutz steht. Dafür nimmt man als Besucher gerne ein paar Einschränkungen in Kauf. Aktualisiert am

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Vom Priental auf den Geigelstein
    2. Über den Weitlahnerkopf
    3. Richtung Kampenhöhe
    4. Abstieg nach Aschau
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Der Weitlahnerkopf von Norden.

Die Wanderung über den Geigelstein und den Weitlahnerkopf hinüber zur Kampenhöhe ist insgesamt recht einfach. Einzig der Abstieg vom Weitlahnerkopf erfordert rudimentäre Trittsicherheit. Es gibt dort gesicherte Stellen. Außerdem ist der Steig etwas holprig. Ansonsten sind die Wege sehr bequem. So kann man sich ganz auf die wunderbare Landschaft konzentrieren, die mit einer Blumenvielfalt aufwartet, wie sie sonst kaum mehr wo anzutreffen ist. Prachtvoll ist auch das Panorama – insbesondere wegen des Wilden Kaisers im Süden. Bei mir wollte allerdings das Wetter nicht so richtig mitspielen.
Wird die Kampenhöhe mit einbezogen, ist die Strecke ausgesprochen lang und anstrengend. Dadurch eignet sie sich eigentlich eher zum Trailrunning als zum Wandern. Wem es zu viel wird, der kann an der Dalsenalm abbrechen.

Filmtipp: Auf der Oberkaseralm am Geigelstein lebte von 1941 bis zu ihrem Tod im Jahr 2017 die als Oberkaser Mare bekannte Sennerin Maria Furtner. Sie blieb auch im Winter auf der Hütte und suchte das Tal nur äußerst selten auf. Der Film Harte Tage, gute Jahre widmet sich ihrer außergewöhnlichen Geschichte.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1500 m1610 m24 km7:30 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Vom Priental auf den Geigelstein

Die Bushaltestelle heißt bezeichnenderweise Aufstieg Geigelstein und so stehen dort gleich die passenden Hinweisschilder. Drüberhalb der Prien führt ein steiniger Weg zur Kiesstraße Richtung Priener Hütte. An Stelle der Kiesstraße wählen wir jedoch links den so genannten Jägersteig über die Schreckalm, der nur zweimal kurz eine Forststraße tangiert. Ein Stück vor der Schreckalm tritt der Wald zurück und man blickt auf ein weitläufiges Almgebiet. Nach der Schreckalm1 werden noch die Sulzingalm sowie die Oberkaseralm abgeklappert, bevor es durch einen baumlosen Kessel in den Sattel zwischen Roßalpenkopf und Geigelstein hinaufgeht. Der latschenbewehrte Gipfel ist nah, doch die letzten hundert Höhenmeter fühlen sich irgendwie zäh an. Auf dem Geigelstein2 steht eine kleine Kapelle und es gibt viel Platz zum Rasten.

Über den Weitlahnerkopf

Vom Gipfel zuerst wieder hinab in den Sattel. Danach läuft man zwischen Wandspitz und Roßalpenkopf hindurch auf einem breiten Weg nach Norden zur Roßalm3. An der Alm werden Getränke angeboten. Es fällt dort ein langer Steinwall ins Auge, der früher zwei Almgebiete abgrenzte.
Von der Roßalm zieht sich der Weg nahezu eben nordostwärts zum Weitlahnerkopf4, der schon von Weitem zu sehen ist. Seine Nordseite ist felsig und meist feucht. So sind gerade im Abstieg die Drahtseilsicherungen nicht verkehrt. Bald wird es zwar einfacher, der Steig bleibt aber holprig. Unten kommt man im Bereich der Hinteren Dalsenalm5 heraus, von wo es eine Abstiegsmöglichkeit ins Priental zur Bushaltestelle Hainbach gäbe.

Richtung Kampenhöhe

Die 400 Höhenmeter Gegenanstieg bis zur Bergstation der Kampenwandbahn sind ein echter Konditionstest. Am gegenüberliegenden Hang quert man die Weidefläche nach rechts zu einer Almstraße. Dann links und entweder bis zur Hofbauernalm auf der Almstraße bleiben oder den etwas längeren Steig nehmen. An der Hofbauernalm6 spitz rechts und bei herrlicher Aussicht mäßig ansteigend über eine steinige, magere Almweide. Man passiert eine Almruine und gelangt schließlich im Schatten einer Felswand zur Bergstation.Kürzer wäre die Strecke östlich über den Markkaser, die allerdings landschaftlich weniger zu bieten hat.

Abstieg nach Aschau

Von der Bergstation der Kampenwandbahn geht es zunächst auf einer breiten Piste abwärts, wobei man noch vor der Gorialm rechts auf einen Steig abzweigen muss. Dieser taucht in einen schmalen Waldgürtel ein und mündet in den ehemaligen Reitweg von Baron Cramer-Klett, welcher im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Drüberhalb des Wäldchens führt der Reitweg oben an der Schlechtenbergalm7 vorbei. Später knickt er nach links zum so genannten Goriloch, während wir geradeaus um den Sulten herumlaufen. Nördlich des Sultens bei einer Verzweigung links wenden. Gleich darauf wird die Forststraße nach Aschau erreicht. Ihre ersten Kehren können noch abgekürzt werden. Ab der Maisalm8 ist sie sogar geteert. Unten in Aschau geradeaus durch den Ortsteil Kohlstatt. Kurz vor der Hauptstraße dann rechts auf einem Fußweg zum Bahnhof.

Hinweis: Für das gesamte Naturschutzgebiet Geigelstein gilt bis 31.5. ein Betretungsverbot wegen der Balz- und Brutzeit der Raufußhühner! Somit kann der beschriebene Weg vom Geigelstein zum Weitlahnerkopf erst ab Juni unternommen werden. Der Aufstieg vom Priental zum Geigelstein ist ganzjährig offen. Bitte unbedingt auch das Wegegebot beachten.