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Gamsjoch (2452 m) via Gumpenbach

Wuchtiger Wandergipfel über der Eng

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Mancherorts gibt sich die Natur besondere Mühe, uns mit ihrer Schönheit zu bezaubern. So auch am großen Ahornboden hinten in der Eng. Angesichts der unnahbaren Felswände im Talschluss glaubt man sich fast am Ende der Welt. Nur wenige der imposanten Gipfel ringsum lassen sich in einer unschwierigen und nicht zu langen Tagestour erwandern. Einer davon ist das Gamsjoch.

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Das Gamsjoch ist auf der normalen Route über das Hohljoch ein ziemlicher Hatscher. Wer nicht erst mit dem letzten Bus zurückfahren möchte, gerät leicht in Zeitnot.
Der nicht gepflegte, aber doch passable Abkürzer am Gumpenbach spart im Aufstieg bestimmt eineinhalb Stunden und im Abstieg eventuell sogar noch mehr. An einigen Stellen ist der Pfad allerdings weggebrochen. Viel loser Schotter macht das Vorankommen zudem beschwerlich und wir benötigen ein bisschen Spürsinn.
Dafür ist in dieser Schlucht kaum etwas los. In den Flanken grasen vielleicht neugierige Gämsen, der Bach sprudelt erfrischend und kleine Wasserfälle sorgen für Abwechslung.

Nach dem Gumpenbach geht es auf dem markierten Weg dann bequemer weiter. Die Hände kommen höchstens an einer felsigen Passage oberhalb des Gumpenjöchls kurz zum Einsatz – doch ohne echte Kletterei.

Zu beiden Seiten des Gumpenbachs fallen bizarr geformte Rauwackefelsen mit zahlreichen Auswitterungshöhlen auf. Es handelt sich dabei um die Rauwacke der Reichenhaller Schichten, einem der ältesten Gesteine der nördlichen Kalkalpen. Darüber liegt auffällig gebankter Muschelkalk – ebenfalls ein sehr altes Gestein aus der unteren Trias.
Die interessante Geologie des Karwendels lässt sich gerade in der Eng hervorragend studieren.

Wegbeschreibung zur Bergwanderung

Aufstieg am Gumpenbach

Beim Parkplatz vor dem Alpengasthof Eng führt eine Holzbrücke über den Enger Bach. Auf der anderen Seite verläuft der Radwanderweg durch den Großen Ahornboden hinter zur Engalm. Diesem folgt man nicht links zur Engalm folgen, sondern geht ca. 100 m talauswärts. Linker Hand steht eine kleine Baumgruppe. Nach dieser schwenkt man in die Weidefläche, durch die eine undeutliche Fahrspur direkt auf den Wald zu Füßen des Gamsjochs zusteuert. Im Wald findet sich ein vorerst breiter Schotterweg. Bald sind auch die ersten Markierungen zu sehen. Im weiteren Verlauf nähert man sich dem Gumpenbach1, an dessen rechtem Rand es auf schmalem Pfad bergauf geht.In der Alpenvereinskarte ist eine Spur eingezeichnet, die von etwas weiter südlich in den Gumpenbach hineinführt und die linke Seite wählt. Diese Variante ist jedoch schwerer zu finden und in einem schlechten Zustand.Der Graben des Gumpenbachs verengt sich schließlich im oberen Bereich, bis eine Felswand den Weg versperrt. Dort wird der Bach bzw. das trockene Bachbett überschritten, jedoch nur der erste Arm. Danach im Schotter rechts halten und in Serpentinen einen Grashang zum Normalweg empor.

Über das Gumpenjöchl zum Gamsjoch

Im Vergleich zu dem eben zurückgelegten Abkürzer präsentiert sich der reguläre Weg nun erheblich einfacher. Im Schatten der Gumpenspitze zieht er sich durch das Gumpenkar hinauf ins Gumpenjöchl2. Das idyllische Gumpenjöchl liegt zwischen Gumpenspitze und Gamsjoch. Unser Steig biegt dort nach Osten und quert durch eine steile Flanke hinüber zu einer Abbruchkante. Bei dieser folgt man mit etwas Felskontakt den Markierungen nach links oben. Zuletzt über Rasenmatten und Geröll zum Westgipfel3 mit Kreuz. Wer will, kann noch exponiert, aber ohne Kletterei zu dem wenige Meter höheren Hauptgipfel4 hinübersteigen. Der deutlich niedrigere Ostgipfel (II) scheint dagegen wenig lohnend.

Abstieg

Entweder auf dem Hinweg oder, wenn man variieren möchte, übers Hohljoch5. Die Strecke ist vielbegangen, bestens markiert und beschildert.