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Ruine Falkenstein und Alatsee

Wanderung von Pfronten nach Füssen

(aktualisiert am )

Diese leichte Wanderung führt von Pfronten zum Falkenstein, auf dem die höchst gelegene Burgruine Deutschlands thront. Von dort geht es über den aussichtsreichen Zirmgrat zur Einkehr auf der Saloberalm und weiter zum geheimnis­umwitterten Alatsee. Anschließend kann man noch bis Füssen laufen oder wieder zurück nach Pfronten wandern.

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  1. Tourcharakter
  2. Route
  3. Wegbeschreibung
    1. Zur Ruine Falkenstein
    2. Zirmgrat
    3. Saloberalm und Alatsee
    4. Nach Bad Faulenbach
    5. Lechfall und Lechklamm
  4. Tourskizze mit GPS-Track
  5. Anfahrt und Einkehrmöglichkeiten
  6. Wanderkarten und Literatur
Zur Galerie (9 Fotos)
Wegen ihrer Lage auf 1270 Metern Höhe hatte die Burg Falkenstein keine militärische Bedeutung und ließ sich nur schwer versorgen.

Zwischen Pfronten und Füssen beschränkt sich der bayerische Anteil an den Alpen auf die Nordseite des Falkensteinkamms. Diese niedrige Bergkette erreicht nicht einmal 1300 Meter Höhe. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist sie ein besonders reizvolles Wandergebiet.
Die einzigartige Lage war auch König Ludwig II. bekannt, der auf dem Falkenstein ein weiteres Märchenschloss errichten wollte. Dabei waren die anderen Schlösser noch nicht fertiggestellt. Bekanntermaßen wurde aus den königlichen Plänen nichts mehr und so stehen dort oben bis heute die Mauerreste der Burgruine Falkenstein.

Auf Grund ihrer unzugänglichen Lage 400 Meter über dem Tal hatte die Burg Falkenstein weder militärische Bedeutung, noch eignete sie sich als Verwaltungssitz. Erbaut wurde sie 1270 von Graf Meinhard II. von Tirol, der damit seinen Anspruch auf das verwaiste staufische Erbe demonstrierte. 1646 zündete die Tiroler Landesregierung die bereits stark verfallene Burg an, um sie nicht den anrückenden schwedischen Truppen in die Hände fallen zu lassen.

Neben der Ruine Falkenstein gibt es mit dem Alatsee noch einen weiteren Höhepunkt auf der Wanderung. Um den abgeschiedenen See ranken sich einige Legenden. Sogar mit einem angeblichen Nazischatz wird er in Verbindung gebracht. Tatsache ist, dass die Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs im Alatsee aerodynamische Tests mit Flugzeugmodellen durchführte.
Interessant ist außerdem sein bis dato nur teilweise erforschtes Ökosystem. In seinen Tiefen existiert eine sauerstoffarme, schwefelhaltige Schicht, in der seltene Schwefel­purpur­bakterien leben. Diese nutzen Schwefel zur Energiegewinnung und setzen bei der Fotosynthese keinen Sauerstoff frei. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen wurden in dieser Schicht weitere Bakterien, Einzeller und sogar Insektenlarven nachgewiesen.

Filmtipp: Die vom Bayerischen Rundfunk produzierte Dokumentation Der Blutende See berichtet über eine Tauchexpedition im Alatsee. Der Film beschreibt detailliert das ungewöhnliche Ökosystem des Sees und setzt sich auch mit den zahlreichen Geschichten auseinander, die sich um das geheimnisvolle Gewässer ranken.

Tourcharakter und Schwierigkeit

620 m660 m14 km4:20 h

Anspruch■■■■■■ T3
Kondition ■■■■■■
Orientierung ■■■■■■
Die Wanderung über den sonnenverwöhnten Falkensteinkamm ist oft bereits früh im Jahr schneefrei und bleibt es meistens auch bis in den Spätherbst hinein.
Am Zirmgrat hat man es mit einfachen Steigen zu tun, ansonsten mit breiten Wanderwegen. Ausgesetzte Stellen gibt es keine, solange man auf den markierten Wegen bleibt.
Flotte Geher schaffen die Strecke in einem halben Tag, aber weil es unterwegs so viel zu sehen gibt, sollte man sich lieber einen ganzen Tag Zeit nehmen.

Wegbeschreibung

Zur Ruine Falkenstein

Am Bahnhof Pfronten-Steinach gibt es einen riesigen Parkplatz für die Breitenbergbahn. An dessen Ostende kann man das Bahngleis und die Vils überqueren. Die Burgruine Falkenstein ist mehrfach ausgeschildert. Durch einen freundlichen Bergmischwald steigt man eine knappe Stunde bergauf. Etwas unterhalb der Burg klafft ein imposanter Spalt in der Felswand. Darin wurde eine Mariengrotte eingerichtet. Wer für diesen Kitsch nichts übrig hat, dem wird dort zumindest eine tolle Aussicht geboten.
Gleich nach der Mariengrotte geht es steil zum Burghotel hinauf. Unter dem Hotel schmiegt sich ein Pavillon an die Felsen, in dem das Burgmuseum Falkenstein untergebracht ist. Von da führen Stufen zur Ruine1 empor. Die hölzerne Aussichtsplattform im Inneren ermöglicht einen wunderbaren Rundumblick. Im Norden ist das bedeutende Burgensemble von Hohenfreyberg und Eisenberg zu sehen, nach Süden blickt man direkt in die Tannheimer Berge.

Zirmgrat

Am Falkenstein treffen mehrere Fernwanderwege zusammen, darunter der Maximiliansweg sowie die Via Alpina. Gemeinsam überschreiten sie den Zirmgrat. Man muss kurz die geteerte Zufahrtsstraße nehmen, kann aber bereits nach der ersten Linkskehre auf einen Steig wechseln. Zum Luimentalsattel hinab werden zunächst gut 100 Höhenmeter abgegeben. Am Sattel markiert ein restaurierter alter Grenzstein die Grenze zwischen Bayern und Tirol. Nun steigen wir unter einer Felswand wieder bergauf. Bald ist der Höhenzug des Zirmgrats2 geschafft. Mit Bänken und freier Sicht nach Süden lädt er zum Rasten ein.Einerkopf und Zwölferkopf lässt der markierte Weg beiseite. Sie sind nur durch Trampelpfade erschlossen. Zum Zwölferkopf könnte man bei Erreichen des Grats rechts abbiegen.

Saloberalm und Alatsee

Beim Abstieg vom Zirmgrat empfehle ich, die Strecke über den Vierseenblick zu nehmen. Je näher die Saloberalm3 rückt, umso belebter wird es. Hinter der Einkehr geht es einen breiten Wirtschaftsweg zum Alatsee hinab. Zwischendrin kann ein Stück über den Josefsteig abgekürzt werden.
Der Alatsee4 liegt recht idyllisch in einem Kessel. Dem Teersträßchen folgend begeben wir uns zur Westseite des Sees, wo sich ein Restaurant und der Badeplatz befinden.

Nach Bad Faulenbach

Wer nach Pfronten zurück muss, wendet sich bei Alatsee zur Vilser Scharte. Von Vils verläuft dann ein gemütlicher Talwanderweg Richtung Pfronten.
Nach Füssen folgt man kurz der Alatseestraße, wechselt aber nach ungefähr 500 Metern bei einem Tümpel besser rechts auf den Wanderweg. Dieser begleitet nun längere Zeit den Faulenbach, der aus dem Alatsee entspringt und den Obersee5 bei Bad Faulenbach speist. Der Name des Bachs hat wohl mit dem fauligen Geruch zu tun, wenn schwefel­wasserstoff­haltiges Wasser aus dem Alatsee abfließt. Westlich des Obersees streift der Weg eine schöne Moorlandschaft, die durch Verlandung entstand. Am Nordufer von Ober- und Mittersee gibt es Bademöglichkeiten. Netter zum Wandern ist allerdings die Südseite. Hinter den beiden Seen kommen wir durch eine Kneipp-Kuranlage, bevor schließlich der kleine Ort Bad Faulenbach erreicht wird.

Lechfall und Lechklamm

Statt von Bad Faulenbach gleich direkt am Lech entlang nach Füssen zu spazieren, sollte man sich noch Lechfall und Lechklamm6 anschauen. Die beiden bedeutenden Geotope liegen ein paar Hundert Meter flussaufwärts. Genau zwischen der Klamm und dem Wasserfall überspannt der nur für Fußgänger passierbare Maxsteg den Lech. Obwohl der Lechfall seinen natürlichen Charakter durch Verbauungen verloren hat, ist er trotzdem sehr beeindruckend. Die Klamm kann leider nur schlecht eingesehen werden. Sie blieb von menschlichen Eingriffen verschont.
Auf der anderen Seite geht es neben der Tiroler Straße zur Lechbrücke hinab und dort erneut über den Fluss. Das letzte Stück zum Bahnhof führt dann durch die sehenswerte Füssener Altstadt.