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Farrenpoint (1273 m) und Schuhbräualm

Almwanderung bei Brannenburg

Zwischen Bad Feilnbach und Brannenburg liegt mit der Farrenpoint der ideale Berg zum gemütlichen Wandern. Der sonnige Gipfel bietet einen tollen Blick auf die Nordfront der Wendelsteingruppe und natürlich über das Alpenvorland. Beim Rückweg kann man noch der gastfreundlichen Schuhbräualm einen Besuch abstatten.

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Die Farrenpoint von der Rampoldalm aus gesehen. Unten, fast von den Bäumen verdeckt, steht die Hütte der Schuhbräualm.

Rings um die Farrenpoint erstreckt sich eine Kultur­landschaft wie aus dem Bilderbuch. Die Siedlungs­geschichte reicht bis in prähistorische Zeit zurück. Auffällig sind die vielen verstreut stehenden Einzelgehöfte. Sie entstanden im Zuge der germanischen Landnahme. Auf Luftbildern sind am Großen Brannenberg sogar noch Reste der mittelalterlichen Zweifelder­wirtschaft erkennbar. Erst später wurde im Alpenraum der Getreideanbau nämlich zu Gunsten einer reinen Viehwirtschaft aufgegeben.

Eine Etage höher, getrennt durch den Schutzwald­gürtel, liegen rings um die Farrenpoint und die Rampoldplatte zahlreiche hübsche Almen. Sie scheinen alle noch rege genutzt zu werden, auch wenn auf ihnen nur Jungvieh weidet. Die Arbeit mit dem Milchvieh will sich auf der Alm heute verständlicherweise kaum mehr jemand antun.
Die Weideflächen dort oben sind ein Paradies für Blumenfreunde. Vom Frühjahr bis in den Sommer hinein sind sie übersäht mit zum Teil seltenen Alpenblumen. Neben den vorwiegend feuchten, nährstoffreichen Mergelböden gibt es auch magere Standorte auf Felsuntergrund.

Im Gebiet um die Farrenpoint leben übrigens die selten gewordenen Auerhähne. Außerhalb der Balzzeit bekommt man die scheuen Tiere kaum zu Gesicht. Und während der Balz ist es ratsam, Abstand zu halten. Im Mai 2018 wurde an der Farrenpoint ein 40-jähriger Wanderer aus der Luft von einem Auerhahn angegriffen. Der Mann strauchelte auf der Flucht vor dem aggressiven Vogel und brach sich dabei ein Bein.

Tourcharakter und Schwierigkeit

1000 m 18 km5:00 h

Anspruch■■■■■■T2
Kondition■■■■■■
Orientierung■■■■■■

Die Wanderung verläuft überwiegend auf breiten Wegen und einfachen Steigen. Alpine Erfahrung wird nicht benötigt. Ausgesetzte Stellen kommen keine vor. Einigermaßen trainiert sollte man aber schon sein. Immerhin beträgt die Tourlänge fast 20 Kilometer.
Während der Schneeschmelze und nach starken Regenfällen ist die Runde nicht zu empfehlen. Denn an der Farrenpoint sowie im Bereich der Rampoldalm weichen die Steige bei Nässe schnell knöcheltief auf.

Wegbeschreibung

Zum Wanderparkplatz Sagbruck

Durch Brannenburg hindurch nimmt man am besten den Fußweg am Kirchbach. Dazu am Bahnhof links wenden und einfach immer dem Bach folgen, bis nach etwa zwei Kilometern Schluss ist, weil ein Anwesen das Ufer blockiert. Ab da laufen wir noch ein paar Minuten auf einer Nebenstraße über den wunderschön gelegenen Einödhof Lechen zum Wanderparkplatz Sagbruck1.

Farrenpoint über Schlipfgrubalm

Voralpenidylle am Gipfel der Farrenpoint.

Vom Parkplatz Sagbruck wandern wir auf einer Kiesstraße am Sulzberg vorbei weiter zur Schlipfgrubalm. Gleich zu Beginn kann ein Stück abgekürzt werden. Bei der Schlipfgrubalm2 würde es dann laut Beschilderung rechts zur Farrenpoint gehen. Doch das ist ein Umweg.
Man bleibt deshalb besser auf der Kiesstraße und zweigt erst bei der nächsten Gelegenheit rechts in einen Rückeweg ab. Die Stelle ist nicht ausgeschildert. Immerhin existieren verblasste Markierungen. Wenn der Rückeweg abflacht, rechts nach einem unscheinbaren Pfad Ausschau halten. Geradeaus würde in die Irre führen. Der Pfad nach rechts kreuzt einen Graben und dreht auf einer Lichtung bergwärts. Bald mündet er in den breiteren Weg, der von der Schlipfgrubalm heraufkommt. Diesem folgen wir einige Hundert Meter bis an einem Sattel rechts der Steig zur Farrenpoint abzweigt.
Nun lassen wir den Wald endlich hinter uns und steigen bei bester Aussicht hinauf zur flachen Kuppe der Farrenpoint3. Der Gipfel gehört zum Weidegebiet der Huberalm. Manchmal grasen die Kühe rings um das Gipfelkreuz. Der Blick schweift vom Wendelstein im Norden über das Inntal bis zu den Rosenheimer Stammbecken­mooren im Alpenvorland.

Schuhbräualm und Rampoldalm

Wir steigen auf dem Hinweg von der Farrenpoint hinab und gelangen so wieder in den Sattel vor dem Mitterberg. Von da führt ein Fahrweg südwärts um den Mitterberg herum zur bewirtschafteten Schuhbräualm4.
Von der Schuhbräualm käme man auf dem Fahrweg zurück zum Wanderparkplatz Sagbruck. Das ist aber eher langweilig. Lohnender ist es stattdessen, von der Schuhbräualm den ausgefransten Steig zur Rampoldalm hinaufzuwandern.

Breitenberghaus über Lechneralm

Wer an der Rampoldalm Lust auf zusätzliche Gipfel bekommt, könnte noch über die Rampoldplatte zur Hochsalwand wandern. Ansonsten links hinter der Hütte den Pfad in die Weide einschlagen. Er weicht der Rampoldplatte ostseitig aus. Dieser Abschnitt ist landschaftlich sehr reizvoll. Jenseits der schmalen Jochleiten gelangt man dann in den heimeligen Kessel der Lechneralm5.
Das nächste Etappenziel ist das Breitenberghaus. Man folgt kurz dem Fahrweg, wechselt aber schon bald wie beschildert rechts auf einen Pfad. Dieser kreuzt den oft trockenen Oberlauf des Kirchbachs. Anschließend wird der Weg breiter und taucht in den Wald ein. Nach etwa zwei Kilometern kommt eine große Lichtung, an deren Ende das Breitenberghaus6 liegt.

Rückweg nach Brannenburg

Nach dem Breitenberghaus bleiben wir noch ein wenig auf der Kiesstraße, können jedoch wenig später auf einem Trampelpfad durch die Weide zu den Drei Linden7 abkürzen. Die letzte der drei alten Linden an dem beliebten Aussichtspunkt fiel 2016 um. Neue Bäume wurden nachgepflanzt.
Ab den Drei Linden folgt erneut ein Stück Kiesstraße, bis diese in eine Teerstraße mündet. Dort rechts und gleich bei der ersten Gelegenheit wieder links. Es geht über eine Wiese und durch ein kleines Gehölz. Kurz darauf wird der Kirchbach erreicht, wo wir auf den Hinweg treffen.