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Rabenkopf (1555 m) am Kochelsee

Wandern auf vergessenen Pfaden

(5)

Für gemütliche Bergwanderer gibt es von Pessenbach, Kochel und aus der Jachenau sehr lohnende Wege auf den Rabenkopf. Diese Tour ist im Gegensatz dazu nur für echte Wildnisfans gedacht. Wer sich hundertprozentig auf seine Orientierungsfähigkeit und Trittsicherheit verlassen kann, dem erschließt sich hier eine garantiert einsame und abenteuerliche Runde am Rabenkopf.

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Inhalt

  1. Tourcharakter und Schwierigkeit
  2. Wegbeschreibung
    1. Rabenkopf übers Feuereck
    2. Rückweg durch den Laingraben
  3. Tourskizze mit GPS-Track
  4. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  5. Wanderkarte
Zur Galerie (10 Fotos)
Mit zunehmender Höhe wird der Grat gefährlicher und die Aussicht besser.
Während ich den schmalen Steig durch den Laingraben schon kannte, war der Westanstieg zum Feuereck Neuland für mich. Ich wählte einen auf OpenStreetMap eingezeichnet Steig, der sich an einen Forstweg anschließt und bis zum Feuereck führt. Bei Daniel Hirsch von bergheimat.de fand ich noch zwei weglose Möglichkeiten, den Rabenkopf von Westen zu ersteigen. Doch ich wollte lieber den vorhandenen Steig begutachten. In der Praxis erwies sich dieser die ersten 150 Höhenmeter auch eher als weglos bzw. als reine Fantasie, wenn man von gelegentlichen Fußabdrücken im weichen Untergrund absieht. Erst nachdem der Rücken sich zum Grat verengt, beginnt sich eine Spur abzuzeichnen. Es gibt vor allem in der oberen Hälfte einige haarige Stellen im Steilgras und exponiertes Gelände am Grat. Für einen wilden Aufstieg insgesamt noch recht passabel.
Nicht ganz ungefährlich ist es außerdem beim Rückweg im Laingraben. Der alte Steig hält sich zwar wacker und ist nirgends abgebrochen, aber das Gras macht sich halt breit. Oft passen kaum zwei Füße nebeneinander. Bei Nässe muss das nicht sein!

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m13 km5:40 h

Anspruch■■■■■■ T4 I
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Wegbeschreibung

Rabenkopf übers Feuereck

Der alte, recht überschaubare Ortskern von Kochel befindet sich westlich des Bahnhofs. Beim zentralen Schmied-von-Kochel-Platz nach dem Denkmal links in die Kalmbachstraße und an der Gabelung vor Polizei und BRK rechts. Am Waldrand hinten beginnt bei einem Anwesen rechts ein etwas angestaubter Vogellehrpfad1. Dieser folgt zunächst einem oft feuchten Waldweg und dann einem befestigten Fahrweg, der schnell holpriger wird. Wir nehmen bei der ersten Verzweigung den linken Ast, also nicht mehr den Vogellehrpfad. Wenig später kreuzt der Wanderweg zwischen Pessenbach und Kochel, der weiter zum Lainbachfall verläuft. Man bleibt stattdessen auf der Schotterpiste, die an einem Graben steil ansteigt und die Verbindung zu einem hangparallelen Forstweg herstellt. Auf diesem nach rechts und gleich bei der ersten Gelegenheit links – ebenfalls wieder sehr steil. Der Weg endet nach gut 100 Höhenmetern an einer flachen Stelle. Ab da weglos den Rücken aufwärts und dabei keinesfalls in die Flanken ausweichen. Bald wird der Rücken enger und es kommt ein kurzer, bugförmiger Aufschwung, an dem man links vorbeiturnt. Danach geht es durch eine leicht morastige Grasrinne. Rechts gibt es einige Felsköpfe. Das ist mühsam, doch darüber wird es richtig schön. Eine feine Spur zieht sich am grasbewachsenen Grat entlang. Mal gemütlich und mal ausgesetzt wird so das Feuereck2 erreicht.
Vor uns liegt nun die Almfläche der Oberen Kochler Alm, die allem Anschein nach nicht mehr bestoßen wird. Der Rabenkopf ist bereits zu sehen. Ein schmaler Pfad führt von da zielstrebig und problemlos durch eine Waldschneise zum Gipfel3.

Rückweg durch den Laingraben

Vom Rabenkopf gelangt man auf dem Wanderweg über eine blumenreiche Almweide hinab zur Staffelalm4. Von dort geht es durch das obere Ende des Rappingrabens hinüber zur Kochler Alm. Hinter der Kochler Alm folgt man noch ein wenig dem breiten Wanderweg und achtet auf eine Abzweigung rechter Hand, bei der oben im Wald versteckt eine Jagdhütte steht. Entgegen der offiziellen Beschilderung kann man auch nordseitig um die Kaltwasserwand herum. Dazu begibt man sich zu der Jagdhütte5 und wandert anschließend links über eine kleine Lichtung. Am Südende der Lichtung findet sich im Wald ein Pfad, der unter der Nordseite der Kaltwasserwand quert, bis er in einen Forstweg mündet.Gerade auf dem letzten, abschüssigen Abschnitt ist der Pfad schon arg abgerutscht. Leichter wäre es daher, von der Lichtung weglos an einem Wasserlauf abzusteigen. Dabei rechtzeitig links zum erwähnten Forstweg halten!Vom Forstweg zweigt nach Norden der Steig über die Maieralm in den Laingraben ab. Ich muss dort jedes Mal wieder kurz suchen. Bis zur Maieralm6 gibt es keine Schwierigkeiten. Die Strecke ist mit den kleinen Bächen sehr idyllisch. Die Almlichte wächst langsam zu. Vom Gebäude sind die Grundmauern erhalten und es liegen etliche Balken herum.
Im Laingraben ist zuletzt nochmals volle Konzentration gefordert. Problematisch ist insbesondere die Überwindung der Seitengräben. Gegen Ende ist das Gelände am stärksten geneigt. Sobald es einfacher wird, ist der Hinweg nicht mehr weit.

Tipp: Auf der Fahrt mit dem Ausflugsboot über den Kochelsee kann man die Tour gemütlich ausklingen lassen.