1. Bayerische Voralpen
  2. Mangfallgebirge
  3. Wendelsteingebiet

Farrenpoint (1273 m) und Schuhbräualm

Almwanderung bei Brannenburg

Zwischen Bad Feilnbach und Brannenburg am Inn liegt mit der Farrenpoint der ideale Berg zum gemütlichen Wandern. Der sonnige Gipfel bietet einen tollen Blick auf die Nordfront der Wendelsteingruppe und natürlich über das Alpenvorland. Beim Rückweg kann man noch der gastfreundlichen Schuhbräualm einen Besuch abstatten.
Stand:

Zur Galerie (9)
Farrenpoint
Die Farrenpoint von der Rampoldalm aus gesehen. Unten, fast von den Bäumen verdeckt, steht die Hütte der Schuhbräualm.

Die Farrenpoint gehört zu den einfachsten und gleichzeitig schönsten Wandergipfeln im Mangfall­gebirge. Es gibt mehrere abwechslungs­reiche Aufstiege. Neben dem hier beschriebenen Weg von Brannenburg am Inn kann man die Tour außerdem bei Bad Feilnbach oder Litzldorf beginnen.
Die liebenswürdige Gegend rings um die Farrenpoint ist eine Kultur­landschaft sondersgleichen. Bis in prähistorische Zeit reicht die Siedlungs­geschichte zurück. Auffällig sind die vielen verstreut stehenden Einzelgehöfte an den Berghängen. Sie entstanden im Zuge der germanischen Landnahme. Auf Luftbildern sind am Großen Brannenberg sogar noch Reste der mittelalterlichen Zweifelder­wirtschaft erkennbar. Erst später wurde im Alpenraum der Getreideanbau nämlich mehr und mehr zu Gunsten einer reinen Viehwirtschaft aufgegeben.

Weiter oben, getrennt durch den Schutzwald­gürtel, liegen an der Farrenpoint und der Rampoldplatte zahlreiche hübsche Almen. Ihr weitläufiges Weideland reicht bis auf die Gipfel. Die Almen werden alle rege genutzt. Überwiegend sömmert auf ihnen natürlich Jungvieh. Die Arbeit mit den Milchkühen will sich heute verständlicher­weise kaum mehr jemand antun.Die Weideflächen der Almen bilden zum Wandern ein wahres Naturparadies.Vom Frühjahr bis in den Sommer hinein sind sie übersäht mit den unterschiedlichsten Alpenblumen. Neben den vorwiegend feuchten, nährstoffreichen Mergelböden gibt es auch magere Standorte auf Felsuntergrund, was für diesen besonderen Artenreichtum sorgt. Überall fliegen Schmetterlinge herum, darunter auch seltene Exemplare.

Im Gebiet um die Farrenpoint leben übrigens die rar gewordenen Auerhähne. Außerhalb der Balzzeit bekommt man die scheuen Tiere kaum zu Gesicht. Und während der Balz ist es ratsam, Abstand zu halten. Im Mai 2018 wurde an der Farrenpoint ein 40-jähriger Wanderer aus der Luft von einem Auerhahn angegriffen. Der Mann strauchelte auf der Flucht vor dem aggressiven Vogel und brach sich dabei ein Bein.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m 19 km5:00 h

Anspruch ■■■■■■ T2
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■

Die Wanderung verläuft überwiegend auf breiten Wegen und einfachen Steigen. Alpine Erfahrung wird nicht benötigt. Ausgesetzte Stellen kommen keine vor. Einigermaßen trainiert sollte man aber schon sein. Immerhin beträgt die Tourlänge fast 20 Kilometer, wobei es eine deutlich kürzere Variante gäbe.
Während der Schneeschmelze und nach starken Regenfällen ist die Runde nicht zu empfehlen. Denn an der Farrenpoint sowie im Bereich der Rampoldalm weichen die Steige bei Nässe schnell knöcheltief auf.

Wegbeschreibung

Zum Wanderparkplatz Sagbruck

Durch Brannenburg hindurch nimmt man am besten den Fußweg am Kirchbach. Dazu am Bahnhof links wenden und einfach immer dem Bach folgen, bis nach etwa zwei Kilometern Schluss ist, weil ein Anwesen das Ufer blockiert. Ab da laufen wir noch ein paar Minuten auf einer Nebenstraße über den wunderschön gelegenen Einödhof Lechen zum Wanderparkplatz Sagbruck1.

Schlipfgrubalm

Vom Parkplatz Sagbruck, wo die Autofahrer starten, wandern wir auf einer Kiesstraße weiter zur Schlipfgrubalm. Gleich zu Beginn kann ein Stück abgeschnitten werden. Allerdings befindet sich der Abkürzer in einem schlechten Zustand. Die Schlipfgrubalm2 liegt auf einer sonnigen Lichtung zu Füßen des bewaldeten Sulzbergs. Als schnell erreichbares Gipfelziel ist der Sulzberg gut für die Übergangszeit geeignet.

Farrenpoint

Farrenpoint
Voralpenidylle am Gipfel der Farrenpoint.

Bei der Schlipfgrubalm weist die Beschilderung zur Farrenpoint nach rechts. Der Weg beschreibt zunächst einen weiten Bogen über die Almlichte und verschwindet dann wieder im Wald.Das Ganze erscheint wie ein Umweg, doch es gibt keine andere vernünftige Möglichkeit. Eine unbezeichnete, schwer zu findende Alternative ist nur unwesentlich kürzer. Sie bringt daher nichts.Der Weg ist breit, ziemlich holprig und stellenweise morastig, obwohl er mit Unmengen an Dachziegeln befestigt wurde. Es dauert nun eine ganze Weile, bis schließlich der Sattel zwischen dem Mitterberg und der Farrenpoint erreicht wird. Dort lassen wir den Wald endgültig hinter uns und wandern bei bester Aussicht auf einem guten Steig hinauf zur flachen Kuppe der Farrenpoint3. Oben schweift der Blick vom Wendelstein über das Inntal bis zu den Rosenheimer Stammbecken­mooren im Alpenvorland.
Der Gipfel gehört zum Weidegebiet der Huberalm. Manchmal grasen die Kühe rings um das Gipfelkreuz. Auf der Huberalm gibt es im Sommer übrigens eine kleine Stärkung.

Schuhbräualm und Rampoldalm

Hochsalwand
Aussicht von der Farrenpoint nach Süden zur Hochsalwand. Dahinter lugt der Wendelstein hervor.

Wir steigen auf dem Hinweg von der Farrenpoint ab und gelangen so wieder in den Sattel vor dem Mitterberg. Der nahezu baumlose pyramidenförmige Mitterberg wird ebenfalls bis zum Gipfel beweidet. Es geht nun moderat ansteigend um ihn herum zur bewirtschafteten Schuhbräualm4. Dabei genießt man eine besonders schöne Perspektive auf den Breitenstein, der wirklich so aussieht, wie er heißt.
Von der Schuhbräualm führt ein Fahrweg über die Schlipfgrubalm zurück zum Wanderparkplatz Sagbruck. Das ist der schnellste Abstieg, aber eher langweilig.
Sofern man noch Kraft hat, ist es besser, eine etwas längere Strecke mit mehr Aussicht zu nehmen. Dazu wandert man erst einmal den ausgefransten Steig durch die Weide zur Rampoldalm hinauf. Hundert Höhenmeter Gegenanstieg sind das. Auf der Rampoldalm gibt es eine einfache Einkehr.Wer an der Rampoldalm noch Lust auf weitere Gipfel verspürt, könnte über die Rampoldplatte zur Hochsalwand aufsteigen. Das wäre dann eine echte Megatour.

Breitenberghaus über Lechneralm

Lechneralm
Unterwegs über die Jochleite zur Lechneralm. Im Hintergrund stehen Lechnerkopf und Hochsalwand.

Bei der Almhütte schlagen wir den Pfad ein, der vom Fahrweg rechts in die Weide führt und ostseitig an der Rampoldplatte vorbeileitet. Dieser Abschnitt ist landschaftlich sehr reizvoll. Hinter dem schmalen Rücken der Jochleiten geht es hinab in den Kessel der Lechneralm5.
Das nächste Etappenziel ist dann das Breitenberghaus. Man folgt kurz dem Fahrweg, wechselt aber schon bald wie beschildert rechts auf einen Pfad. Dieser kreuzt den oft trockenen Oberlauf des Kirchbachs. Anschließend wird der Weg breiter, taucht in den Wald ein und passiert den Zugberg. Nach etwa zwei Kilometern kommt eine große Lichtung, an deren Ende das Breitenberghaus6 liegt.

Rückweg nach Brannenburg

Nach dem Breitenberghaus bleiben wir noch ein wenig auf der Kiesstraße, können jedoch wenig später auf einem Trampelpfad durch die Weide zu den Drei Linden7 abkürzen. Die letzte der drei alten Linden an dem beliebten Aussichtspunkt fiel 2016 um. Neue Bäume wurden nachgepflanzt.
Ab den Drei Linden folgt erneut ein Stück Kiesstraße, bis diese in eine Teerstraße mündet. Dort rechts und gleich bei der ersten Gelegenheit wieder links. Es geht über eine Wiese und durch ein kleines Gehölz. Kurz darauf wird der Kirchbach erreicht, wo wir auf den Hinweg treffen.